Hansa Rostock rudert zurück : Gekaufte Tickets werden zurückerstattet

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Hansa Rostock will den Inhabern von Karten für die Südtribüne für das Spiel gegen Dynamo Dresden nun doch den Kaufpreis zurückerstatten. Der Verein hat die Tribüne nach den Ausschreitungen vom Mittwoch für eine Partie gesperrt. Weitere Konsequenzen sollen folgen.

svz.de von
25. September 2015, 14:44 Uhr

Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock rudert zurück. Der Club wird die für das Heimspiel am 3. Oktober gegen Dynamo Dresden gekauften Tagestickets auf Wunsch nun doch zurückerstatten.„Wir können natürlich niemanden daran hindern, sich die Kosten für ein bereits erworbenes Tagesticket erstatten zu lassen. Jedem sollte aber bewusst sein, dass ein Verzicht auch ein Zeichen der Einsicht oder der Unterstützung unseres Schrittes sein kann“, sagte Vorstandsvorsitzender Michael Dahlmann am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Tags zuvor hatte Hansa als Reaktion auf die gewalttätigen Ausschreitungen im Heimspiel am Mittwochabend gegen den 1. FC Magdeburg, als sich Chaoten beider Vereine mit Feuerwerkskörpern beschossen und die Partie kurz vor dem Abbruch stand, die Schließung der Südtribüne für die Begegnung gegen Tabellenführer Dresden bekanntgegeben. Dahlmann hatte dabei zunächst erklärt, die gekauften Karten nicht zurücknehmen zu wollen.

Dauerkarteninhaber der Südtribüne können diese nach Vereinsangaben gegen Karten für die Osttribüne tauschen. Dafür wird am Spieltag eine Kasse des Ostseestadions geöffnet. Bei der Begegnung der beiden ehemaligen DDR-Oberligisten handelt es sich um eine Partie der höchsten Sicherheitsstufe. Deshalb dürfen nur 21 000 Karten verkauft werden. Bis zum Freitag waren rund 14 000 Tickets abgesetzt.

Die Schließung der Tribüne der Ultras soll nur die erste Konsequenz nach den skandalösen Ereignissen sein. Der Verein prüft weitere Maßnahmen. „Außerdem gilt es, die Vorkommnisse intern aufzuarbeiten und selbstverständlich die ermittelnden Instanzen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen“, sagte Dahlmann. Nach Angaben des Vereins hat Investor Rolf Elgeti für jedes halbe Jahr ohne weitere Zwischenfälle einen Schuldenerlass in Höhe von 250 000 Euro in Aussicht gestellt.  Hansa droht erneut eine drastische Strafe seitens des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der finanzschwache Verein ist in der Vergangenheit wegen Verfehlungen seiner Anhänger häufig zur Kasse gebeten worden. Das letzte „Geisterspiel“ vor leeren Rängen gab es am 18. Dezember 2011 gegen Dynamo Dresden, es verursachte ein Finanzloch in sechsstelliger Höhe.

Nach dem Abpfiff der Partie am Mittwochabend gingen die Randale in der Rostocker Innenstadt weiter. Der Polizei zufolge bewarfen etwa 100 vermummte Rostock-Anhänger das neue Polizeizentrum mit Steinen und beschädigten Fensterscheiben. Vor dem Spiel hatten Unbekannte den Fan-Zug der Magdeburger mit Gegenständen beworfen und mit Farbe besprüht. Im Stadion kam es zu weiteren Streitereien. Die Polizei setzte 85 Beteiligte fest.

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