Pavel Dotchev : „Gibt Wichtigeres als Fußball“

Kaiserslauterns Trainer Jeff Strasser musste in der Pause während des Spiels in Darmstadt aufgrund von Herzproblemen in Krankenhaus gebracht werden.
Kaiserslauterns Trainer Jeff Strasser musste in der Pause während des Spiels in Darmstadt aufgrund von Herzproblemen in Krankenhaus gebracht werden.

Hansa-Coach Pavel Dotchev hat das Drama um Jeff Strasser am TV verfolgt

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26. Januar 2018, 08:00 Uhr

Jeff Strasser hat beim Abbruch-Drama von Darmstadt keinen Herzinfarkt erlitten, die Sorge um die Zukunft des Trainers des 1. FC Kaiserslautern aber bewegt den deutschen Profifußball. Gestern leitete sein Assistent Alexander Bugera das Training beim Tabellenletzten der 2. Bundesliga. Der Bund Deutscher Fußball Lehrer mahnte die Vereine, nicht nur bei den Spielern auf die Gesundheit zu achten, sondern auch bei den Trainern, die unter großem öffentlichen Druck stünden.

Hansa-Coach Pavel Dotchev verfolgte am Mittwochabend das Geschehen vor dem Fernseher. „Für mich als Trainer war es natürlich eine sehr bedrückende Situation. Das Warten, um Informationen zu bekommen, ist natürlich kein schönes Gefühl“, sagte der 52-Jährige, der sich erleichtert zeigte, dass es seinem Kollegen den Umständen entsprechend wieder besser geht: „Das zeigt aber schon, wie intensiv und anstrengend heutzutage alles ist – und vor allem auch wie unwichtig vieles ist. Es gibt viel Wichtigeres als Fußball.“

Allerdings merkt der Rostocker Coach auch an, dass viele erst nachdenken würden, wenn es fast zu spät sei: „Wir vergessen das im Alltag und denken nicht an unsere Gesundheit. Erst wenn wir sie verloren haben, erst dann denken wir darüber nach. Es gehört dazu, dass man sich auch mal etwas gönnt und eine Auszeit nimmt.“

Auch Dotchev wünscht sich, dass er mitunter mit Drucksituationen besser umgeht. „Stress gibt es eigentlich nicht, denn jeder macht sich seinen Stress selbst. Vielleicht war bei meinem Kollegen der Druck so groß, dass ihm sein Körper die Gelbe Karte gezeigt hat. Wir müssen einfach versuchen, uns mehr mit positiven Sachen beschäftigen“, so der Hansa-Coach, der neben der psychischen Belastung aber auch die körperliche im Blick hat: „Man fährt am Wochenende 1600 Kilometer mit dem Bus, fährt weiter zur Spielbeobachtung, wenn andere freihaben. Manchmal muss man versuchen, ein bisschen egoistisch zu sein und sich die Auszeiten einfach nehmen.“

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