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Tommy Grupe : Ich bin bereit, wieder einzusteigen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Defensiv-Spezialist Tommy Grupe meldet sich nach überwundenem Kreuzbandriss zurück und genießt jeden Moment auf dem Platz

„Ich genieße jeden Moment auf dem Trainingsplatz mit der Mannschaft“, sagt er selbst, und Chefcoach Karsten Baumann meint: „Er ist hochmotiviert, ich muss ihn ein bisschen bremsen.“

Tommy Grupe ist wieder da – der einzige gebürtige Rostocker im Kader des Fußball-Drittligisten FC Hansa meldet sich gesund zurück: Vor einer Woche beim SV Wehen Wiesbaden (2:1) stand er erstmals nach mehr als zehn Monaten wieder im Kader.

Rückblick auf die vergangene Saison: Grupe ist ein fester Bestandteil des Teams. Er bestreitet bis zu seiner Verletzung 27 von 29 Spielen, wird zwar 17-mal „nur“ eingewechselt, absolviert aber auch neun Partien über die volle Zeit.
Profi zwischen Stammkraft und Edelreservist, in jedem Fall einer, den der Trainer stets bedenkenlos bringen kann. Der auch drei Tore erzielt,
zwei allein beim 3:1 in Unterhaching am 8. Februar 2014.

Tommy Grupe, eine verlässliche Größe. Bis zum Vormittagstraining des 20. März 2014: „Ich wollte aufs Tor schießen, sprang dabei hoch und bin beim Aufkommen in ein Loch gekommen, mit dem Fuß umgeknickt und habe mir das ganze linke Knie verdreht. Ich wusste sofort, dass es etwas Schwereres ist. Das hat ja richtig geknallt…“

Die Untersuchung ergibt einen Kreuzbandriss. Der 1,92 Meter lange Defensiv-Spezialist wird in Berlin operiert. Quält sich durch die zermürbende Zeit der Reha. Arbeitet viel allein mit den Physios. Besonders auf die Unterstützung seiner Eltern Andrea und Roland kann der Rekonvaleszent in dieser schweren Zeit bauen.

Doch die ist jetzt vorbei. Der frühere Jugend-Nationalspieler (18-mal für die deutsche
U 15 bis U 18) ist froh, endlich wieder richtig im Kreise der Kollegen zu sein: „Ich bin komplett wieder eingestiegen. Das Knie hat nicht reagiert, alles ist gut und schmerzfrei. Ich habe ein sicheres Gefühl, dass nicht erneut was passiert, und der Gedanke, dass das Kreuzband bei der Flankenverwertung riss, ist raus aus dem Kopf, da gibt es keine Hemmschwelle. Spritzigkeit und Schnelligkeit werden von Tag zu Tag besser. Ich gehe immer aggressiver und stabiler in die Zweikämpfe. Mit jeder Einheit komme ich mehr rein und hoffe, wieder an meine alten Leistungen anknüpfen zu können.“

Tommy Grupe spielt (nach einem kurzen Anfänger-Intermezzo beim FSV Kritzmow) bereits seit der F-Jugend für den FC Hansa, unterbrochen nur vom zweiten Halbjahr 2012 beim SC Preußen Münster. Er wurde mit den Rostocker A-Junioren 2010 Deutscher Meister (1:0 im Finale bei Bayer Leverkusen). Im Jahr darauf stand er als Kapitän mit ihnen im DFB-Pokalfinale. Dieses ging gegen den SC Freiburg nach einem 2:2 ins Elfmeterschießen. Auch Grupe trat vom Punkt an, verwandelte, doch am Ende hieß es 3:5…

Mit seinen Verdiensten von früher würde der Reutershäger freilich nie angeben. Grupe – der über Zweitliga-Erfahrung verfügt, wenn sie auch bis jetzt nur aus einmal 90 Minuten besteht – ist kein Lautsprecher, eher ein stiller Typ, einer, der nicht durch ein großes Mundwerk auffällt. Zumal er genau einordnen kann, dass es gerade jetzt um keinen Einzelnen gehen kann. Die Existenz des Vereins steht auf dem Spiel, einzig der Klassenerhalt zählt – wegzukommen vom vorletzten auf allerwenigstens den rettenden vierten Platz von hinten. „Ich glaube fest daran, dass wir das schaffen“, sagt Grupe. „Wir wollen als Mannschaft gemeinsam da rauskommen. Jeder von uns ist
gewillt und hat verstanden, worum es geht. Wir haben genug Qualität im Team, das 2:1 bei Wehen Wiesbaden hat es gezeigt. Diese Qualität müssen wir jetzt auch in den verbleibenden 15 Spielen abrufen.“

„Ich muss zugeben, ich kenne Tommy, da er ja auch lange verletzt war, noch nicht hundertprozentig von früher“, sagte Karsten Baumann noch zu Beginn des Trainingslagers in Spanien. Inzwischen hat er sich ein genaueres Bild machen können: „Wir werden ihn langsam wieder heranführen, müssen sehen, inwieweit er in der Rückrunde wieder zu alter Form findet und wo wir ihn dann einbauen.“

Für welche Position er in Frage kommt, ob als Innenverteidiger oder wie vor dem Kreuzbandriss als „Sechser“ im Mittelfeld, wäre für Tommy Grupe, dessen Vertrag noch bis 2016 läuft, erst mal nicht vordergründig: „Ich mache beides gerne. Es ist mir egal, solange ich Einsatzzeiten habe. Ich will diese Saison noch soviele Spiele wie möglich machen und bin bereit, wieder einzusteigen.“

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