FC Hansa Rostock : Greenkeeper machen Rasen startklar

Immer im Einsatz für das Grün im Ostseestadion: Michael Brüsehaber, Martin Gliewe und Klaus Brosemann (von links) haben bei Hansa den sogenannten grünen Daumen.
Foto:
Immer im Einsatz für das Grün im Ostseestadion: Michael Brüsehaber, Martin Gliewe und Klaus Brosemann (von links) haben bei Hansa den sogenannten grünen Daumen.

Michael Brüsehaber, Klaus Brosemann, Martin Gliewe und Gerd Wohlgethan sorgen beim FC Hansa für den richtigen Spiel- und Trainingsuntergrund

von
10. März 2016, 05:00 Uhr

Die Greenkeeper Michael Brüsehaber, Klaus Brosemann, Martin Gliewe und Gerd Wohlgethan blicken über das Spielfeld im Ostseestadion, dem Wohnzimmer des Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock. Viel Grün ist momentan nicht zu sehen, insbesondere vor der Süd-Tribüne. „Das liegt daran, dass gerade im Winter die Sonne nicht so hoch steht – und noch dazu die Dächer der neuen Stadien den Rasen zu sehr vor ihr verdecken“, verrät Klaus Brosemann. Das Übrige tun dann die Profi-Kicker: „Durch die Stollen werden teilweise ganze Rasenstücke aus dem Boden gerissen. Diese können nicht einfach wieder reingestopft werden“, so Martin Gliewe. Denn bei Temperaturen unter acht Grad Celsius stellt der Rasen sein Wachstum ein, und die Wurzeln der Grashalme sind zu kurz, sodass diese nicht wieder festwachsen.

Seit 2009 ist der Rasen mit der besonderen Mischung aus einem schnell auflaufenden Lolium perenne und dem scherfesten Poa pratensis* der Boden, auf dem die Fußballer ihre Spiele im Ostseestadion bestreiten. Seither wird regelmäßig gedüngt, gemäht, gewalzt, das Spielfeld markiert und abgefegt. Letzteres beginnt mit Abpfiff eines Heimspiels, die kahlen Stellen werden mit Sand aufgefüllt. „Was vom Grün weg ist, ist dann leider weg“, fügt Michael Brüsehaber hinzu. Im Anschluss wird der Rasen gewalzt. „Auch wenn wir alle keine Freunde davon sind, denn damit werden die Grashalme zu stark verdichtet, sodass kein Wasser mehr durchgelassen wird“, erklärt Gliewe. Abhilfe schafft da die sogenannte Aerifizierung: Dabei wird die Verdichtung aufgebrochen und so die Wasserdurchlässigkeit verbessert. Diese Pflegephasen sind wichtig für den Untergrund im Stadion. „Deswegen sind zwei Heimspiele hintereinander, wie zuletzt, nicht von Vorteil. Und auch die erneut einsetzenden kälteren Temperaturen spielen uns nicht gerade in die Karten“, so Brosemann.

Seit 2006 arbeiten Gliewe, Brüsehaber und Brosemann als Team zusammen für das Grün beim FCH. Der 30 Jahre alte Martin Gliewe stieß im November 2006 dazu, Michael Brüsehaber (62) ist bereits seit 1995 Platzwart – zuvor war er Spieler sowie Trainer beim Traditionsverein –, und Klaus Brosemann (60) wechselte 1999 von der Stadtverwaltung zur Ostseestadion GmbH.

Viel haben die drei schon erlebt in der Heimstätte der Kogge – Aufstiege, Abstiege, aber auch den sprichwörtlichen grünen Daumen einiger Trainer. Viele meinten es immer gut und drapierten die herausgerissenen Rasenstücke in die Löcher. „Dass uns dies mehr Arbeit macht als hilft, konnten wir so oft erklären, wie wir wollten“, so Martin Gliewe.

Derzeit bereiten den Hansa-Greenkeepern vor allem aber die Regenwürmer Probleme, denn diese sorgen für Sandhäufchen im Boden, die sich durch das Walzen auf die übrigen Grashalme legen, wodurch diese verdeckt werden oder gar abbrechen. „Das ist wirklich ärgerlich, aber zum Glück helfen uns ein bisschen die Möwen“, sagt Gliewe mit einem Lachen. Manchmal sind gut 60 dieser Vögel im Ostseestadion, gehen über die Rasenfläche und schnappen sich die kleinen Würmer. „Anders wissen wir derzeit nicht, dem entgegenzuwirken.“

Zwar haben die Rasenspezialisten während der Saison mit dem Mähen und Markieren sowohl der Trainingsplätze als auch der Spielstätten des Nachwuchses viel zu tun, aber die intensivste Arbeit beginnt direkt am Saisonende. Dann wird die Spielfläche nachgesät, besandet und gedüngt. „Gut 30 Tonnen bis zwei Millimeter dicker Kies werden verteilt, im Anschluss wieder aerifiziert – dann ist nichts mehr von dem Sand zu sehen, und die Bodenstruktur hat sich wieder verbessert“, verspricht Gliewe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen