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FC Hansa Rostock : Hansa muss sich erklären

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der DFB-Kontrollausschuss untersucht die Geschehnisse beim Heimspiel. Neue Verhandlungen um Gästekarten

svz.de von
erstellt am 23.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Der Fußball-Verein FC Hansa Rostock hat wieder einmal Ärger wegen seiner Fans: Nach den Vorkommnissen beim Heimspiel gegen Erzgebirge Aue ermittelt der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nun gegen den Club von der Ostsee. „Der Verein wurde angeschrieben und zu einer Stellungnahme aufgefordert. Nach Vorliegen und Auswertung der Stellungnahme wird der Kontrollausschuss über den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden“, bestätigte ein DFB-Sprecher. Dabei hat Schiedsrichter Patrick Ittrich weder die Partie unterbrochen noch die Vorkommnisse in seinem Bericht erwähnt. Doch offenbar verfasste der vom DFB für diese Partie eingesetzte Sicherheitsbeauftragte einen Bericht. Hansa-Anhänger waren nach Provokation der Aue-Fans durch das Zeigen einer geraubten Rostocker Fanclub-Fahne bis zum Gästeblock geklettert und lieferten sich Wortgefechte.

Droht dem finanziell angeschlagenen Küstenverein nun ein Geisterspiel? Fest steht, dass der Club noch immer auf Bewährung ist und in dem Urteil vom November 2015 steht, dass ein Ausschluss der Zuschauer droht, wenn es innerhalb einer neunmonatigen Bewährungszeit zu einer weiteren schwerwiegenden Fan- Verfehlung kommt. Über die Schwere des Vorfalls lässt sich diskutieren, jedoch gingen auch dem Bewährungs-Urteil mehrere Vorkommnisse – insgesamt sieben – bei Drittliga-Partien voraus.

Neue Debatte im Fall Magdeburg

Eine weitere Entscheidung wird wahrscheinlich morgen in Magdeburg fallen, wobei sich die Hansa-Anhänger mit den Ereignissen am Sonnabend keinen Gefallen getan haben dürften. Vertreter beider Vereine werden erneut über das Gästekarten-Kontingent für die Begegnung des FC Hansa beim 1. FC Magdeburg verhandeln. „Wir freuen uns, gemeinsam für eine mögliche Anhebung des Kontingents in den Dialog zu gehen“, sagte Mario Kallnik, Geschäftsführer der Magdeburger Stadion- und Sportmarketing GmbH.

Derweil nehmen die Pläne der Fanszene Rostock bezüglich der Demonstration am 5. März in der Elb-Metropole Gestalt an. Laut Informationen der örtlichen Polizei wurde eine Demonstration mit bis zu 3000 Personen angemeldet. „Die Versammlungsbehörde wird jetzt prüfen, ob diese Veranstaltung in der Form durchgeführt werden kann. Das wird in jedem Fall ein spannender Tag für uns“, sagte Marc Becher, Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord.

Ebenso die Stadtpolitik hat sich mit dem Thema 1. FCM beschäftigt. Bei der jüngsten Stadtratsitzung wurde die Handlungsweise des Vereins diskutiert. „In der Regel hat die politische Meinung keinen Einfluss auf eine solche Entscheidung, diese wird vom Sicherheitskomitee, dem der 1. FCM, die Polizei und das Ordnungsamt angehören, getroffen“, verdeutlichte Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. Jedoch hätte er sich bei dieser brisanten Thematik eine Rückkopplung gewünscht: „Ich finde es traurig, dass gerade die Fans aus dem Osten so in Misskredit stehen. Vielleicht sollten die Vereine einfach mal Härte zeigen, und die Anhänger genauestens vor einem Spiel durchsuchen. Die Fans müssen endlich zeigen, dass es im Osten auch anders geht.“

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