Hansa Rostock : Hilßner ebnet Weg zum Sieg

Neben seinen drei Toren zeigte Marcel Hilßner auch seine Vorbereiterqualitäten. In dieser Szene bediente der 22-Jährige uneigennützig seinen Mitspieler Selcuk Alibaz, der das 4:2 markierte.
Neben seinen drei Toren zeigte Marcel Hilßner auch seine Vorbereiterqualitäten. In dieser Szene bediente der 22-Jährige uneigennützig seinen Mitspieler Selcuk Alibaz, der das 4:2 markierte.

Trotz 0:2-Rückstand nach 13 Minuten: Drittligist FC Hansa Rostock bezwingt Fortuna Köln mit 5:3

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26. November 2017, 21:00 Uhr

Dank eines überragenden Marcel Hilßner bezwang der FC Hansa am 17. Spieltag der 3. Fußball-Liga Fortuna Köln mit 5:3 und ließ sich im Ostseestadion selbst von einem frühen 0:2-Rückstand nicht aus der Bahn werfen. „Nach 31 Sekunden lag der Ball das erste Mal hinten drin, nach 13 Minuten hieß es 0:2. Ich wusste gar nicht, was passiert, und hatte zu diesem Zeitpunkt erst einen Ballkontakt. Das war alles surreal. Für mich stand es irgendwie immer noch 0:0“, beschrieb Hilßner seine ersten Gedanken nach dem Rückstand.

Ein ungenaues Zuspiel von Joshua Nadeau führte zum 0:1 durch Michael Kessel (1.), ehe Fortuna-Kapitän Hamdi Dahmani nach einer Ecke zum 0:2 aus Sicht der Hanseaten vollendete (13.). Köln trat selbstbewusst und mutig auf, hätte sogar noch weitere Treffer erzielen können.

Ein taktischer Schachzug von Hansa-Coach Pavel Dotchev griff in der Folgezeit immer besser und die Rostocker fanden ins Spiel. Der 52-Jährige hatte Marcel Hilßner von der linken auf die rechte Mittelfeldseite beordert. „Ich weiß, über was für eine Schussstärke ich verfüge. Der Trainer hat mich heute das erste Mal auf rechts gebracht, sodass ich nach innen ziehen und den Abschluss suchen kann. Auf links konnte ich das nicht so ausleben“, erklärte der 22-Jährige.

Nach 21 Minuten schlug Hilßner das erste Mal zu, als er einen Ball von Soufian Benyamina serviert bekam und aus rund 20 Metern zum 1:2 traf. „Ich wusste, wenn wir den Anschluss machen, dass die Fans sofort da sind und uns nach vorne peitschen. Und dann hat es ,Soufi’ überragend gemacht“, so Marcel Hilßner zum 2:2 durch Benyamina, der nach Vorlage von Oliver Hüsing traf (28.). Zuvor wurde ein Treffer von Christopher Quiring wegen vermeintlicher Abseitsposition nicht gegeben (26.).

Nach dem Wechsel wurden die Hausherren immer dominanter, profitierten zudem von Gelb-Rot für Fortuna-Verteidiger Markus Pazurek wegen wiederholten Foulspiels (57.). „Wir hatten einfach den mentalen Vorteil auf unserer Seite. Es ist natürlich besser, wenn man ein 0:2 aufholt, als wenn man es verspielt“, sagte Hilßner, der mit einem Freistoß von der linken Seite, den alle Spieler in der Mitte verpassten, zum 3:2 für den FC Hansa traf (62.). Wenig später legte er zum 4:2 durch Selcuk Alibaz auf, der gegen den Ex-Club seinen ersten Drittliga-Treffer für die Rostocker erzielte. Zwar konnte Fortuna durch Dahmani noch einmal verkürzen (73.), doch erneut hatte Hilßner die passende Antwort parat. Nach einem Ballgewinn von Lukas Scherff nahm der Offensivmann erneut Maß und erzielte das 5:3 (77.). „Wir wissen, dass ,Hilße‘ eine gute linke ,Klebe‘ hat. Endlich hat er sich auch mal im Spiel ausgepackt. Das kann er jetzt gerne öfter machen“, sagte Rostocks Abwehrchef Oliver Hüsing.

Trainerstimmen

Pavel Dotchev (FC Hansa): Jeder, der im Stadion war – vor allem unsere Fans – , geht heute mit einer gewissen Begeisterung nach Hause. Es war ein tolles Spiel von zwei starken Mannschaften. Fortuna hat eine super Entwicklung genommen und man konnte sehen, dass sie nicht von ungefähr Dritter waren. Nach 20 Minuten habe ich gedacht, dass wir eine Klatsche bekommen. Es war wichtig, dass wir den Ausgleich vor der Pause schafften und auch die Fans auf der Tribüne nicht verloren haben. Wir haben in der Pause etwas korrigiert und dann eine tolle zweite Halbzeit gespielt. Mit viel Moral haben wir das Spiel gedreht.
Uwe Koschinat (Fortuna Köln): Ich glaube, wenn man heute Eintritt gezahlt hat, dann fragt man sich keine Sekunde, ob das eine Fehlinvestition war. Das Spiel hatte alles, was dazugehört und beide Mannschaften haben ihren Beitrag geleistet. Ich, als unterlegener Trainer, hatte am wenigsten Freude an diesem Fußballspiel. Wir haben einfach die Problematik, dass wir in der letzten Linie zu viele Fehler gemacht haben. Wir haben aber zu keiner Zeit aufgegeben und erfrischend nach vorne gespielt.
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