zur Navigation springen

FC Hansa Rostock : Hansa nach 1:0-Sieg über dem Strich

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Baumgarten schießt das goldene Tor gegen Chemnitz

Der FC Hansa hat im ersten Heimspiel unter dem neuen Trainer Christian Brand den Chemnitzer FC verdient mit 1:0 (0:0) bezwungen. Damit „überwintern“ die Rostocker in der 3. Fußball-Liga auf einem Nichtabstiegsplatz.

Brand hatte für die Partie gegen das Team von CFC-Co-Trainer Jendrossek (Chefcoach Heine ist nach einem Hörsturz krankgeschrieben) ein 3-4-1-2-System gewählt. Günstig für die Weiß-Blauen, um sowohl Offensivwirkung zu entfalten als auch eine engmaschige Defensive zu stellen. Die Innenverteidiger Henn, Erdmann und Hoffmann bildeten die eigentliche Abwehr. Davor operierten die Außen Ahlschwede und Gardawski sowie zentral Kofler und Schwertfeger. Hinter den beiden Spitzen Benyamina und Ziemer wirbelte Jänicke.

Die grundlegende Idee ging auf, Hansa legte temperamentvoll los, zeigte auch gute spielerische Ansätze. Die verheißungsvollsten Szenen gehörten den Gastgebern. Schon nach zweieinhalb Minuten hatte Benyamina rechts auf einmal ein Viertel der gegnerischen Hälfte nahezu für sich allein, doch es dauerte zu lange, bis der Ball von der anderen Seite, von Gardawski, bei ihm ankam bzw. bis sich Benyamina zum Abschluss entschied. Dann, gerade als die Sachsen zu erstarken schienen, ein schöner Konter: Ecke Chemnitz, Schuhen bereinigt mit der Faust, Gardawski erkennt sofort die Situation, rennt los, legt herüber auf Jänicke – im letzten Moment rettet Kehl-Gómez zur Ecke (31.).

Auch in der zweiten Halbzeit spielten die Ostseestädter vernünftigen Fußball, steigerten sich sogar noch. Immer wieder machten sie Betrieb über die Flügel, drängten bei Verlust der Kugel umgehend darauf, sie sich zurückzuholen. Hansa dominierte. Aber noch stand es 0:0, fehlten hier und da ein paar Zentimeterchen, um vielleicht diese eine zum Sieg führende zwingende Torchance zu erschaffen. Da trat unversehens zwölf Minuten nach seiner Einwechslung Baumgarten in Aktion, ließ mittig knapp 25 Meter vor dem Tor der Schwarz-Roten den Ball noch einmal aufsetzen und brachte ihn mit dem Außenrist aufs CFC-Gehäuse. Nicht dass man hier von einem Strahl hätte sprechen müssen, aber präzise ins linke untere Eck flog der Ball, und so konnte Torwart Kunz den Einschlag nicht verhindern – 1:0 (63.)! „Der Trainer hat gesagt, wenn du reinkommst, schieß einfach mal. Das habe ich gemacht und bin jetzt überglücklich“, sagte anschließend der Schütze des goldenen Treffers, seines ersten überhaupt für Hansa.

Darüber, dass der Dreier an den Richtigen ging, dürfte es nicht ernsthaft anderslautende Ansichten gegeben haben. Zumal Schiedsrichter Heft das vermeintliche 2:0 durch Ziemer nach Freistoß von Jänicke durchaus hätte anerkennen können (der Kopfball-Torschütze befand sich vorher in einem Gerangel mit Kehl-Gómez/68.). Kurz vorher wäre zudem für den schon verwarnten Chemnitzer Dem Gelb-Rot fällig gewesen, nachdem er Keeper Schuhen gar zu ungestüm angegangen war (66.).

Urteil der Trainer

Christian Brand (Rostock): Das war ein absolut verdienter Sieg. Die Mannschaft hat richtig Gas gegeben. Wir besaßen schon in der ersten Halbzeit große Möglichkeiten, um das Spiel für uns zu entscheiden, und legten in der zweiten noch eine Schippe drauf. Es war fast logisch, dass wir gewinnen, wenn wir das Tor machen. Ich hatte totales Vertrauen zum Team, dass wir den Treffer erzielen, wenn wir weiter so drücken. Denn Fußball ist manchmal ganz einfach: Wer 20-mal raufschießt, für den ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er auch mal trifft. Für uns ist extrem wichtig, dass wir nicht auf einem Abstiegsplatz in die Winterpause gehen. Wir haben zwar erst einen sehr kleinen Schritt erledigt, aber es geht in die richtige Richtung. Ich war begeistert von der unglaublichen Kulisse. Da kriegt man schon Gänsehaut, bevor der Ball überhaupt rollt.

Kay-Uwe Jendrossek (Chemnitz): Wenn man nur einmal gefährlich aufs Tor schießt und sich nicht mehr zwingende Chancen herausspielt, hat man es auch nicht verdient, hier was mitzunehmen, auch wenn der Treffer durch einen Sonntagsschuss erzielt wurde. Für uns kommt die Pause gerade recht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen