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FC Hansa Rostock : Mitglieder wählen neue Führung

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Auf der Jahresversammlung am Sonntag müssen die Mitglieder die personellen Weichen für die Zukunft stellen

svz.de von
erstellt am 31.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Die finanziellen Weichen sind gestellt, die personellen müssen folgen. Hansa Rostocks Mitglieder sind auf der turnusmäßigen Jahresversammlung am Sonntag in der Rostocker Stadthalle in der Verantwortung, den Aufsichtsrat neu formieren, der den seit Jahren um die Existenz ringenden Traditionsverein zukunftsfähig machen soll. Der alte Aufsichtsrat ist kläglich bei dem Versuch gescheitert und hat angekündigt, die Vertrauensfrage zu stellen. Sechs Nachrückerkandidaten wollen es besser machen und stellen sich zur Nachwahl.

Rolf Elgeti ist nicht unter ihnen, obwohl er zwischenzeitlich auch seine Kandidatur angekündigt hatte, um sie dann aber nach kontroversen Diskussionen wieder zurückzuziehen. Der millionenschwere Finanzfachmann bleibt dennoch der wichtigste und momentan wohl auch einzige Hoffnungsträger im Ringen um eine bessere Zukunft. Elgeti einigte sich mit dem Fußball-Drittligisten über einen Forderungsverzicht zur weiteren Entschuldung der Ostseestadion GmbH & Co. KG und setzte damit drei Tage vor der Mitgliederversammlung ein nachhaltiges Signal.

Damit ist eine weitere wichtige Hürde auf dem Weg zur Ausgliederung der Profiabteilung genommen. „Ich freue mich, dass wir diesen wichtigen Schritt endlich gehen konnten. Wir haben hart gearbeitet, um das hinzukriegen“, sagte der 38 Jahre alte gebürtige Rostocker.

Der Vertrag reduziert die Gesamtschuld nach Vereinsangaben um mehr als elf Millionen Euro auf nunmehr rund neun Millionen Euro.  „Das allein reicht nicht, um den Verein tragfähig zu machen, aber es schafft die Möglichkeit dafür“, sagte Elgeti. Der Aufsichtsrat des ehemaligen Bundesligisten hatte der Vereinbarung vorher einstimmig zugestimmt. „Ich bin sehr froh, dass wir uns verständigen konnten.

Die Immobilie kann der Verein aus eigener Kraft nicht halten und nicht unterhalten“, sagte Hansas kommissarischer Vorstandsvorsitzender Chris Müller.  Wirksam wird der Vertrag allerdings nur mit einer aufschiebenden Bedingung, die beinhaltet, dass die Mitglieder der Ausgliederung des Spielbetriebes und der Übertragung von 45 Prozent der Kommanditaktien an die Obotritia Capital KGaA von Elgeti zustimmen. Der endgültige Beschluss darüber war ursprünglich für die Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag geplant.  Der Termin ist aber nach den teils turbulenten Ereignissen mit den Rücktritten von Aufsichtsratschef Harald Ahrens und des Vorstandsvorsitzenden Michael Dahlmann nicht mehr zu halten. „Die Ausgliederung soll so schnell und so sorgfältig wie möglich erfolgen“, sagte Müller und nannte als möglichen Termin eine außerordentliche Mitgliederversammlung für den Januar 2016. Einen Zweifel an der Umsetzung hat Rostocks Finanzsenator nicht: „Es gibt den positiven Grundbescheid der Mitglieder. Ich gehe davon aus, dass wir auch die nächsten Schritte gehen werden.“ Der kommissarische Vorstand hat dem Aufsichtsrat ein Sanierungskonzept vorgelegt, um den Verein auf Dauer überlebensfähig zu machen. „Wir müssen nicht bis unter die Grasnarbe sparen, aber es bedarf erheblicher Anstrengungen. Das kann der Verein schaffen, ohne auszubluten“, sagte Chris Müller. Die Eckdaten sollen auf der Mitgliederversammlung vorgestellt werden.

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