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FC Hansa Rostock : Pavel Dotchev ist ein Pokalschreck

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der aktuelle Hansa-Trainer warf bei seinen früheren Stationen schon mehrfach Bundesligisten aus dem Cup-Wettbewerb

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Der neue Hansa-Coach Pavel Dotchev ist ein richtiger Pokal-Experte. Zumindest weiß der 51-Jährige, wie man als Außenseiter ein höherklassiges Team aus dem DFB-Pokal wirft. Werder Bremen, der FC St. Pauli, Greuther Fürth oder auch Eintracht Frankfurt – alle diese Clubs können ein Lied davon singen und scheiterten an von Pavel Dotchev trainierten Drittligisten. „Mit Münster haben wir
Werder und St. Pauli geschlagen, und mit Erzgebirge Aue konnten wir Eintracht Frankfurt und Fürth besiegen“, erinnert sich der Rostocker.

Vom Wettskandal 2004 betroffen

Und auch mit Paderborn sorgte Dotchev eigentlich für eine mittlere Sensation. 2004 schlug er mit dem damaligen Regionalligisten den Hamburger SV mit 4:2. Doch das Duell hatte ein Nachspiel. Der Wettskandal um Robert Hoyzer, der einen Flachbildfernseher und 67 000 Euro von der Wettmafia erhielt, um das Spiel zu verschieben, wirft einen dunklen Schatten auf die Partie. „Wir hatten an diesem Tag mit 4:2 gewonnen, und ich war der glücklichste Mensch auf der Erde. Zwei, drei Monate später stellte sich alles als Lüge heraus. Für mich als Trainer war das ein riesiger Frust“, erinnert sich Pavel Dotchev.

Am Ende überwiegen aber gewiss die positiven Pokalerinnerungen. „Ich durfte es schon ein paarmal erleben. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man einen höherklassigen Gegner aus dem Wettbewerb schmeißt. Zum einen geht es ums Prestige und zum anderen auch um ein bisschen Geld für den Verein. Wir werden versuchen, alles zu geben, um die Überraschung zu schaffen“, so der Rostocker Coach vor der Erstrundenpartie gegen den Bundesligisten und Europa-League-Starter Hertha BSC Berlin. Die Chancen schätzt Dotchev auf 30:70, vielleicht auch nur 20:80: „Auf jeden Fall ist eine kleine da. An erster Stelle wird es für uns darum gehen, dass wir an die 20 oder 30 Prozent glauben. Zudem wollen wir auch versuchen, guten Fußball zu spielen, denn nur mit Verteidigen wird es gegen eine Mannschaft wie Hertha nicht reichen. Das wäre auch mir zu wenig. Wir wollen auch den Ballbesitz.“

Des Weiteren gilt es die Psyche der Kicker in die richtigen Bahnen zu lenken. Dass man einen Drittliga-Fußballer an einem Montagabend unter Flutlicht in einem Duell vor fast ausverkauftem Haus gegen einen Bundesligisten nicht zu motivieren braucht, ist jedem klar. Doch dürfe das Team nicht übers Ziel hinausschießen. „Nach der Motivation kommt die Übermotivation und danach die Angst. Das darf nicht passieren. Die Kurve muss oben bleiben. Ich muss darauf achten, dass wir eine gesunde Mischung haben. Spannung ist okay, Angst aber nicht“, so Dotchev.

 

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