Hansa-Coach Peter Vollmann : Jeder Einzelne muss sich hinterfragen

Hansa-Trainer Peter Vollmann erwartet von seiner Truppe eine engagierte Trainingswoche und hofft, dass das Team die Sinne wieder auf das Wesentliche schärft. Georg Scharnweber
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Hansa-Trainer Peter Vollmann erwartet von seiner Truppe eine engagierte Trainingswoche und hofft, dass das Team die Sinne wieder auf das Wesentliche schärft. Georg Scharnweber

"Jetzt geht es darum, wieder die Sinne zu schärfen und uns neu aufzustellen, damit wir im nächsten Spiel wieder erfolgreich sein können", sagte Hansa-Trainer Vollmann nach der 0:1-Heimschlappe gegen den VfB Stuttgart II.

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01. Februar 2011, 09:43 Uhr

Rostock | "Jetzt geht es darum, wieder die Sinne zu schärfen und uns neu aufzustellen, damit wir im nächsten Spiel wieder erfolgreich sein können", sagte Hansa-Trainer Peter Vollmann nach der 0:1-Heimschlappe gegen den VfB Stuttgart II.

Doch was meint der Fußball-Lehrer damit? Waren die Kicker etwa abgelenkt und träumten schon zu sehr vom großen Ziel - Aufstieg? Oder nahmen sie die "Schwaben-Bubis" gar auf die leichte Schulter? Der 53-Jährige formuliert es diplomatisch: "Mein Eindruck war, dass wir nach der Mannschaftssitzung schon anders aus dem Raum gekommen sind als zum Beispiel vor der Partie gegen Erfurt (3:0 - d. Red.). Warum das so war, kann ich jetzt auch nicht erklären. Das ist immer schwer zu fassen. Es war so eine Art Bauchgefühl und die Erfahrungswerte, die ich im Umgang mit dem Team bisher sammeln konnte. Ich hatte den Eindruck, dass irgendwie die letzte Spannung fehlte."

Der Chefcoach fordert jetzt eine Reaktion auf die Pleite und hofft, dass sich jeder Kicker hinterfragt: "Der Einzelne muss für sich klären, ob er alles richtig gemacht hat, mit dem nötigen Einsatz und der passenden Einstellung in diese Begegnung gegangenen ist. Eben den ganzen Katalog durchgehen. Das soll unter dem Strich herauskommen und gehört zu einer Analyse sowie Aufarbeitung einer Niederlage dazu. Wenn wir auf einer Ebene, egal welche das ist, auch nur ein paar Prozente nicht abrufen, bekommen wir sofort gegen jeden Kontrahenten Probleme."

Aber Vollmann stellt sich auch hinter sein Team und nimmt die Spieler in Schutz. "Man muss Tobias Jänicke, Mohammed Lartey und Björn Ziegenbein auch mal Formschwankungen zugestehen. Aber natürlich leben wir von ihrer Kreativität, die an diesem Tag nicht da war", erklärt der Trainer und moniert, dass seine Truppe den Plan B nicht umgesetzt hat: "Wir haben uns zu lange an Plan A festgehalten, hätten uns früher darauf einstellen müssen, mit einem Unentschieden zufrieden zu sein. Und nach dem Rückstand muss man einfach versuchen, sich Zufallschancen zu erarbeiten, indem man sie eben erzwingt oder erdrückt. So etwas gibt es im Fußball auch. Aber wir haben überwiegend im normalen Schema weitergemacht."

Wegen der vierten Saisonpleite jetzt in einen Negativtrott zu verfallen, davon will Peter Vollmann nichts hören. "Eine Niederlage ist auch gleichzeitig eine Chance, und zwar, dass die Truppe alles daran setzt, es wiedergutzumachen. Und jetzt zu denken, nur weil ich eine Partie verloren habe, verliere ich auch die nächste, wäre völlig verkehrt. Ich halte nichts von Negativgedanken. Da denke ich lieber in die positive Richtung und richte den Blick auf die kommende Woche. Dazu gehört ein gutes und engagiertes Training, das man dann im Spiel in Koblenz auch umsetzt. Nur darauf kommt es an."

Neben dem Arbeiten auf dem Platz wird Peter Vollmann in den kommenden Tagen aber auch auf die Psyche der Kicker eingehen. "Das gehört natürlich auch dazu. Wir werden sicherlich im mentalen Bereich auf die Mannschaft einwirken", sagte der Coach.

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