FC Hansa Rostock : Ist das Märchen vom Aufstieg schon ausgeträumt?

Ist in dieser Woche der Seelenheiler: Hansa-Trainer Pavel Dotchev muss nach den Rückschlägen in der englischen Woche – zwei Niederlagen, ein Unentschieden – seine Mannschaft wieder aufbauen.
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Ist in dieser Woche der Seelenheiler: Hansa-Trainer Pavel Dotchev muss nach den Rückschlägen in der englischen Woche – zwei Niederlagen, ein Unentschieden – seine Mannschaft wieder aufbauen.

Nur ein Punkt aus der englischen Woche bringt den FC Hansa in der 3. Fußball-Liga ins Straucheln – Trainer will das Team aufrichten

svz.de von
13. März 2018, 06:25 Uhr

Die Bilanz des FC Hansa in der englischen Woche der 3. Fußball-Liga dämpft jede Euphorie bei Mannschaft und Umfeld. Mit einem Punkt von möglichen neun müssen die Rostocker die zurückliegenden drei Spiele wohl erst einmal verdauen. „Wir hätten locker nach diesem Aufwand auch neun Punkte haben können. Wir haben viel Energie investiert und viel Kraft verloren, stehen nun aber mit leeren Händen da“, sagt Trainer Pavel Dotchev verärgert, fordert aber: „Gerade jetzt müssen wir uns zeigen und nicht verstecken, sondern positiv an die Sache herangehen.“

Dies wird nach den Last-Minute-Niederlagen gegen den SC Paderborn (2:3) wie auch gegen Zwickau (0:1) eine Mammutaufgabe für den Fußball-Lehrer und sein Trainerteam. „Das Ergebnis gegen Paderborn ist der Unterschied zu einer Spitzenmannschaft, auf dem Platz selbst war nicht zu erkennen, wer Spitzenreiter ist“, merkt Dotchev an.

Besonders hart: Für die Hanseaten folgt nun erneut eine englische Woche, denn das ausgefallene Spiel bei der Sonnenhof Großaspach muss in der kommenden Woche nachgeholt werden, zuvor wartet der Auswärtsauftritt beim VfR Aalen. „Wir haben jetzt wieder zwei Spiele, die wir gewinnen wollen. In diese müssen wirgestärkt und mit breiter Brust gehen, das muss unser Weg sein“, so der Coach, der seinen Schwerpunkt in der Trainingswoche darin sieht, der Mannschaft wieder Frische zu geben und sie aufzurichten. „Wir brauchen nicht jammern oder sagen, dass der Zug abgefahren ist. Wir haben einen Rückschlag bekommen, aber das wird uns nicht umwerfen“, ist sich Pavel Dotchev sicher.

 

Ist das Märchen vom Aufstieg schon ausgeträumt? So sehen das die Redakteure:

Nein! Als Underdog aufbäumen

Köpfe hängen lassen, ist noch nicht beim FC Hansa! Es sind noch 30 Punkte für die Rostocker in der 3. Fußball-Liga zu holen. Wenn auch die ersten beiden Platzierten mit jeweils zehn Zählern Vorsprung nicht mehr einzuholen sind, ist Rang drei noch in der Verlosung. Lediglich sieben Punkte sind es bis dahin. Und: Hansa muss noch gegen alle drei Mitkonkurrenten – Fortuna Köln, Karlsruher SC und Wehen Wiesbaden – antreten. Und die drei müssen noch gegen beide Spitzenreiter aufs Feld und könnten so selbst Punkte lassen…

Dass die Hanseaten gegen die vermeintlich besseren Teams der Liga siegen können, haben sie schon beim 1:0 gegen Magdeburg bewiesen. Die dafür notwendige Comeback-Qualität und der Kampfgeist stecken in der verschworenen Truppe. Zeigte sie nach Niederlagen doch immer die passende Reaktion. Ein Beispiel für einen Endspurt mit gutem Ausgang ist Dynamo Dresden in der Saison 2010/11. Die Sachsen sicherten sich mit fünf Siegen in Folge noch Platz drei und gewannen anschließend die Relegation. Also kann auch noch Hansa die Überraschung gelingen. Fest steht in jedem Fall: Die Rolle des Underdogs liegt diesen Hanseaten ausgezeichnet.

Marie Boywitt

Ja! Der Abstand ist einfach zu groß

Was haben die Partien gegen Münster, Werder Bremen II und Zwickau gemeinsam? Richtig – in den Duellen verspielte der FC Hansa seine Chance, in dieser Saison ganz vorne in der Tabelle mitzumischen. Es sind die Punkte gegen die „Kleinen“, die den Rostockern jetzt fehlen. In den sechs Partien gab es keinen einzigen Sieg und nur vier von 18 möglichen Zählern.

Bei aktuell zehn Punkten Rückstand auf das Spitzenduo Paderborn und Magdeburg sowie sieben Zähler auf den Dritten Karlsruhe wird klar, wieso die Ostseestädter derzeit nur Sechster sind.

Zudem ist die Spitze einfach zu breit, um den Rückstand in den ausstehenden zehn Partien noch aufzuholen. Hansa müsste nahezu alle Spiele gewinnen, die Konkurrenz im Kampf um den Aufstiegs- Relegationsplatz in mehr als einem Drittel patzen. Angesichts der Formstärken des Karlsruher SC, der seit dem 1. Oktober ungeschlagen ist, Wehen Wiesbaden (4./drei Siege in Serie) und Fortuna Köln (5./fünf Dreier in Folge) ist es unwahrscheinlich, dass das komplette Trio jetzt noch einbricht. Das macht deutlich, dass der Abstand des FC Hansa nach oben einfach zu groß ist, um noch eingreifen zu können.

André Gericke

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