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Hansa Rostock : Hoffnung auf eine sorglose Saison

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

von
erstellt am 24.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Vom Personal her scheint es zu passen, die Vorbereitung lief gut, die allgemeine Stimmung ist es auch, sogar der DFB-Pokal-Wettbewerb ist mal wieder erreicht worden, und so katastrophal wie 2014/15 (beziehungsweise, um zu präzisieren, jener Teil der Saison, der im vergangenen Kalenderjahr stattfand) kann es eigentlich sowieso nicht noch einmal kommen.

Also warum sollte es nicht möglich sein, dass dem FC Hansa in der 3. Fußball-Liga zur Abwechslung mal eine völlig sorglose Serie beschieden ist? Ohne dass die Rostocker etwas mit den Plätzen 18 bis 20 zu tun bekommen und ohne dass der Verein wirtschaftlich ins Schlingern gerät?!

Abräumer Marco Kofler hat dieser Tage das sportliche Ziel für 2015/16 treffend formuliert: „Es ist sicherlich nicht angebracht, davon zu reden, dass wir vorne mitspielen, aber wir wollen von Anfang an punkten und verhindern, dass wir wieder unten reinrutschen.“

Trainer Karsten Baumann sagt: „Wir haben eine richtig gute Truppe zusammenbekommen. Die Spieler haben alle Lust, was zu erreichen, aber viele sind neu und müssen erst integriert werden. Nach einigen Jahren, in denen es für Hansa nicht so optimal lief, tun wir gut daran, ein bisschen kleinere Brötchen zu backen. Wir werden nach zehn Spielen ein Fazit ziehen. Dann sehen wir, wo die Reise hingeht.“

Der Sportliche Leiter Uwe Klein ergänzt: „Es gibt in Deutschland nur eine Mannschaft, die immer schon vorher ganz klar sagen kann, was sie erreichen will, und die spielt in Rot-Weiß. Wenn wir von kleineren Brötchen sprechen, bedeutet das nicht, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen wollen. Es geht nur darum, dass man sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt. Wir haben aus verschiedensten Gründen wieder einen großen Umbruch. Wenn man ein großes Ziel erreichen will, braucht man Zwischenziele. Darum wollen wir erst mal den 10. Spieltag abwarten.“

Nach unbefriedigenden Plätzen zwölf und 13 in den Jahren davor war für 2014/15 „eine deutlich bessere Position“ (so der damals im Amt befindliche Coach Peter Vollmann) angestrebt worden. Es war die Rede davon, 20 (!) Partien zu gewinnen, dann sei alles möglich.

In der gesamten Saison kratzte Hansa letztlich elf Siege zusammen. Von ihren 19 Heimspielen entschieden die Ostseestädter ganze sieben für sich. Und zum Abschluss standen satte 68 Gegentore zu Buche (im Schnitt 1,789 pro Begegnung) – schlechter war keiner in der 3. Liga. Das sind, kurz aufgelistet, die hauptsächlichen Punkte, die in der bevorstehenden Serie zu verbessern sind, um nicht abermals bis zum letzten Spieltag vor der Regionalliga Nordost Angst haben zu müssen.

Nicht noch einmal soll eine Hansa-Mannschaft als Siebzehnter (auf dem ersten Nichtabstiegsplatz) nur mit äußerstem Ach und Krach zum Klassenerhalt gelangen!

Es ist doch schlimm genug, dass die stolze Kogge beispielsweise nicht, wie es ihr an sich vom Selbstverständnis her zusteht, im Bremer Weserstadion vor Anker gehen darf (wie u. a. zwölfmal in der 1. Bundesliga), sondern beim SV Werder II die Demütigung von (Neben-) „Platz 11“ über sich ergehen lassen muss?! Wenngleich es sich fraglos um eine gepflegte Spielstätte handelt. Davon abgesehen, dass Bremens „Zweite“, Aufsteiger aus der Regionalliga Nord, zum Auftakt erst mal im hiesigen Ostseestadion antritt.

Ab morgen 14 Uhr werden die Weiß-Blauen hoffentlich da wieder anknüpfen, wo sie zu Jahresbeginn 2015 unter Baumann & Klein anfingen: 24 Punkte aus zwölf Begegnungen, davon sieben Dreier, inklusive sechs nicht verlorene Heimspiele hintereinander, darunter fünf Siege am Stück. Und die 54 erzielten Tore der Vorsaison, an denen darf sich der FCH auch gern orientieren, denn die waren keineswegs Ausbeute eines Abstiegskandidaten: Häufiger trafen 2014/15 nur Bielefeld (1.), Duisburg (2.) und die Stuttgarter Kickers (4.)!

Prognose: Eine inakzeptable Bilanz von 17 Punkten aus 22 Spielen, mit denen in der vergangenen Serie in die Winterpause gegangen wurde, ist nicht noch einmal vorstellbar. Die Mannschaft sollte imstande sein, sich von der Abstiegsregion fernzuhalten. Diesmal gerät Hansa nicht in Gefahr. Eventuell kann sogar ein Platz in der oberen Tabellenhälfte ins Visier genommen werden – also Zehnter oder weiter nördlich.

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