Hansa Rostock : Kofler: So kann es weitergehen

Marco Kofler gegen Silkeborg mit „aus Protest“ verkehrt übergestreifter Kapitänsbinde („Die Deutschland-Fahne passt nicht zu einem Österreicher“) sowie in Mitleidenschaft gezogener rechter Hand (Trainer Baumann: „Die braucht er nicht unbedingt zum Fußballspielen“).
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Marco Kofler gegen Silkeborg mit „aus Protest“ verkehrt übergestreifter Kapitänsbinde („Die Deutschland-Fahne passt nicht zu einem Österreicher“) sowie in Mitleidenschaft gezogener rechter Hand (Trainer Baumann: „Die braucht er nicht unbedingt zum Fußballspielen“).

Personell sieht es gut aus, die Vorbereitung lief nach Plan – beim FC Hansa herrscht vor dem Saisonstart Optimismus

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21. Juli 2015, 12:00 Uhr

Gut gelaunt legte Marco Kofler von Fußball-Drittligist FC Hansa nach dem 2:1 im Test gegen die Dänen von Silkeborg IF die wenigen hundert Meter vom Volks- zurück zum Ostseestadion hinten auf dem „Gepäckwagen“ von Fahrer Peter „Ratte“ Rodert und Zeugwart Andreas Thiem zurück.

„Wir haben ein gutes Spiel gezeigt“, befand der Abräumer vor der Abfahrt. „So kann es weitergehen in der Meisterschaft, das pusht noch mal. Die Mannschaft ist spritzig, sie lebt. Es sind gute Typen dazugekommen. Die alte Mannschaft war gut und die neue wird noch besser“, meinte der Defensivmann nach der Generalprobe.

Kofler, der in der Winterpause nach Rostock kam und sofort Stammkraft wurde, hatte sich im April beim 1:0 über die Stuttgarter Kickers einen Mittelfußbruch zugezogen – nun meldete er sich ebenso wieder fit wie Marcel Ziemer, der wegen Bauchmuskelproblemen mehrere Wochen ausfiel. Der Torjäger konnte in der Vorbereitung bis dahin nur beim Rostocker FC mitwirken (3:1). Im Duell mit Silkeborg bestritt er nun genau wie Kofler eine Halbzeit. „Ich war beschwerdefrei und hoffe, dass alles hält“, sagte Ziemer. „Ich werde versuchen, mich in der Woche im Training zu empfehlen. Ob ich dann spiele, entscheidet der Trainer.“

Jener, Karsten Baumann, äußert sich zurückhaltend: „Von Anfang an wird das wahrscheinlich noch nichts werden, beide müssen sich noch rankämpfen.“ Der Fußball-Lehrer durfte allerdings befriedigt feststellen, dass er zum Saisonstart am Sonnabend um 14 Uhr im Ostseestadion gegen Aufsteiger Werder Bremen II nicht nur eine fähige Start-Elf aufbieten können wird, sondern dass da auch einiges an Alternativen zur Verfügung steht.

Denkbar wäre zum Beispiel eine Anfangsformation mit Schuhen – Gröger (an Stelle des für zwei Partien gesperrten Ahlschwede), Henn, Erdmann, Dorda – Gardawski, Baumgarten, Grupe, Bickel – Jänicke, Perstaller. In der Hinterhand hätte Baumann neben Kofler und Ziemer u. a. Hoffmann, Gottschling oder – bei entsprechender Fitness – Ikeng, die er ebenfalls bedenkenlos bringen könnte.

Die Personalsituation wie auch der Verlauf der Vorbereitung stimmen jedenfalls optimistisch, dass die Serie 2015/16 eine angenehmere wird als die vorherige. „Wichtig ist, dass wir besser sind als im vergangenen Jahr und vor allem zu Hause gewinnen“, so Ziemer.

Auf „eine bessere Saison als die letzte“ hofft auch Marco Kofler. Es sei „sicherlich nicht angebracht, davon zu reden, dass wir vorne mitspielen, aber wir wollen von Anfang an punkten und verhindern, dass wir wieder unten reinrutschen“, sagt der 1,95-Meter-Mann.

Im Match gegen Silkeborg war ihm nach einem missglückten Schussversuch nur drei Minuten, nachdem er in die Partie kam, einer der Jütländer versehentlich auf die rechte Hand getreten. Es sei aber halb so schlimm, gab Kofler nach dem Abpfiff Entwarnung. Er hätte mit einem ganz anderen „Problem“ zu kämpfen gehabt, nämlich als er von Matthias Henn bei dessen Auswechslung die Kapitänsbinde übernahm: „Die Deutschland-Fahne passt nicht zu einem Österreicher. Deshalb habe ich die Binde aus Protest falschherum getragen (mit der Aufschrift „Spielführer“ auf dem Kopf – d. Red.)“, scherzte der 26-Jährige.

Es kann durchaus sein, dass sowohl er, Marco Kofler, als auch Marcel Ziemer zum Saisonauftakt erst mal auf der Bank Platz nehmen. Dass beide jedoch auch im Saisonverlauf 2015/16 wieder eine bedeutsame Rolle für Hansa spielen werden, davon darf ausgegangen werden.


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