Mitgliederversammlung FC Hansa Rostock : Hitzige Diskussionen bis tief in die Nacht hinein

Investor Rolf Elgeti (Mitte), der kommissarische Vorstandsvorsitzende Dr. Chris Müller (rechts) und  Vorstand Sport Uwe Klein bei der gestrigen Versammlung.
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Investor Rolf Elgeti (Mitte), der kommissarische Vorstandsvorsitzende Dr. Chris Müller (rechts) und  Vorstand Sport Uwe Klein bei der gestrigen Versammlung.

Stundenlange Mitgliederversammlung beim FC Hansa - Vorstandsboss Müller präsentiert tiefrote Zahlen. Der neue Aufsichtsrat wurde gewählt

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01. November 2015, 23:07 Uhr

Stunden der Wahrheit bei Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock: Bei der Mitgliederversammlung legte der kommissarische Vorstands-Chef Dr. Chris Müller die aktuelle finanzielle Situation des Vereins dar. Den 2047 anwesenden (davon 1906 stimmberechtigt) von insgesamt 10489 Mitgliedern präsentierte er alles andere als rosige Zahlen. „Das Wirtschaftsjahr 2014/15 war sehr angespannt und wurde mit einem Negativ-Ergebnis von 1,8 Millionen Euro abgeschlossen. Ursache dafür war das schlechte sportliche Abschneiden der Mannschaft, wodurch die Zuschauer- und Werbeeinnahmen zurückgingen. Der Weg der Ausgliederung (soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Januar beschlossen werden – d. Red.) ist  wichtig und alternativlos. Ab Montag krempeln wir die Ärmel hoch. Ich glaube weiter an den Verein und seine Zukunft“, so Chris Müller.

Es konnten zwar Transfererlöse erzielt und somit auch der Vergleich mit Carsten Maschmeyer (Transfer des dänischen Ex-Hansa-Kapitäns Martin Retov) endgültig abgeschlossen werden, doch die laufenden Kosten „fressen“ den FC Hansa derzeit auf. „Es müssen  Sparmaßnahmen eingeleitet werden, die tun immer weh, aber es ist nicht anders zu realisieren. Wir  haben bisher schon genügend Hilfe von der Stadt, vom Land oder Infront bekommen. Nun wurde zum Glück ein Investor gefunden. Hansa muss aus eigener Kraft in der 3. Liga auf gesunden Füßen stehen. Das geht, ohne dass der Verein ausblutet. Es gilt, aber noch einige dicke Steine aus dem Weg zu räumen. Die Liquidität ist aus dem Vier- Millionen-Euro-Darlehen aus dem Sommer gesichert, das uns auch die Lizenz gebracht hat. Wir brauchen die Liquidität  bis zum Jahresende auf  900 000 Euro auf. Bis zum Saisonende wird sie reichen“, sagte der Vorstandsboss, der während der Veranstaltung unter anderem von Investor Rolf Elgeti unter Druck gesetzt wurde. Der Finanz- und Immobilienexperte fragte nach dem Jahresabschluss von 2014/15, ob dieser vom Vorstand beschlossen, vom Aufsichtsrat festgestellt und von den Mitgliedern eingesehen werden kann. Daraufhin musste Müller einräumen, dass es keinen gibt. Im Anschluss daran wurde die Entlastung der höchsten Vereinsorgane – Aufsichtsrat und Vorstand – zurückgesetzt.

In teilweise hitzigen Diskussionen wurden die Ereignisse der vergangenen Wochen von den Mitgliedern hinterfragt. Großes Interesse herrschte in Bezug auf den E-Mail-Verkehr zwischen Teilen der Fanszene, Rolf Elgeti sowie Ex-Vorstandsboss Michael Dahlmann, vor allem, wie diese Internas an die Öffentlichkeit gelangen konnten. Der ehemalige Aufsichtsrats-Chef Harald Ahrens betonte erneut, dass er  nicht dafür verantwortlich  sei.

Die Zusammenkunft dauerte bis in die Nacht. Jörg Hempel, Uwe Neumann und Harald Ahrens sind aus dem Aufsichtsrat zurückgetreten. Über Torsten Völker und Ingo Brauer wurde abgestimmt. Die Auszählung ergab, dass beide im Gremium verbleiben. Ihnen wurde von den Mitgliedern das Vertrauen ausgesprochen.

Sebastian Eggert (Mitbegründer der Suptras) hat seine Kandidatur zurückgezogen. Der 34-Jährige kündigte bereits im Vorfeld diesen Schritt an, sollte Torsten Völker im Aufsichtsrat verbleiben.

Über die beiden verbliebenen Aufsichtsräte, Torsten Völker und Ingo Brauer, musste erneut abgestimmt werden. Dabei haben die rund 600 verbliebenen stimmberechtigten Mitglieder, der ursprünglich 1400, Ingo Brauer das Vertrauen nicht entgegengebracht - und werde abberufen.

In der anschließenden Ergänzungswahl wurden in einer Blockwahl die verbliebenen 5 Kandidaten für den Aufsichtsrat bestimmt.

Der neue Aufsichtsrat besteht somit aus Torsten Völker (im Amt bestätigt), Rainer Lemmer, Martin Ohde, Edgar Schulze, Christian Stapel und Timon Ebert.

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