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Ex-Hansa-Fußballer wird 50 : Meistermacher Doll im Feiermodus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit Ferencvaros Budapest hat er als Trainer gerade in Ungarn den Titel geholt – heute wird der Ex-Hansa-Fußballer 50 Jahre alt

Erst Meistersause, nun Geburtstagsparty: Thomas Doll kommt aus dem Feiern nicht heraus. Der frühere Bundesliga-Fußballer und heutige Trainer von Ferencvaros Budapest wird heute 50 Jahre alt – und das als frischgebackener Champion. Vor einer Woche führte der einstige Spieler des FC Hansa und Ex-Coach des Hamburger SV den Erstligisten nach zwölfjähriger Durststrecke in der ungarischen 1. Liga zum Titel – und das sechs Spieltage vor Saisonende. „Es ist ein herrliches Gefühl. Und der richtige Lohn nach zweieinhalb Jahren, in denen wir wirklich was aufgebaut haben“, so Doll.

Die Erfolgsgeschichte für den gebürtigen Malchiner in Budapest startete im Dezember 2013: „Ich habe wieder richtig Spaß. Jetzt denke ich wieder wie ein Fußball-Trainer“, sagte er. „Der Ossi ist im Osten. Ich passe hierher.“

Seine fußballerische Karriere begann der Offensivmann bei der BSG Lok Malchin. Zugunsten des Sports machte er eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagen-Monteur. Schnell wurde der FC Hansa auf sein Können aufmerksam, für den er dann bis 1986 als Stürmer in der DDR-Oberliga spielte. Mit dem Abstieg der Rostocker wurde Doll zum BFC Dynamo delegiert, wo er auch erste Erfahrungen im Europapokal der Landesmeister sammelte. In Berlin traf er auf Andreas Thom, mit dem er im Verein sowie in der DDR-Nationalmannschaft ein Angriffsduo bildete.

Im vergangenen Jahr holte Doll mit dem ungarischen Traditionsclub den Pokalsieg. Immer an seiner Seite: Co-Trainer Ralf Zumdick.

Dass die ungarische Liga im internationalen Vergleich eine untergeordnete Rolle spielt, stört den ambitionierten Coach nicht. „Egal, in welchem Land du arbeitest, du musst überall abliefern.“

Eine Devise, der Doll auch als Profi-Fußballer folgte. Nach dem Ende der DDR setzte sich der Offensivspieler als einer der wenigen Ostdeutschen auf allerhöchstem Niveau durch. In der Spielzeit 1990/91 wechselte er für die Rekordablöse von 15 Millionen Mark zu Lazio Rom in die Serie A – und überzeugte auch in Italien.

Später kehrte der 47-malige Nationalspieler (DDR 29, DFB-Auswahl 18) nach Deutschland zu Eintracht Frankfurt und anschließend zum HSV zurück. Eine Verletzungsserie leitete das Ende seiner Karriere ein.

2001 gab Thomas Doll im Nachwuchsbereich des HSV sein Trainerdebüt. 15 Jahre später holte er seinen ersten Meistertitel. Trotz einiger Angebote will er seinen Vertrag bei Ferencvaros bis Sommer 2017 erfüllen. „Ich habe schon im Winter zu unserem Präsidenten gesagt, dass ich das durchziehen möchte. Für mich ist das eine unglaublich reizvolle Aufgabe.“

Er genießt das Leben in Budapest in vollen Zügen. Lediglich 8000 statt 80  000 Zuschauer – für Doll, der noch immer im gewohnt legeren Outfit an der Seitenlinie steht, kein Problem. Auf den beiden Titeln will er sich nicht ausruhen. Die Planung für 2016/17 läuft schon, die für seine Geburtstagsfeier hingegen ist abgeschlossen. „Es gibt eine große Party mit 60, 70 Leuten“, so Doll zu seinem Eintritt in den Club der 50-er.

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