"Nehme sehr gern Führungsrolle ein"

<strong>Geht voran:</strong> Dexter Langen  (in Orange) im Trainingsduell mit seinem neuen Vereinskollegen Mohammed Lartey. <foto>Georg Scharnweber</foto>
Geht voran: Dexter Langen (in Orange) im Trainingsduell mit seinem neuen Vereinskollegen Mohammed Lartey. Georg Scharnweber

svz.de von
02. Juli 2010, 09:17 Uhr

Rostock | Dexter Langen, auf die rechte Außenbahn spezialisierter Mittelfeldspieler, ist schon seit 2006 beim jetzigen Fußball-Drittligisten FC Hansa und gemeinsam mit Torhüter Jörg Hahnel dienstältester Profi in Rostock. Er hat in dieser Zeit Auf- und Abstieg erlebt, Vertrauensbeweis und -entzug ebenso wie Verletzungspech (Knie, Nasenbein- und Jochbeinbruch).

Jetzt kommt eine neue Rolle auf ihn zu: Er soll einer der Führungsspieler sein. Klares Signal: Nach Sebastian Pelzer beim 9:0 in Neubrandenburg durfte "Dex" im folgenden Testspiel, beim 8:0 in Güstrow, als Zweiter der Kapitän sein.

Von Dieter Eilts aussortiert, nach dem Abstieg unschlüssig

Der gebürtige Hesse, der als Teenager beim TSV Langgöns auch ein erfolgreicher Radballer war, lebt bereits seit 2003 im deutschen Osten. Bevor er nach Rostock kam, spielte Dexter drei Jahre für Dynamo Dresden (u. a. 2. Bundesliga 53/3). In seinen ersten beiden Serien an der Ostsee war er Stammspieler (2. Liga 2006/07 - 32/0, 1. Bundesliga 2007/08 - 25/0). Doch dann bereitete ihm das linke Knie Probleme: "Ich hatte zwei Operationen am Außenmeniskus, bin nicht auf die Beine gekommen, war fast zwei Jahre raus."

So kam der Sohn einer Deutschen und eines US-Offiziers 2008/09 nur neunmal zum Einsatz, in der Regel auf der Rechtsverteidigerposition. Ende 2008 wurde er gar vom damaligen Trainer Dieter Eilts aussortiert. Im März 2009 hob dessen Nachfolger Andreas Zachhuber die Suspendierung auf.

Aber auch 2009/10 bestritt Dexter nur die Hälfte der Punktspiele (zuzüglich zwei Einsätze in der Relegation), jetzt wieder hauptsächlich im Mittelfeld, erzielte jedoch immerhin sein erstes Tor für Hansa (das 2:0/51. beim 4:0 gegen Greuther Fürth, 27. September 2009).

Nach dem Abstieg zögerte der 29-Jährige, sich trotz gültigen Vertrages zum FCH zu bekennen. Laut Manager Stefan Beinlich habe er zum Ausdruck gebracht, "dass er sich mit der 3. Liga nicht anfreunden kann. Wir werden ihm keine Steine in den Weg legen."

Zum zweiten Mal nach seiner Ausmusterung schien Langens Zukunft nicht in Rostock zu liegen.

Doch die Dinge nahmen eine 180-Grad-Wendung. Vor anderthalb Jahren noch von der Herde ausgesondert, jetzt auf einmal - wenn "Dex" auch von der Statur (1,86 m/76 kg) nicht gerade wie ein Leitbulle daherkommt - Alpha-Tier: Langen entschied sich Mitte Juni, weiterhin das Trikot mit der Kogge auf dem Herzen zu tragen, und ist auch bereit, Verantwortung zu übernehmen.

"Die Zeit nach dem Abstieg ist schwer gewesen. Ich war im Kopf durcheinander, gedanklich noch in der 2. Bundes-liga. Aber ich kann mich mit der 3. Liga abfinden", versichert er. "Die Mannschaft und der Trainerstab - wir sind eine gute Truppe, glaube ich. Wir wollen das Bestmögliche herausholen, auf jeden Fall in der oberen Reihe mitspielen. Der Aufstieg wäre natürlich optimal."

So wird Dexter Langen also die nächsten zwei Jahre mit seiner kleinen Familie - Lebensgefährtin Caro, Söhnchen Younes (2) und der schwarze Kater Baghira - in bzw. bei Rostock (Nienhagen) sesshaft bleiben. Und will, was den Fußball anbelangt, ein Vorangeher, nicht nur Mitläufer sein: "Mir persönlich ist es ganz wichtig, erst mal verletzungsfrei zu bleiben. Wir haben, wie gesagt, eine gut mit Jung und Alt gemischte Mannschaft, in der ich sehr gern eine Führungsrolle einnehme - mit oder ohne Binde. Ich denke, das wird ganz gut klappen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen