FC Hansa Rostock : Schließung der „Süd“ aktuell kein Thema

Nach mehreren Vorkommnissen durch Anhänger des FC Hansa Rostock bei Drittliga-Partien hat der DFB in einem Einzelrichterverfahren unter anderem entschieden, dass bei Heimspielen des Clubs ein Choreo-Verbot inklusive des Aufhängens von Block- und Zaunfahnen gilt.
Nach mehreren Vorkommnissen durch Anhänger des FC Hansa Rostock bei Drittliga-Partien hat der DFB in einem Einzelrichterverfahren unter anderem entschieden, dass bei Heimspielen des Clubs ein Choreo-Verbot inklusive des Aufhängens von Block- und Zaunfahnen gilt.

Rostocker Polizei unterzeichnet die Lizenzierungsunterlagen des FC Hansa für 2016/17 nur unter Vorbehalt und fordert ein überarbeitetes Sicherheitskonzept

svz.de von
02. März 2016, 12:00 Uhr

Keine Ruhe bei Fußball-Drittligist FC Hansa: Die Rostocker Polizei hat die beim Deutschen Fußball-Bund eingereichten Lizenzunterlagen des Traditionsvereins für die Saison 2016/17 nur unter Vorbehalt unterzeichnet. Nach mehreren Gesprächen mit Markus Kompp, Vorstandsvorsitzender des FCH, gab es gestern erneut eine lange und kontroverse Diskussion über die Ereignisse der zurückliegenden Spieltage und die vom Verein beabsichtigten Maßnahmen.

Nach den Geschehnissen während der Heimpartie gegen Aue (0:2) wurde der Zaun an den Pufferblöcken über die Balustrade hinaus verlängert, um so ein Überqueren zu verhindern. „Technische Maßnahmen und bauliche Veränderungen helfen nur kurzfristig. Wer langfristig und tatsächlich Fanverhalten verändern will, muss strategisch und konzeptionell alle positiven Kräfte des Vereins und die gesellschaftlichen Partner bündeln“, sagte Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock. Zudem gehöre diese Maßnahme auch nicht zum eigentlichen Sicherheitskonzept für die Lizenzierung.

Daher fordert der Beamte den Verein auf, bis zum 31. Mai dieses Jahres ein mit der Polizei gemeinsam abgestimmtes Konzept speziell in Bezug auf die Süd-Tribüne zu erarbeiten, denn das jetzige sei aus seiner Sicht nicht tragfähig. Dies hat die Polizei auch dem DFB in einem Extra-Schreiben mitgeteilt. „Nachdem provozierende Puppen, Banner und auch Pyrotechnik immer wieder ins Stadion gelangen, muss man sich die Frage stellen, ob die Kontrollen dort weiter so funktionieren wie bisher“, mahnt Yvonne Hanske, Sprecherin der Polizeiinspektion Rostock, an.

„Wir sind in Gesprächen mit allen sicherheitsrelevanten Partnern, um mögliche Sicherheitslücken in diese Richtung aufzudecken und dann entsprechend abzustellen“, erwidert Robert Marien, Vorstand Marketing und Vertrieb. Die Äußerungen von Michael Ebert, dass es in der Vergangenheit mit Sonder-Akkreditierungen zu unkontrollierten Zugängen zum Stadion kam, wies der Verein dagegen zurück.

Immer wieder war in der Vergangenheit die Süd- Tribüne Schauplatz von unschönen Szenen. Eine Diskussion über die dort eingesetzten Sicherheitskräfte gebe es vorerst aber nicht. „Die Fan-Ordner dienen zur zusätzlichen Unterstützung des Sicherheitspersonals“, führt Marien aus. Sowohl personalisierte Tickets als auch die Verlegung der aktiven Fanszene von der Süd- auf die Nord-Tribüne spielen in den Überlegungen des Clubs zur Konfliktentschärfung aktuell keine Rolle. Polizeidirektor Michael Ebert ergänzt: „Mit der Unterzeichnung unter Vorbehalt verbinden wir die Hoffnung, dass es dem Verein gelingt, die positive Fankultur wiederzubeleben, damit künftig am Ende jedes Spiels nicht Ausschreitungen, sondern ausschließlich sportliche Aspekte die Schlagzeilen in den Medien bestimmen.“

Ein gemeinsames Ergebnis konnte bereits erreicht werden: Die Polizei Rostock identifizierte einige der beim Spiel gegen Aue auffällig gewordenen Stadionbesucher. Der FC Hansa steht in Kontakt mit den Beamten und wird nach Abschluss der Ermittlungen mit der Arbeitsgruppe Süd-Tribüne über entsprechende Schritte beraten. „Wer sich nicht an die vereinbarten Regeln hält, wird entsprechende Konsequenzen in Kauf nehmen müssen. Wir werden unseren Weg des Dialogs und der Kommunikation konsequent weiterführen. Wir sind stolz auf die Unterstützung unserer Fans – diese muss aber selbstredend immer im Rahmen des Erlaubten bleiben“, so Marien.

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