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Hansa Rostock : Jetzt meldet sich Dahlmann zu Wort

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der ehemalige Vorstands-Chef bezieht Stellung und erklärt seinen Rücktritt

von
erstellt am 06.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Heute ist der Tag der Entscheidung auf der Führungsebene des Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock. Um 18 Uhr tagt der Aufsichtsrat. Danach soll ein kommissarischer Vorsitzender für den Vorstand präsentiert werden, damit das Gremium weiter satzungsfähig ist.

Gestern meldete sich der ehemalige Vorstandsvorsitzende Michael Dahlmann auf Facebook zu Wort und nahm Bezug auf die Ausführungen des Aufsichtsratsvorsitzenden Harald Ahrens vom Freitag. In diesem Statement betitelt er Harald Ahrens als „Totengräber des Vereins“ und fordert die Hansa-Mitglieder und -Fans zum Handeln auf: „Bittet den Verein, die Aufzeichnung bzw. das Protokoll der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 10. Mai online zu stellen.“

Darüber hinaus gibt er detaillierte Ausführungen über die einzelnen Punkte, die ihm vorgeworfen wurden, wie zu den Darlehensverträgen und dem Veröffentlichen der E-Mails. Zudem begründet er erstmals seinen Rücktritt näher: „Weil ich diese mediale Hinrichtung einfach nicht mehr ertragen habe. Bachmann, …, Strafanzeige, der eigene Aufsichtsratsvorsitzende, der einem in den Rücken fällt, Innenminister und Polizeichef, ein weiteres Aufsichtsratsmitglied und ein ehemaliger Freund, der Aufsichtsratsvorsitzender war, sowie der ehemalige Wahlausschussvorsitzende. Das war am Ende zu viel.“ Für Dahlmann hat dann der vergangene Donnerstag das Fass zum Überlaufen gebracht: „Die Beschlagnahmung der Geschäftsstelle ist auch so ein Highlight im Wirken des Harald Ahrens.“ Vor allem aber habe er keinen anderen Ausweg gesehen, als den Rücktritt anzubieten, um eine einigermaßen annehmbare Rechtsposition und Ruhe für den Verein zu erhalten.

Auch verdeutlicht Dahlmann die Darlehensverträge: „Genau wie Frau Dr. Bachmann (Abgeordnete der Bürgerschaft – d. Red.) kann Harald Ahrens den Unterschied zwischen dem Kaufpreis einer Forderung und ihrer nominellen Höhe offenbar nicht begreifen. Der Kaufpreis lag bei 7,5 Millionen Euro und die nominelle Höhe bei 20,393 Millionen. Das heißt aber nicht, dass der Verein nur noch 7,5 Millionen Euro Schulden hat. ... Harald Ahrens hat sogar am 16. Juli dieses Jahres selbst den Aufsichtsratsbeschluss zum Forderungsverzicht unterzeichnet. ... Das Ganze ist aber eben in der Praxis nicht so einfach, da das Finanzamt eben auch immer mit am Tisch sitzt. Das Ganze ist aber nun geklärt, und etwa zwei Stunden vor dem Spiel gegen Magdeburg haben Aufsichtsrat, Vorstand und Rolf Elgeti zusammengesessen und eine komplette Einigung zu allen noch offenen Punkten inklusive Verständigung zu meiner Vertragsverlängerung erzielt. Vom Aufsichtsrat dabei waren Uwe Neumann, Torsten Völker und Harald Ahrens.“

Den Vorwurf über eine gewisse Nähe zur Ultra-Fanszene gibt Dahlmann nicht nur zu („Und das ist gut so…“), sondern begründet diesen auch: „Dort findet man neben den 50 bis 80 unverbesserlichen Gewalttätern nämlich nur Leute, denen Hansa so wichtig ist, dass sie den Verein als Lebensinhalt verstehen.“

Was die Veröffentlichung der E-Mails betrifft, geht der Ex-Vorstands-Boss hingegen in die Offensive: „Ich möchte mal festhalten, dass mir diese privaten E-Mails gestohlen wurden. Es gibt ein grundgesetzlich geschütztes Post- und Fernmeldegeheimnis und dieses wurde hier massiv gebrochen. Es ist sicherlich nicht schön, was in den E-Mails steht, aber auch hier muss ich mal einiges richtig stellen: Ich habe Harald Ahrens zu keiner Zeit bedroht. Es gab die Äußerung ,vogelfrei‘, allerdings nicht von mir und auch wurde diese innerhalb von wenigen Stunden zurückgenommen mit einer Entschuldigung versehen.“

Die Sympathien der Fanszene für den Ex-Vorstands-Boss zeigen sich indes in einer gegründeten Gemeinschaft im sozialen Netzwerk Facebook.

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