Hansa fällt nach der Pause auseinander

Robert Müller (r.) und Sebastian Pelzer sind bedient, die Hachinger Nygaard und  Schulz freuen sich über das 3:0. Inside-Picture
Robert Müller (r.) und Sebastian Pelzer sind bedient, die Hachinger Nygaard und Schulz freuen sich über das 3:0. Inside-Picture

von
20. Februar 2011, 10:05 Uhr

Fußball-Drittligist FC Hansa hat am Sonnabend mit dem 0:3 (0:0) bei der SpVgg Unterhaching die fünfte Saisonniederlage hinnehmen müssen. Nach der Pause lieferten die Ros-tocker ihre bislang schlechteste Halbzeit 2010/11 ab. So ging die in „rotblau“, dem Programmheft der Gast-
geber, geäußerte Hoffnung in Erfüllung: „Es gilt, für die 2:7-Klatsche an der Ostsee in der Vorrunde jetzt Revanche zu nehmen.“

Bei den Hanseaten gab es nur einen Wechsel in der Start-Elf: Pannewitz kehrte nach verbüßter Gelb-Sperre ins Team zurück, Vujanovic blieb draußen, Schied somit wieder die einzige Spitze. Die Gäste traten in der von Trainer Vollmann angekündigten 4-2-3-1-Formation an: „Ich erhoffe mir einfach von zwei Sechsern, dass wir von hinten heraus mehr Energie und Druck nach vorne reinbringen. Außerdem haben beide (Pannewitz und R. Müller – d. Red.) in den zurückliegenden Spielen entscheidende Impulse gesetzt.“

Der Plan ging nicht auf. Genau wie beim 1:1 in Aalen arbeiteten sich die Ostseestädter kaum hochkarätige Chancen heraus. Drei Tage vorher war’s mit dem Nachspielzeit-Treffer von R. Müller noch mal gut gegangen. Diesmal vergaben Schied nach Einleitung von Schyrba (40./scheitert an Keeper Kampa) und Ziegenbein nach Flanke von Lartey (50./stand schon fast auf der Torlinie, wurde noch gestört von Stegmayer) die beiden einzigen großen Möglichkeiten.

Die Ostseestädter präsentierten sich zunächst besser als in Aalen. Offensiv waren zumindest Ansätze da wie Wiemanns Vorstoß mit hohem Ball auf Jänicke, der Kampa überlief, doch mit
seiner Eingabe aus spitzem Winkel keinen Kollegen erreichte (14.). Insgesamt allerdings spielte sich nach vorn erneut nur wenig ab.

Defensiv hatten die Gäste in der ersten Hälfte überwiegend alles unter Kontrolle, billigten dem Team aus dem Landkreis München nur ein paar relativ weit vom eigenen Tor entfernte Freistöße zu. In der Nachspielzeit allerdings geriet die Abwehr erstmals bedenklich ins Schlingern – es war der Anfang einer Eigendynamik, die erschreckende Ausmaße annehmen sollte. Wie in Aalen geriet der FCH gleich nach Wiederanpfiff in Rückstand. Schyrba wird ausgespielt, Wiemann versucht vergeblich auszuputzen, in der Mitte stehen Trybull und Pelzer zu weit weg. So kann Grech von links unbehelligt flanken, hinten steht Thee blank und trifft mit Volleyschuss (47.).

Noch krasser das 2:0. Wiemann erobert im Mittelfeld den Ball, verliert ihn aber gleich wieder an Schulz und trabt dann hinterher. Pelzer kann nicht mehr eingreifen, präzise Eingabe zu Zillner, im Zentrum kommen Trybull und R. Müller zu spät (57.).

Der Gipfel aber war das 0:3. Wiemann – der sich kurz vorher nach einem Foul an Zillner ganz dicht vor Gelb-Rot befand (72.) – will rechts vom Tor an der Auslinie erneut gegen Zillner klären, den Ball offenbar zu Schyrba spielen. Statt dessen passt er ihn aber in den eigenen Strafraum genau Richtung Elfmeterpunkt, wo der Hachinger Vitzthum diese schulmäßige Vorlage prompt ausnutzt (75.).


Hansa leistete ganze Aufbauarbeit. Der enorme Kräfteverschleiß nach fünf Spielen in 14 Tagen ist unstrittig. Doch lässt es sich wirklich allein mit den an die Substanz gehenden englischen Wochen erklären, dass die Mannschaft – vor allem die an sich verlässliche Abwehr (vier der sieben bisherigen Partien 2011 ohne Gegentor) – auf einmal so derart ausein-anderfällt?! Peter Richter

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen