zur Navigation springen

Hansa ist noch nicht über den Berg

vom

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2010 | 06:55 Uhr

Rostock | Als "vielversprechend" bezeichnet Bernd Hofmann seine ersten drei Monate als Vorstandsvorsitzender des Fußball-Dritt-ligisten Hansa Rostock. "Wir haben einen neuen Vorstand gebildet, der zusammenpasst, sich einig ist und in seiner Arbeit den Verein voranbringt. Sportlich haben wir uns ebenfalls neu ausgerichtet und sind mit 15 Punkten aus sechs Spielen gut gestartet, was wir letztlich nicht so erwartet hatten. Zudem leiteten wir die Sanierung und Konsolidierung ein, was teilweise mit harten Einschnitten und Kündigungen verbunden war. Dies wurde aber Ende Juli beim Verein und jetzt Ende August bei der Stadiongesellschaft abgeschlossen. Es war nicht immer einfach, sondern auch teilweise schmerzhaft. Aber so ist es nun einmal. Wir wollten nicht nur von einem Neuanfang reden, sondern ihn auch machen", so der 41-Jährige.

"Der Verein ist in Lebensgefahr operiert worden"

Gerade die ersten Wochen bis zum Erhalt der Lizenz seien sehr arbeitsintensiv und hart gewesen. "Der Verein ist in Lebensgefahr operiert worden, aber noch nicht über den Berg. Es war eine große Leistung, dass wir die Spielgenehmigung erhalten haben. Und wenn man dabei betrachtet, dass wir Drittfinanzierungen und eine Landesbürgschaft benötigten, dann sieht man, wie eng es wirklich war. Daher auch noch einmal ein großer Dank an die Landesregierung. Die Lizenz war enorm wichtig, letztlich gleichbedeutend mit der weiteren Existenz des Vereins", stellt Hofmann eindeutig klar.

Ob die Ostseestädter allerdings ihr großes Ziel, am Ende der Saison eine schwarze Null zu erwirtschaften, auch erreichen können, kann der Vorstandsboss nicht garantieren: "Das ist schwer vorauszusagen. Wir haben viele Prozesse angeschoben und teilweise auch abgeschlossen. Es ist aber auch so, dass wir bestimmte Nachwehen erst in der kommenden Saison spüren werden. Es ist eben ein laufender Prozess." Wie im Übrigen ebenso die Annäherung an die eigenen Fans. "Ich denke, dass auch die Anhänger unseren Neuanfang mitleben. Wir haben mit der Konzipierung der Südtribüne, der Schaffung des Fanhauses und mit der Neugestaltung der Fanbetreuung mit Personen, die einen guten Kontakt zu den Anhängern haben, schon eine Menge geschafft. Jetzt gilt es mit ehrlicher Arbeit das Vertrauen immer weiter aufzubauen", sagt Bernd Hofmann, der die schwarzen Schafe nicht vergisst: "Natürlich werden wir mit aller Konsequenz gegen Leute vorgehen, die dem FC Hansa mit ihren Aktionen und ihrem Auftreten schaden."

Große Freude bereitet ihm derzeit das Treiben auf dem Platz, denn letztlich sei für einen Fußballverein der sportliche Erfolg eben das Wichtigste. "Es ist in gewisser Weise ein Katalysator der Arbeit im Club, und viele Dinge gehen im Erfolgsfall leichter. Es freut mich, dass die ehrliche Arbeit ihre Früchte trägt. Es war unser Ziel, vieles - sei es im Vorstand oder in der Mannschaft - offener zu gestalten. Das sind weitere kleine Mosaiksteinchen. Wir müssen das Vertrauen Stück für Stück zurückgewinnen. Wir freuen uns, werden aber nicht euphorisch. Es ist einfach schön zu sehen, dass der Osten, die Region und Rostock den Verein sehr positiv wahrnehmen. Aber wir sind uns auch im Klaren, dass es Rückschläge geben wird", betont Hofmann, dem gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen bei der Besetzung des Trainerpostens mit Peter Vollmann offenbar ein Glücksgriff gelang: "Von seinen Grundsätzen und dem Temperament her passt er gut in die Region. Er ist ein ehrlicher Arbeiter, der ehrliche Arbeit einfordert und sich, wenn er sie bekommt, vor die Mannschaft stellt. Zudem ist er kein Traumtänzer oder übertriebener Medienmann. Momentan passt es einfach, auch mit Stefan Beinlich, der eine sehr gute Arbeit macht."

In den kommenden Wochen wünscht sich der Hansa-Chef die Einkehr einer gewissen Normalität. "Das ist nicht negativ gemeint, nur haben sich eben gewisse Arbeitsabläufe eingeschliffen. Zudem ist das Transferfenster geschlossen, so dass es etwas ruhiger wird, was nicht heißt, dass alles einschläft. Wir arbeiten auf einem hohen Niveau weiter. Doch ab und an muss man auch mal wieder neue Kraft tanken. Das ist völlig normal", sagt Hofmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen