FC Hansa Rostock - Kommentar : Schluss mit dem Kuschelkurs!

Gewalttäter in und um Fußballstadien – bei Spielen des Fc Hansa Rostock leider keine Seltenheit.
Gewalttäter in und um Fußballstadien – bei Spielen des Fc Hansa Rostock leider keine Seltenheit.

Nach den Krawallen vom Mittwoch sprach der FC Hansa von überschrittenen Grenzen und davon, dass Schluss sei – nun müssen endlich Taten folgen

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25. September 2015, 21:00 Uhr

Es sei eine Grenze überschritten worden und nun sei Schluss – das hatte Michael Dahlmann nach der Randale vom Mittwoch rund um das Ost-Derby des FC Hansa gegen den 1. FC Magdeburg verkündet. Und der Clubchef der Rostocker sperrte gleich die Südtribüne für das nächste Ostduell in einer Woche gegen Dynamo Dresden.

Hart durchgegriffen also – oder hat er doch eher nur versucht, mit markigem Aktionismus das DFB-Sportgericht milde zu stimmen und um ein drohendes Geisterspiel oder gar einen Punktabzug herumzukommen? Denn nicht die Südtribüne als solche ist das Problem, das ist letztlich nur Beton. Das Problem sind jene Südtribünen-Chaoten, die von dort aus nicht zuletzt sogar Menschenleben gefährden. Wird gegen die nichts unternommen, so weichen sie halt auf andere Blöcke aus, vertreiben dort friedliche Fußballanhänger von ihren Plätzen und randalieren im Norden, Osten oder Westen munter weiter. Alles schon erlebt.

Was heißt überhaupt: „eine Grenze überschritten“? Welche soll das sein? Eine, die noch hinter jener liegt, die zum bislang letzten Rostocker Geisterspiel 2011 gegen Dresden führte? Oder hinter jener vom April 2014, als es rund um das Spiel gegen RB Leipzig Krawalle gab, die bis zum Mittwoch als die schwersten der jüngeren Vergangenheit galten? Seine Schmerzgrenze hat der FC Hansa immer weiter gesteckt. Noch mal und noch mal und noch mal…

Und womit soll nun Schluss sein? Mit Randale? Den Schalter dafür, die einfach so abzuschalten, den hat keiner, der liegt gleich neben dem Stein der Weisen verbuddelt. Oder soll nun doch endlich der Kuschelkurs ein Ende haben? Denn beratungsresistente Krawallmacher mit gutem Zureden, windelweichen Sanktiönchen, vor allem aber mit immer neuen Zugeständnissen von Straftaten abhalten und auf den Weg der Tugend führen zu wollen, ist – wohlwollend ausgedrückt – naiv.

Wenn Dahlmann hier den Schalter umlegt, wenn der FC Hansa endlich konstruktiv mit den Sicherheitsbehörden zusammenarbeitet, der Polizei, wie ausdrücklich angekündigt, sein Videomaterial von den Vorgängen im Stadion übergibt (Wieso muss das eigentlich extra betont werden, hatte der FCH solche Aufzeichnungen bislang etwa zurückgehalten?), dann werden sicherlich nicht gleich Wunder geschehen. Aber es wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Der größte seit langer, langer Zeit!

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