FC Hansa Rostock : In Halle ein 0:0 erkämpft

Gestolpert, aber nicht zu Fall gebracht: Der FC Hansa – hier Dennis Erdmann (rechts) – ließ sich beim 0:0 in Halle (links Tobias Müller) auch in Unterzahl nicht den Schneid abkaufen, sondern erkämpfte sich einen verdienten Punkt.
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Gestolpert, aber nicht zu Fall gebracht: Der FC Hansa – hier Dennis Erdmann (rechts) – ließ sich beim 0:0 in Halle (links Tobias Müller) auch in Unterzahl nicht den Schneid abkaufen, sondern erkämpfte sich einen verdienten Punkt.

FC Hansa überzeugt mit Leidenschaft und toller Moral

svz.de von
14. August 2016, 20:00 Uhr

Zum dritten Mal in Serie blieb Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock ohne Gegentreffer. Da die Ostseestädter aber auch selbst kein Tor erzielen konnten, reichte es in Halle vor 8631 Zuschauern nur zu einem 0:0-Unentschieden. „Das Positive ist, dass wir im dritten Spiel in Folge ungeschlagen geblieben sind, und dreimal hinten zu null ist auch gut. Sicher will man als Sportler immer gewinnen, aber der Punkt ist unter dem Strich okay“, sagte Hansa-Kicker Dennis Erdmann, der gegen den HFC als alleiniger Sechser im defensiven Mittelfeld abräumte.

Davor hatte Trainer Christian Brand eine Vierer-Reihe mit Stefan Wannenwetsch und Michael Gardawski in der Zentrale aufgeboten. Zudem erhielt Melvin Platje den Vorzug vor Marcel Ziemer. Mit dieser taktischen Ausrichtung kamen die Gastgeber zunächst überhaupt nicht zurecht. Hansa bestimmte die Anfangsphase und hatte schon nach weniger als zehn Minuten vier Eckbälle (am Ende 9:6 aus FCH-Sicht) auf dem Konto. Allerdings machten die Norddeutschen daraus zu wenig. Stephan Andrist (4./Freistoß) und Marcus Hoffmann (5./Kopfball daneben) hatten die ersten verheißungsvollen Torraumaktionen.

Danach fehlte den Gästen so ein bisschen der Mut, auch das letzte Risiko einzugehen, so dass einige verheißungsvolle Angriffe nicht konsequent zu Ende gespielt wurden. Zweimal war es Tobias Jänicke, der seine Hereingaben (24., 38., 41.) nicht zum Mitspieler brachte. Halle wurde vor dem Wechsel einzig bei einem Distanzversuch von Hilal El-Helwe gefährlich, den Keeper Marcel Schuhen jedoch parierte (44.).

Die zweite Halbzeit begann furios. Zunächst verhinderte Schuhen gegen Martin Röser den Rückstand (48.). Im Gegenzug bekam Hansa die große Chance zum 1:0. Andrist schlug eine Flanke auf Platje, der mit seinem Kopfball aus fünf Metern jedoch am Hallenser Schlussmann Fabian Bredlow scheiterte (49.).

Danach rückte Hansa-Kapitän Michael Gardawski in den Mittelpunkt. Zunächst produzierte der 25-Jährige einen Querschläger, infolge dessen plötzlich Benjamin Pintol zu einer großen Chance kam, jedoch neben den Kasten schoss (59.). Nur eine Minute später war Hansa plötzlich in Unterzahl, weil Gardawski die zweite gelbe Karte sah und folglich mit Gelb-Rot vom Platz musste. Eine äußerst strittige Entscheidung. „Das war kein Foul, sondern ein normales Kopfballduell. Danach bekommt der Hallenser seinen Körper einfach nicht rein, und Michael Gardawski gewinnt den Ball“, beschreibt Erdmann die Szene: „Der Schiedsrichter war überzeugt, dass es Gelb-Rot war. Diese Meinung hat er wohl exklusiv.“

In der letzten halben Stunden verteidigten die Rostocker gegen ideenlose Hallenser das 0:0 und feierten in Unterzahl wenigstens einen Teilerfolg. „Fünf Punkte nach vier Spielen sind absolut in Ordnung. Wir tun gut daran, ruhiger an die Sache ranzugehen“, so Erdmann.

Trainerstimmen:

Rico Schmitt (Hallescher FC): Wir sind ganz schwer reingekommen, haben uns nach 15 bis 20 Minuten ein bisschen freigespielt, wenngleich es Hansa geschickt gemacht hat. Dennoch waren wir sehr engagiert, haben uns reingebissen. Leider nutzten wir unsere Chancen nicht.

Christian Brand (FC Hansa Rostock): Ich möchte meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Sie hat eine beeindruckende Leistung gezeigt. Vor allem in der ersten Hälfte waren wir das bessere Team, haben taktisch sehr gut umgesetzt, was wir in dem einen Trainingstag, der uns blieb, einstudiert hatten. Wir ließen Halle nicht zur Entfaltung kommen und setzten immer wieder Nadelstiche. Nach der Pause hatten wir die große Chance, durch den Kopfball von Melvin Platje das Spiel für uns zu entscheiden. Im Anschluss an die gelb-rote Karte war es richtige Knochenarbeit. Was das Team dann nach drei Spielen in zehn Tagen rausgehauen hat, war sehr beachtlich und beeindruckend.

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