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Interview Christian Brand : Hansa Rostock bebt und pulsiert immer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Trainer Christian Brand im Interview über die Transfers und die Zukunft. Der 44-Jährige sieht seine Mannschaft gut gerüstet

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Mit einem Heimspiel gegen Jahn Regensburg startet Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock morgen ab 14 Uhr (NDR-Livestream) in die Rückrunde. Mit Hansa-Trainer Christian Brand sprach NNN-Redakteur André Gericke.

Herr Brand, wie schätzen Sie die Vorbereitung ein?

Christian Brand: Wir haben gut gearbeitet und konnten unsere Programme durchziehen. Klar, es gab ein paar verletzte Spieler. Doch ich denke, das ist normal. Das muss man so hinnehmen. Wir haben neue Spieler verpflichtet, sie haben sich gut integriert. Aber die Wahrheit liegt am Sonnabend auf dem Platz.

Sind Sie zufrieden mit den Aktivitäten auf dem Transfermarkt?

Wir haben die Spieler bekommen, die wir unbedingt wollten. Von daher sind wir sehr zufrieden. Wir hatten die Jungs lange im Auge. Man darf jetzt aber auch nicht zu viel erwarten. Die Spieler müssen sich eingewöhnen. Es gibt eine Verschiebung, eine neue Statik innerhalb des Teams. Jeder muss seine Rolle finden, sich behaupten. Stammplätze sind bei der großen Konkurrenzsituation nicht automatisch vergeben. Es werden Spieler am Wochenende nicht im Kader sein, die vielleicht am Dienstag dachten, sie spielen von Beginn an. Im Training muss jeder brutal Gas geben, die Qualität hat sich enorm gesteigert, das sagen auch die Spieler. Von daher ist es für uns als Trainerteam wichtig, dass wir immer den Finger am Puls des Teams haben, wo gibt es vielleicht eine Baustelle. Wir werden sehr gefordert sein.

War es angesichts der positiven sportlichen Entwicklung leichter, Spieler nach Rostock zu holen?

Ja, man hat gemerkt, dass die Spieler positiver gegenüber Hansa Rostock aufgestellt sind. Ich glaube schon, dass wir dabei sind, das Image ein bisschen zu verändern. Ich habe sowieso nie verstanden, weshalb man überhaupt überlegen muss, hierherzukommen, bei der Ostsee, der hohen Lebensqualität, den tollen Bedingungen und dem Superverein.

Mit Marco Kofler und Melvin Platje werden wohl zwei Spieler den Verein noch verlassen. Gibt es noch weitere Abgänge?

Vom Gefühl her habe ich jetzt nicht den Eindruck, dass noch so viel passiert. Es kann aber immer mal sein, dass ein Spieler sagt, dass ihm die Konkurrenzsituation zu groß ist und er sich verändern möchte. Bis Dienstag ist ja noch Zeit.

Sind weitere Zugänge geplant?

Da wird nichts mehr passieren.

Des Weiteren haben auch Sie sich zum FC Hansa bekannt und bis zum Sommer 2019 verlängert, warum?

Den Ausschlag gab, dass ich mich total wohlfühle. Dass ich mich mit den Zielen des Vereins identifizieren kann. Und dass wir im vergangenen Jahr auch schon ein Stück vorangekommen sind. Ich glaube, wir können eine Menge erreichen. Hansa ist zwar in der 3. Liga, aber es gibt nicht so viele Vereine, die bei mir den Stellenwert haben, wie Hansa Rostock. Ich habe das Gefühl, dass wir auf einem guten Weg sind. Klar haben wir noch nichts erreicht. Doch wir versuchen alles kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ich habe eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Vorständen und mit dem Sportdirektor. Von daher ist das Vertrauen beiderseitig groß. Das hat man auch in dieser Transferperiode mitbekommen. Wir haben einen offenen und auch kritischen Umgang miteinander. Ich glaube, davon kann jeder profitieren. Ich fühle mich wohl, wir können viel erreichen.

Zudem dürfen Sie die Zukunft aktiv mitgestalten...

Auf jeden Fall. Ich bin zwar Profitrainer und habe auch das Bestreben, so hochklassig wie möglich zu trainieren, doch für mich geht es nicht nur um die Liga-Zugehörigkeit. Das Projekt ist entscheidend. Und hier bei Hansa geht etwas. Wir sind auf einem Weg und können etwas entwickeln. Die Mannschaft zieht mit. Es ist viel harte Arbeit. Der Verein bebt und pulsiert immer. Das Umfeld hat eine große Erwartungshaltung. Aber das ist auch schön. Dann ist man herausgefordert und läuft nicht Gefahr einzuschlafen. Und das ist bei Hansa ganz gewiss so.

Was wollen Sie bis 2019 erreichen?

Na klar wollen wir versuchen, mittelfristig wieder in die 2. Bundesliga zu kommen. Es ist nur so, man kann Spieler holen und diesen Erfolg am Reißbrett planen, nur letztlich ist der Fußball ein Spiel, in dem man nicht immer sagen kann, dass funktioniert jetzt ganz genau so. Doch ich glaube, dass wenn man einen Plan hat, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass man seine Ziele erreicht. Wir versuchen uns so zu verstärken, dass wir Spieler holen, von denen wir glauben, dass das mit ihnen möglich ist. Doch wichtig ist auch das Tagesgeschäft und das Tagesgeschäft ist Sonnabend gegen Regensburg.

Im Sommer laufen zahlreiche Verträge aus. Wie ist dort der Stand?

Jeder Spieler weiß Bescheid. Wir haben mit den Jungs gesprochen, mit denen wir gerne verlängern würden. Bei anderen warten wir die Entwicklung in der Rückrunde ab, was sie anbieten.

Wie sieht es konkret bei der Nummer eins Marcel Schuhen aus?

Wir haben gesagt, wir würden gerne mit ihm verlängern. Aber wir gucken uns natürlich um. Das haben wir ihm gesagt, das weiß er. Das macht „Schuh“ auch. Aber wir wollen, dass er bleibt. Doch Profifußball heißt immer zu schauen, wer uns besser machen kann, auf allen Positionen.


 

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