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Hansa sendet SOS-Ruf: DFB und Justiz sollen helfen

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erstellt am 21.Nov.2011 | 05:44 Uhr

Rostock | Erschreckend und ernüchternd ist das Fazit nach dem Nordderby zwischen Hansa Rostock und dem FC St. Pauli in der 2. Fußball-Bundesliga. Mehrere tausend Euro Sachschaden, zahlreiche Verletzte und der weitere Verlust von Image für beide Vereine - so lautet die Bilanz nach der von Krawallen begleiteten und getrübt Partie.

Beim FC Hansa herrscht nach den neuerlichen Ausschreitungen gewaltbereiter Chaoten Niedergeschlagenheit und wohl auch Hilflosigkeit. Deshalb hat Hansa-Vorstandschef mit einen SOS-Ruf die Dramatik der Situation noch einmal in den Fokus gerückt. Er bat um breite Unterstützung: "Wir bitten die Verbände, die Politik und die Judikative, uns Vereine mit diesem gesamtgesellschaftlichen Problem nicht alleinzulassen", heißt es in einer unmittelbar nach der Begegnung veröffentlichten Erklärung des FC Hansa.

Vor dem Anpfiff Schals und Flaggen verbrannt

Der Verein sei trotz aller Vorkehrungen nicht in der Lage, Gewalt und dem Einsatz von Pyrotechnik vorzubeugen. Der Club könne nicht noch mehr tun, so Hofmann. Ihm war die Fassungslosigkeit nach den neuerlichen Zwischenfällen vom Gesicht abzulesen.

Ob dem FC Hansa nun ein Geisterspiel droht, scheint fast schon zweitrangig. Weil damit das Übel der gewalttätigen Fans nicht bei der Wurzel gepackt wird, sondern der Verein herhalten muss. "Wir warten jetzt erst einmal ab, was der DFB entscheidet", sagt der Hansa-Boss.

Vor der Partie bewarfen Chaoten den Gäste-Keeper Philipp Tschauner mit Bananen, verzögerten so den Anpfiff. Nach der 1:0-Führung für den FC St. Pauli zündeten dessen Fans Pyrotechnik sowie Böller im Block. Als Antwort schossen Unbelehrbare aus dem so genannten schwarzen Blockbereich des FC Hansa mehrere Raketen zurück. Daraufhin unterbrach Schiedsrichter Guido Winkmann die Partie.

Dass Pyrotechnik doch wieder ins Stadion gelangen konnte, verwundert normale Besucher sehr. "Wir werden durchsucht wie die Schwerverbrecher, müssen sogar die Mütze vom Kopf nehmen. Aber was geschieht denn mit bei den Chaoten?", fragt der 67-Jährige Heiner aus Rostock. Eigentlich sollte mit einem riesigen Polizei- und Ordneraufgebot sowie Sprengstoffspürhunden den Gewaltbereiten das Handwerk gelegt werden. Doch offenbar schlug das fehl.

Schon vor dem Anpfiff wurden Fanutensilien der Hamburger öffentlich verbrannt. Als der Stadionsprecher die Aufstellung der Hanseaten verkündete, verließen viele die Südtribüne. Insider vermuten, um Nachschub an Bananen oder Pyrotechnik zu holen oder Vorgehensweisen abzusprechen. Für die Verantwortlichen des FC Hansa ist dies ein klares Indiz dafür, dass diese Anhänger nicht wegen des Fußballs in die Arena gekommen waren, sonder um Krawall zu machen.

Ob die Tribüne hinter dem Tor im Südbereich der DKB-Arena geschlossen beziehungsweise wieder in einen Sitzplatzbereich umgewandelt wird, dazu wollte sich Hofmann sich noch nicht äußern. Diese Bereich der DKB-Arena war auf Wunsch der Anhänger bisher als Stehplatzbereich toleriert worden.

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