„Ich finde meinen Job nicht schlecht“

Vom Reservisten zur Nummer 1: Keeper Jörg Hahnel hat in seiner nunmehr achtjährigen Laufbahn beim FC Hansa alle Höhen und Tiefen durchlebt.
Foto:
1 von 2
Vom Reservisten zur Nummer 1: Keeper Jörg Hahnel hat in seiner nunmehr achtjährigen Laufbahn beim FC Hansa alle Höhen und Tiefen durchlebt.

Ob als Stammkeeper, „gute Nummer 2“ oder Leitfigur: Keeper Jörg Hahnel will dem FC Hansa noch viele Jahre helfen

svz.de von
04. Dezember 2013, 21:05 Uhr

Hansa-Keeper Jörg Hahnel gab beim 1:0-Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt ein erfolgreiches Comeback. Folgerichtig sprach Trainer Andreas Bergmann dem 31-Jährigen bis zur Winterpause sein Vertrauen aus. Vor dem morgigen Auswärtsspiel bei Wehen Wiesbaden (19 Uhr, Brita-Arena) äußerte sich der dienstälteste Hansa-Spieler über die Rückkehr ins Tor, die Qualität der Mannschaft und seine ewige Rolle als „gute Nummer 2“.
Jörg Hahnel, seit dem vergangenen Spieltag sind Sie wieder Hansas Nummer eins. Welches Gefühl war es, zwischen die Pfosten zurückzukehren?
Hahnel: Ich bin glücklich, wieder die Chance bekommen zu haben. Nach der Saisonvorbereitung wurde ich zunächst zur Nummer 1 ernannt. Am 1. Spieltag gegen Kiel ist es für mich mit der roten Karte gleich ärgerlich gelaufen. Danach habe ich mich aber nicht hängen lassen und versucht, mich einzubringen und meine Mitspieler zu unterstützen.
Damit haben Sie vorerst Ihren Konkurrenten Johannes Brinkies verdrängt. Eine Genugtuung für Sie?
Nein, davon bin ich weit entfernt. Das wäre vielleicht mit 22 als junger Spieler der Fall gewesen. Dennoch schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits tat es mir leid, als „Pommes“ ein paar Fehler gemacht hat. Andererseits habe ich mich gefreut, dass ich wieder im Tor stehen durfte.
Sie gelten seit Jahren als Hansas „gute Nummer 2“, mussten häufig für einen anderen Keeper ihren Stammplatz räumen. Nervt Sie die ewige Reservistenrolle?
Ich spiele jetzt für Hansa meine achte Saison, habe alle Höhen und Tiefen in der 1., 2. und 3. Liga mitgemacht. Ob das berechtigt ist oder nicht, die Trainer entscheiden, so ist das nun mal. Ich kann nur versuchen, mein Bestes anzubieten. Ich habe oft gehört, dass ich nicht der schlechtere Torhüter bin, sondern weil in dem Moment die Situation so war. Als Herr Walke (in der Zweitliga-Saison 2009/10 – d. Red.) geholt wurde, galt er als der beste Keeper der 2. Liga. Da habe ich mich halt als der zweitbeste Torhüter der 2. Liga gesehen. Das ist halt mein Los.
Können Sie sich noch motivieren?
Natürlich, ich finde meinen Job nicht schlecht. Es gibt andere Berufsfelder, bei denen man mehr ranklotzen muss. Ich bin jeden Tag an der frischen Luft und kann mit Jungs zusammen arbeiten, mit denen es mir Riesenspaß macht. Es war ja nicht das erste Mal, dass ein Trainer mich auf die Bank gesetzt hat. Sicher muss man nach der Entscheidung erst mal zwei, drei Tage schlucken, aber dann geht’s halt wieder von vorne los.
Was unterscheidet den derzeitigen Kader von früheren Teams?
Ich will da keine großen Vergleiche anstellen. Der Verein hat in dieser Saison eine spannende Situation geschaffen, auf der wir wieder aufbauen können. Nach einem guten Start standen wir zwischendurch kurz vor den Abstiegsplätzen, jetzt geht es wieder in die andere Richtung. Da fiebert man schon mit und stachelt seine jungen Mitspieler an. Keiner lässt sich hängen. Falls doch, werden wir ihn verbal oder körperlich darauf aufmerksam machen. (lacht)
Werden Sie Ihre Karriere beim FC Hansa ausklingen lassen?
Ich habe immer das Gefühl, dass die Leute denken, ich sei schon 36. Ich habe hier beim FC Hansa vor einiger Zeit einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben, da wurde schon spekuliert, was ich nach meiner aktiven Laufbahn machen werde. Im Ernst: Ich fühle mich mit meiner Familie in Rostock sehr wohl und will hier noch ein paar Jahre so gut wie möglich aktiv Fußball spielen. Sofern es der Verein möchte und meine Knochen heil bleiben, kann ich der Mannschaft noch lange helfen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen