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FC Hansa Rostock : Henn: „Ich stehe voll im Saft“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Innenverteidiger will nach drei durchwachsenen Jahren in Braunschweig bei Hansa als Abwehrchef wieder durchstarten. Hansa trifft heute auf Hertha BSC Berlin II

svz.de von
erstellt am 11.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Ohne dass es despektierlich klingen soll: Matthias Henn ist der „Opa“ im Team des Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock – und das mit gerade einmal 30 Jahren. „Als ich damals nach Braunschweig kam, war ich der Dritt- oder Viertjüngste“, so der Abwehrmann.

Von 2007 bis 2015 kickte der gebürtige Pfälzer (Birkenfeld) für die Eintracht, stieg mit dem Club von der 3. bis in die 1. Liga auf. Aktuell spielt Braunschweig in der 2. Liga. „Jetzt komme ich nach Rostock und bin der Älteste. Aber das macht nichts“, versichert Henn.

Der Routinier ahnt, was sich Hansa von seiner Verpflichtung erhofft: „Ich weiß, dass bestimmte Erwartungen in mich gesetzt werden und ich Verantwortung übernehmen soll. Das versuche ich auch. Ich denke, dass es meistens die älteren Spieler sind, die vorneweg gehen sollten. Wir haben jedoch viele Neue in der Truppe, da muss sich erst mal eine
Hierarchie herausbilden.“

Kreuzbandriss im November 2011

Bis zu seinem Kreuzbandriss im November 2011 war Matthias Henn Stammkraft in Braunschweig. Danach kam er allerdings über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus. „Als ich nach zwei Operationen Ende 2012 wieder zurückkam, war es natürlich schwierig. Die Mannschaft spielte um den Aufstieg in die 1. Bundesliga, und man kommt quasi wie ein Neuzugang in ein bestehendes Gefüge. Ich wurde immer mal wieder gebracht und bekam auch ordentliche Leistungen bescheinigt, landete aber dennoch beim nächsten Mal wieder auf der Tribüne. Das ist natürlich nur schwer zu verstehen“, erklärt der Innenverteidiger. Daher reifte in ihm Mitte der abgelaufenen Saison der Entschluss, noch einmal etwas Neues zu probieren. Der FC Hansa wurde so zu seinem erst dritten Profi-Verein nach dem 1. FC Kaiserslautern (2004 bis 2007) sowie Braunschweig. In der heutigen schnelllebigen Fußball-Zeit ist das gewiss eine Seltenheit.

Nach acht Jahren Eintracht fiel ihm der Abschied schwer, doch Angst vor einem Wechsel hatte Matthias Henn keinesfalls und sieht sich bestätigt: „Alle neuen Spieler wurden hier sehr gut aufgenommen. Es gibt keine Probleme, man bekommt sogar schon den einen oder anderen Spruch gedrückt. Was das Mannschaftsgefüge betrifft, sehe ich uns bereits auf einem guten Weg.“

Ob ihm der erneute Umbruch des FC Hansa zugute kommt, vermag er nicht zu sagen. „In Braunschweig hatten wir immer einen ziemlich großen Kern, der zusammengeblieben ist. Hier ist das zwar anders, aber am wichtigsten ist, dass die vielen Neuen schnell integriert werden. Wir hängen natürlich viel zusammen, wohnen ja auch im selben Hotel. Bei den vielen Einheiten sowie
in der Kabine geht es dann in einem Gespräch auch mal nicht um Fußball. Denn es gibt schließlich auch noch etwas anderes“, sagt der Single. Eine Tatsache, die einen Vereinswechsel sicher einfacher gestaltet: „Ich bin alleine, habe weder Frau noch Kind. Da muss ich mir keine Gedanken machen. Trotzdem ist es natürlich eine Umstellung. Im Verein ist alles neu und vieles anders, auch ist man auf Wohnungssuche. Es gibt halt noch einige ,Nebenkriegsschauplätze’. Aber bis zum Saisonstart sollte das alles
erledigt sein.“

Viermal kreuzten Rostock und Braunschweig in der
jüngeren Vergangenheit die Stollen – 2010/11, 2011/12. Dreimal wirkte Henn dabei mit, einmal fehlte er wegen seines Kreuzbandrisses: „2011 sind beide Vereine unter ähnlichen Bedingungen in die 2. Liga aufgestiegen. Während Hansa gleich wieder runter musste, hatten wir ein vernünftiges erstes Jahr, und im zweiten hat über 34 Spieltage alles gepasst. Ich habe mit Tommy Grupe gesprochen, er sagte mir, dass Rostock zuletzt Zwölfter, Dreizehnter und Siebzehnter wurde. Das kann letztlich nicht der Anspruch sein.“

Härteres Training als in Braunschweig

Das Trainingspensum in Rostock sei „schon stramm, strammer als in Braunschweig“. Es gäbe mehr und längere Einheiten, auch die Intensität sei höher. „Wir sitzen zum Beispiel anderthalb Stunden auf Fahrrädern. Daran muss man sich als Neuzugang erst gewöhnen.“

Trotz nur 24 Einsätzen in den vergangenen drei Jahren versichert Matthias Henn: „Ich stehe voll im Saft. Körperlich ist alles in Ordnung. Ich hatte höchstens mal muskuläre Probleme, bin aber nie zwei, drei Wochen ausgefallen.“ Zuletzt beim 1:1 im Test gegen den Bundesligisten Werder Bremen bewies Henn mit einer ansprechenden Leistung über 90 Minuten, dass er den Part als Abwehrchef ausüben kann

Mit der Erwartungshaltung in Rostock weiß er auch umzugehen. „Wenn hier kein Druck von außen wäre, würde man ihn sich selbst auferlegen. Schließlich spielt man Fußball, um zu gewinnen. Da hat man dann in Rostock genauso Druck wie in Braunschweig.“

Siebenter Test

Im siebenten Test der Vorbereitung trifft Hansa heute um 14 Uhr im Volksstadion auf den Regionalligisten Hertha BSC Berlin II.

Ab sofort Karten

Ab heute sind Tageskarten für die Heimspiele gegen Werder Bremen II (25. Juli) sowie Fortuna Köln (14. bis 16. August) erhältlich.

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