FC Hansa Rostock verurteilt : Geldstrafe und „Geisterspiel“ auf Bewährung

<p>Qualmschwaden nach Pyro-Einlagen der Fans bei der Partie Hansa gegen den 1. FC Magdeburg machten ein Spiel unmöglich. Verhalten wie dieses hat nun Folgen für den Verein.</p>

Qualmschwaden nach Pyro-Einlagen der Fans bei der Partie Hansa gegen den 1. FC Magdeburg machten ein Spiel unmöglich. Verhalten wie dieses hat nun Folgen für den Verein.

Rauchbomben, Pöbeleien, Angriffe auf andere Fans: Das Fehlverhalten einiger Hansa-Anhänger hat Konsequenzen.

svz.de von
16. November 2015, 16:12 Uhr

Hartes Urteil für den FC Hansa: Der Rostocker Fußball-Drittligist wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt. Allerdings setzte der DFB die Strafe auf neun Monate zur Bewährung aus. Schon einmal mussten die Norddeutschen eine Partie vor leeren Rängen austragen. Im Dezember 2011 wurde das Zweitliga-Heimspiel gegen Dynamo Dresden ohne Zuschauer ausgetragen. Damals war es zuvor beim Nordderby gegen den FC St. Pauli zu Ausschreitungen gekommen. Zudem gab es im Mai 2007 nach Zwischenfällen in Essen einen Teilausschluss – Sperrung der Stehplatzbereiche – gegen die TuS Koblenz. „Wir müssen froh sein, dass das Urteil nicht härter ausgefallen ist. Der DFB hat bei seiner Entscheidung bereits strafmildernd berücksichtigt, dass der Verein die Vorfälle scharf verurteilt und zudem umfangreiche eigene Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit sowie zur Identifizierung der Täter ergriffen hat. Jedem sollte bewusst sein, dass bei einem weiteren Vorfall innerhalb der Bewährungszeit, ein ,Geisterspiel’ nicht mehr abzuwenden ist. Ich gehe zudem davon aus, dass nach Ablauf der Bewährungszeit, jeder weitere Verstoß ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit nach sich ziehen wird, denn es ist nicht zu erwarten, dass der DFB eine Strafe nochmals zur Bewährung aussetzen wird“, so Gunnar Kempf, Mitglied des kommissarischen Vorstandes des FC Hansa.

Der Verein wurde wegen eines „nicht ausreichenden Ordnungsdienstes“ in einem Fall sowie in sieben Fällen aufgrund „unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger“ zudem  mit einer Geldstrafe in Höhe von 30 000 Euro belegt. Die Hälfte ist durch den FCH für sicherheitstechnische, infrastrukturelle und gewaltpräventive Maßnahmen zu verwenden. „In Anbetracht der angespannten finanziellen Situation wiegt diese Strafe extrem schwer. Neben der Geldstrafe und den Verfahrenskosten, muss Hansa im schlimmsten Fall den Ausfall der Einnahmen eines ,Geisterspieles‘ verkraften, die bei durchschnittlich zirka 300000 Euro liegen. Ganz abgesehen von dem enormen Imageschaden in der aktuell ohnehin schon schwierigen Phase für den FC Hansa bedroht ein solcher Einnahmeverlust die Existenz unseres Vereins“, so der kommissarische Vorstandschef Chris Müller.

Gegenstand der Anklage durch den DFB waren Vorkommnisse bei den Auswärtsspielen in  Chemnitz, Aue, Kiel und beim VfB Stuttgart II  sowie bei den Heimspielen  gegen die Stuttgarter Kickers,  Magdeburg  und Würzburg.

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