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Neue Enthüllungen : Hansa-Leaks: Wer steuert die Kogge?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mails belegen massive Einmischungsversuche von Investor und Ultra-Funktionären

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2015 | 21:15 Uhr

Gut anderthalb Wochen vor der für die Zukunft des Fußball-Drittligisten Hansa Rostock entscheidenden Mitgliederversammlung am 1. November werfen erneut vertrauliche E-Mails ein fatales Licht darauf, wie weit der Einfluss einiger Aktivisten der Fanszene auf den Verein reichte und welche Ambitionen womöglich Investor Rolf Elgeti antreiben.

Wie aus den heute gezielt an verschiedene Medien lancierten Dokumenten hervorgeht, deren Herkunft unbekannt ist, hat offenbar Investor Rolf Elgeti, der auch für den Aufsichtsrat (AR) der Ostseestädter kandidiert, den Fan-Vertretern Roman Päsler (1. Vorsitzender der Fanszene Rostock), Sebastian „Mumps“ Janz (2. Vorsitzender der Fanszene Rostock und Mitarbeiter für Medienarbeit beim Verein) sowie Sebastian Eggert (Capo, Mitbegründer der Suptras – kandidiert ebenfalls für den AR) Ende August ein „Sanierungskonzept“ für den Verein vorgelegt, das viele Geschäftsinterna, unter anderem die Gehälter aller Beschäftigen des FC Hansa Rostock, enthält. Dann diskutieren die Beteiligten mögliche Personalentscheidungen, obwohl keiner der Beteiligten einem legitimierten Organ des Vereins angehört. Der zurückgetretene Vorstandschef Michael Dahlmann soll über die Vorgänge informiert gewesen sein.

Laut Schriftverkehr sollte Mitte September ein „Sieben-Tages-Plan“ greifen. „Wer sich diesem widersetzt, kann gleich mitgehen, egal wer es ist“, heißt es in einer der E-Mails. Selbst vor Vereins-Idolen wie Juri Schlünz (Chef der Nachwuchsakademie) und Axel Schulz (Sportkoordinator) sollte nicht halt gemacht werden. Dahlmanns Vertrag hätte laut Votum der Fanszene bis 2018 verlängert werden sollen. Die Weigerung von Aufsichtsratschef Harald Ahrens, diese Forderungen umzusetzen, führte Anfang Oktober zur Eskalation und zum Rücktritt von Dahlmann. Sie verhinderte jedoch auch vorerst die Übernahme des Clubs durch die Ultra-Funktionäre.

Vor diesem Hintergrund erscheint ein weiterer Vorgang beinahe als Petitesse: Demnach hatte Ex-Vorstandschef Dahlmann die Vereinszugehörigkeit von Elgeti ohne Not „korrigieren“ lassen - von tatsächlich fünf auf zehn Jahre Dauer. Dahlmann räumte das auf Nachfrage ein. Er sei falsch informiert gewesen und habe so mehrfach die falsche Zahl öffentlich verwendet. „Ich habe die beiden Mitarbeiter in mein Büro gerufen und kritisiert, dabei wohl auch gesagt: ,Bringt das in Ordnung.’ Das war ganz klar ein Fehler von mir“, sagt Dahlmann. Elgeti selbst sagte unserer Zeitung: „Ich bin seit dem 18. Mai 2010 Mitglied beim FCH. Wenn dieser Vorgang authentisch ist, bin ich schlicht schockiert und distanziere mich auf das deutlichste davon“, so der Finanzexperte.

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