FC Hansa Rostock : Machtkampf bedroht Zukunft von Hansa

Michael Dahlmann, hier auf dem Trainingsgelände des FC Hansa, durchlebt gerade schwere Tage. 
Michael Dahlmann, hier auf dem Trainingsgelände des FC Hansa, durchlebt gerade schwere Tage. 

Wieder Unruhe bei Hansa: Nach den Krawallen gibt es Zoff zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Klarheit soll die Mitgliederversammlung bringen

svz.de von
29. September 2015, 21:00 Uhr

Der krisengeschüttelte Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock kommt nicht zur Ruhe. Eine Woche nach den skandalösen Ausschreitungen im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg und einen Monat vor der Mitgliederversammlung zur Ausgliederung der Profiabteilung liefert sich die Chefetage einen Schlagabtausch. Aufsichtsratschef Harald Ahrens (63) und Vorstandsvorsitzender Michael Dahlmann (37) stehen sich offensichtlich unversöhnlich gegenüber.

Die Fronten sind total verhärtet. „Zurücktreten werde ich nicht“, sagte Dahlmann der „Ostsee-Zeitung“. Ahrens hatte den seit Februar 2013 amtierenden Clubchef gegen die Vorwürfe vermeintlicher Verfehlungen in dessen Amtsführung nicht in Schutz genommen. Angeblich soll der Vertrag des Vereins mit dem Investor Rolf Elgeti für Hansa einen finanziellen Schaden zur Folge haben.

Dem widersprach Dahlmanns Anwalt Peter-Michael Diestel. Er bestätigte, dass es im Juli ein Angebot des Investors an den Aufsichtsrat gegeben habe. Elgeti wollte demnach auf acht Millionen Euro seiner Forderungen an den Verein für den Fall verzichten, dass Dahlmanns bis 2016 laufender Vertrag vorzeitig bis 2017 verlängert wird. „Ja, es gab das Angebot. Und nein, es kam nicht zu einem Beschluss durch den Aufsichtsrat. Ich kann diesen Sachverhalt so bestätigen“, sagte Diestel der „Bild“ (Dienstag).

Das Machtgezerre an der Spitze des einstigen Bundesligisten beunruhigt auch die Sportführung des Landes. LSB-Präsident Wolfgang Remer und Landesfußballverbandschef Joachim Masuch haben sich in einem Offenen Brief an den Aufsichtsrat für einen totalen personellen Neuanfang ausgesprochen. „Mit Ihrer Idee einer Nachwahl eines Aufsichtsratsmitglieds verhindern sie einen Neubeginn“, heißt es darin. „Die kluge Lösung ist deshalb ein umfassender personeller Neubeginn. Dafür werben wir nachdrücklich.“ Hansas Aufsichtsrat besteht nach vier Rücktritten nur noch aus fünf Mitgliedern. Deshalb soll auf der Mitgliederversammlung am 1. November eine Nachwahl stattfinden. Auf der Versammlung wird auch über die Ausgliederung der Profiabteilung abgestimmt.  Die Profisparte soll künftig von einer Spielbetriebsgesellschaft „F. C. Hansa Rostock GmbH & Co. KGaA“ geführt werden, an der der neue strategische Partner Rolf Elgeti Anteile erwarb. 75 Prozent der anwesenden Mitglieder müssen zustimmen.

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