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Erklärung von Aufsichtsratchef Ahrens : Mitglieder entscheiden: „FC Elgeti" oder FC Hansa

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Aufsichtsratvorsitzender Harald Ahrens wendet sich mit persönlicher Erklärung an die Mitglieder des Vereins

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erstellt am 02.Okt.2015 | 15:29 Uhr

Die Fronten scheinen unüberwindbar - beim FC Hansa ist man von Normalität so weit entfernt wie die Zugspitze von der Ostsee. Nach brisantem Mailverkehr, Geschäftsstellen-Durchsuchung sowie Dahlmann-Rücktritt und vor dem emotionsgeladenen Ost-Duell gegen Dynamo Dresden wandte sich Aufsichtsratchef Harald Ahrens eben mit einer persönlichen Erklärung an alle Mitglieder des Traditionsvereins. Tenor: Wollt ihr einen „FC Elgeti" oder einen FC Hansa Rostock? Seine Erklärung im original Wortlaut:

Liebe Mitglieder,

Ihr seid angesichts der aktuellen Konflikte extrem verunsichert und das kann ich sehr gut verstehen.

Da das öffentliche Interesse sehr hoch ist und wir weiterhin in unserer Arbeit als Aufsichtsrat behindert werden, wird meine Erklärung/Mitgliederinfo ausnahmsweise zunächst auf Facebook veröffentlicht. Informiert uns bitte, wenn Ihr im Laufe des Tages diese Erklärung nicht als Mitgliederinfo erhaltet! Gestern soll es angeblich technische Probleme gegeben haben, so dass keine Mitgliederinfo an Euch versendet werden konnte.

Das ist allein meine persönliche Erklärung, Klartext, wie es wirklich gelaufen ist. Macht Euch bitte ein Bild. Ich bin auch bereit, in einem Forum oder persönlich dazu Eure Fragen zu beantworten.

Vorab, weil dieser Unfug immer verbreitet wird:

1. Keiner vom Aufsichtsrat hat meines Wissens Unterlagen an die Presse gegeben!

2. Keiner vom Aufsichtsrat hat Strafanzeige gegen Herrn Dahlmann gestellt!

3. Keiner vom Aufsichtsrat ist dafür verantwortlich, dass die Geschäftsstelle von der Staatsanwaltschaft gesperrt worden ist.

Jetzt zum Sachverhalt:
Die geplante Ausgliederung war ein sehr innovatives, mutiges und vielversprechendes Modell von Herrn Dahlmann für unseren Verein, das wir auch weiter verfolgen.

Allerdings gestaltete sich der Prozess der Ausgliederung nach der Mitgliederversammlung am 10. Mai gänzlich anders als öffentlich angekündigt und versprochen.

Von Anfang an hat sich der potenzielle Investor Rolf Elgeti massiv in die operative Arbeit des Vereins eingemischt.

Der wichtigste Punkt und eigentliche Auslöser des Konfliktes:
Anstatt den Elgeti-Kredit zur Ablösung der DKB-Schulden (21,4 Mio. Euro) in Höhe von 7,5 Mio. Euro zu verhandeln, so sein Auftrag, hat sich Herr Dahlmann ohne Not in bilateralen Gesprächen mit Herrn Elgeti einen 20,39 Mio. Euro Kreditvertrag aufdrücken lassen. Anschließend wollte Herr Elgeti die nicht ausgegebenen virtuellen Luftmillionen in Höhe von 13,9 Mio. Euro teilweise großzügig erlassen.

Das war niemals so vereinbart worden! Ein unglaublicher Vorgang.

Das haben wir zunächst nur gerüchteweise erfahren, da der Aufsichtsrat nicht eingebunden worden ist.

Mehrere Wochen habe ich in meiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender vergeblich versucht, an die Darlehensverträge mit der Obotritia Capital KGaA zu gelangen!

Herr Dahlmann sicherte mir immer wieder zu, die Verträge zur Verfügung zu stellen, was er jedoch einfach nicht tat. Ich kann nur vermuten, es war ihm ziemlich peinlich, wie er über den Tisch gezogen worden ist. Möglich ist auch, dass der Vertrag bis zur Mitgliederversammlung am 1. November 2015 verschwiegen werden sollte.

Am 8. Juni habe ich jemanden gebeten, mir die Verträge, die im Mai ohne den Aufsichtsrat einzubeziehen, vom Vorstandsvorsitzenden und einem weiteren Vorstandsmitglied unterschrieben worden sind, zu übersenden.

Diese Verträge standen in keinerlei Einklang mit dem Aufsichtsratsmandat vom 20. April 2015 bezüglich der geplanten außergerichtlichen Schuldenregulierung und Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung.

Diese Vorgänge hätten eine sofortige Suspendierung von Herrn Dahlmann nach sich ziehen müssen, da er in grober Art und Weise die Vereinssatzung (§ 21) verletzt hat. Der Aufsichtsrat hat Herrn Dahlmann dafür eine Rüge erteilt und zur Korrektur der Verträge aufgefordert, die bis dato nicht vollzogen ist. Es liegt aber eine Einigung mit dem potenziellen Investor vor, der mittlerweile auch auf eine nicht satzungskonforme Vertragsverlängerung mit Herrn Dahlmann als Bedingung verzichtet hat.

Ich spreche nur für mich, aber Ihr könnt sicher sein, dass wir uns extrem verschaukelt gefühlt haben.

Seitdem wir die Dinge stärker hinterfragt und auch gemerkt haben, dass wir systematisch von der Kommunikation zwischen Herrn Dahlmann und Herrn Elgeti abgeschnitten worden sind, umso ungemütlicher wurde es für uns. Mit Unterstützung einiger weniger Vertreter der Fanszene wurden wir zunehmend drangsaliert, bedroht und seit vergangenem Freitag hat mich ein illustrer Kreis, in zustimmender Kenntnis des Vorstandsvorsitzenden und eines potenziellen Investors, für „vogelfrei“ erklärt. Es wird übrigens nicht nur auf mich, sondern  ich spreche für mich - auch auf meine Familie Druck ausgeübt.

Herr Elgeti und Herr Dahlmann fühlten sich durch den Aufsichtsrat offensichtlich stark gestört in der Umsetzung ihrer Pläne, die weit über das hinausgehen, was beschlossen worden war und was bisher bekannt ist.

So soll das Stadionumfeld auch gewinnbringend bebaut werden, dazu wurden schon mehrere Gespräche geführt. Das ist sicher auch eine der Kernmotivationen von Herrn Elgeti.

Fazit
Im aktuellen Ausgliederungsprozess wurde die Kontrollpflicht des Aufsichtsrates ausgehebelt.

Statt über 7,5 Mio. Euro zu verhandeln, wurde dem Verein ohne Not ein Kredit von 20,39 Mio. Euro aufgedrückt, plus ein Kredit in Höhe von 4,0 Mio. Euro mit 10 Prozent Verzinsung plus ein Kredit über 700.000 Euro mit 2,5 Prozent Verzinsung.

Alle Verträge wären genehmigungspflichtig gewesen!

Der Verein steht heute bei rund 22 Mio. Euro Schulden und weist schon wieder ein Defizit in Höhe von 2,7 Mio. Euro auf.

Dafür ist Herr Dahlmann als Vorstandsvorsitzender verantwortlich.

Auch das Versprechen, den Prozess für die Mitglieder transparent zu machen, wurde nicht eingehalten. Kurzum, wir wurden alle hinters Licht geführt.

Im Zuge dieser Entwicklungen haben sich die Konflikte natürlich zugespitzt. Da wir weiterhin an einer erfolgreichen Ausgliederung interessiert sind, haben wir selbstverständlich lange versucht, die Probleme intern zu klären.

Als sich die Probleme nicht mehr unter der Decke halten ließen, wurde beschlossen, mich und den Aufsichtsrat zu zerschießen, wie öffentlich gewordene Mails es auch bestätigen. Eine Neuwahl sollte erzwungen und die Wunschkandidaten stehen schon bereit. Die BILD hat sich da auch intensiv dran beteiligt, wie ebenfalls interne Mails von Herrn Elgeti mit einem unterwürfigen Redakteur eindrucksvoll belegen. Sowas hätte ich auch nicht für möglich gehalten.

Herr Elgeti spielt in diesem Schmierentheater leider die treibende Rolle und instrumentalisiert dabei sehr geschickt die Fanszene. Durch den systematischen Aufbau des „Feindbildes Harald Ahrens“ als Grund allen Übels wird die Fanszene (nicht nur) seit gestern Abend massiv durch führende Vertreter der aktiven Fanszene mobilisiert. Damit soll von dem tatsächlichen Geschehen abgelenkt und ich in die Knie und zur Aufgabe gezwungen werden.

Mein Appell an Euch: Fangt an, selber zu denken und fragt Euch mal, warum Herr Dahlmann mit seinen treuen Gesellen nachts in die Geschäftsstelle von Hansa wollte?

Entscheiden müsst Ihr nun alle auf der Mitgliederversammlung am 1. November.

Wollt Ihr das Schicksal unseres Vereins komplett in die Hände von Herrn Elgeti legen?

Oder wollt Ihr einen unabhängigen Aufsichtsrat, der Eure Interessen und die Interessen des Vereins wahrnimmt?

Ich selbst klebe nicht an dem Aufsichtsratsposten und mache den Weg für einen Neuanfang gern frei.

Vielleicht besinnt sich Herr Elgeti ja auch darauf, dass unser Verein nicht seine persönliche Spielwiese ist und die Fanszene nicht seine willfährigen Erfüllungsgehilfen sind, um weitere Millionen zu scheffeln. Ich will diesem Wunder nicht im Wege stehen.

Euer Harald Ahrens
Rostock, 2. Oktober 2015

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