Trainingslager des FC Hansa : Niemals eine stumpfe Übung

„Niemals eine stumpfe Übung“: Hier drischt Torwarttrainer Stefan Karow seinem Schützling Martin Leu den Tennisball auf die „Kiste“, aber der muss noch mehr halten – von der anderen Seite kommen gleich die Schüsse seiner Keeper-Kollegen…
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„Niemals eine stumpfe Übung“: Hier drischt Torwarttrainer Stefan Karow seinem Schützling Martin Leu den Tennisball auf die „Kiste“, aber der muss noch mehr halten – von der anderen Seite kommen gleich die Schüsse seiner Keeper-Kollegen…

Immer wieder was Neues für Geburtstagskind Schuhen & Co.: Torwarttrainer Stefan Karow paart Komplexität mit Raffinesse

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13. Januar 2016, 08:30 Uhr

„Zwei Tage vor der Abreise ins Trainingslager wurde ich informiert, dass ich mitfahre. Ich war überrascht und habe mich sehr gefreut, diese Erfahrung machen zu können“, berichtete Youngster-Keeper Martin Leu. Der 18-Jährige komplettierte das Team von Torwarttrainer Stefan Karow, dessen andere drei Schützlinge Marcel Schuhen (er feiert heute im Camp seinen 23. Geburtstag), Johannes Brinkies (22) und Robin Schröder (20) ja auch alle noch blutjung sind.

Gestern kehrte Leu, der am Christophorus-Gymnasium die 13. Klasse besucht, wegen der Schule nach Hause zurück. Dass er in der vergangenen Woche auf dem Weg zum Abitur groß was verpasst hat, ist nicht zu erwarten: „Das hole ich auf“, sagte das Torhüter-Talent, das abgesehen vom Fach Mathematik (2) überall auf Eins steht!

„Martin Leu haben wir ganz einfach deshalb mitgenommen, weil ,Pommes’ (Brinkies – d. Red.) verletzt war und wir kein Risiko eingehen wollten. Er hat im Training beim Profi-Team einen sehr guten Eindruck hinterlassen, ja sogar schon dreimal für die U 21 in der Oberliga gespielt (diese Partien wurden übrigens alle gewonnen – d. Red.), zeigte auch dort ordentliche Leistungen und ist ja jetzt auch Kapitän von der A-Jugend“, so Karow.

Der Gelobte findet ebenfalls nette Worte, wenn er von seinem Spezialcoach spricht: „Ich bin ein großer Fan von ihm. Ich kenne ihn ja schon aus Lübeck (wo Leu geboren wurde und für den VfB spielte, bei dem Karow 2012 tätig war – d. Red.). Er hat ein unheimlich gutes Spektrum, das ist der Wahnsinn. Er lässt sich immer wieder was Neues einfallen und bringt das logisch rüber, dass wir das verstehen.“

Stefan Karow selbst betont: „Ich würde nie eine stumpfe Übung machen wollen.“ In der Tat ist das Torwarttraining in Lara für Zuschauer wohl der unterhaltsamste Bestandteil der täglichen Übungseinheiten der Hanseaten. Da kommt Raffinesse ins Spiel, auch Komplexität, und wer sich da reinvertieft, der erkennt: Das passt alles zusammen und ergibt Sinn. „Es geht darum, dass die Torhüter Abwechslung haben. Es darf nie eintönig werden. Die sind schon immer gespannt darauf, was kommt“, sagt Karow, der u. a. vorhat, auch mal eine Goalball-Einheit einzuschieben, in der die Keeper also mit verbundenen Augen nach Gehör einen Ball mit Glöckchen drin halten sollen.

Der Aufenthalt in der Türkei erfreut den 41-jährigen Trainer wegen der guten Platzbedingungen. „Die nutzen wir aus, um viele Schnellkraft-Aktionen in den Vordergrund zu stellen, wo die Jungs oft hoch und runter müssen, auf dem sich auch Falltechniken gut üben lassen. Das wäre auf dem harten Boden zu Hause gar nicht möglich gewesen.“

Von seinen vier Spielern erwartet er, dass sie alle das Ziel haben, die Nummer eins zu werden – bzw. im Falle von Marcel Schuhen, es zu bleiben. Zwar wird Stefan Karow einen Teufel tun, sein Quartett in einer Reihenfolge zu beziffern, doch natürlich habe „Schuh“ ein sehr gutes Jahr 2015 gehabt und sei maßgeblich daran beteiligt gewesen, dass der Klassenerhalt geschafft wurde. „Das kommt aber auch, weil das gesamte Team gut zusammengearbeitet hat. Alle haben Anteil daran, einen Schritt nach vorn gemacht.“

So auch Martin Leu, der feststellte, dass so ein Profi-Trainingslager „ziemlich intensiv und anstrengend“ ist und dort ein „viel höheres Tempo gegangen wird als in der A-Jugend. Es machte richtig Spaß, gefiel mir sehr gut“, so der Kapitän der Rostocker U 19. Mit der will er rasch aus dem Tabellenkeller der Regionalliga Nordost herauskommen. Das ist sein erstes Ziel, „und ich will mich natürlich auch selber weiterentwickeln“. Das sollte unter Stefan Karow garantiert sein.

FC Hansa hat Anfang März eine englische Woche vor sich. Alle anderen Auswärts- und Heimspiele sind jeweils sonnabends. Hier die Termine:
13. Februar, 14  Uhr: Hansa Rostock – VfR Aalen,
20. Februar, 14 Uhr:  Hansa Rostock – Erzgebirge Aue,
27. Februar, 14 Uhr: FC Energie Cottbus – Hansa Rostock,
1. März, 19 Uhr:  Hansa Rostock – Holstein Kiel,
5. März, 14 Uhr: 1. FC Magdeburg – Hansa Rostock
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