Rostock vs. Zwickau : Gegentor fast aus dem Nichts

Hansas Soufian Benyamina (r.) kommt hier nicht am Zwickauer Keeper Johannes Brinkies vorbei.

Hansas Soufian Benyamina (r.) kommt hier nicht am Zwickauer Keeper Johannes Brinkies vorbei.

Der FC Hansa Rostock unterliegt beim FSV Zwickau mit 0:1 und verliert Platz drei zunächst außer Sichtweite

svz.de von
07. März 2018, 21:04 Uhr

­­­­­Der FC Hansa hat sein Auswärtsmatch am 28. Spieltag der 3. Fußball-Liga beim FSV Zwickau mit 0:1 (0:0) verloren und damit den Sprung auf Tabellenplatz drei verpasst.

FCH-Coach Pavel Dotchev veränderte zwei Positionen in der Start-Elf im Vergleich zum Auswärtsauftritt beim SV Werder Bremen II (1:1) vom Freitag: Julian Riedel nahm Gelb-Sperre wieder seinen Stammplatz in der Innenverteidigung ein, mit der zweiten Veränderung überraschte der Fußball-Lehrer. Denn auf der rechten Außenbahn sollte Mounir Bouziane  für Belebung sorgen, der zuletzt im Oktober in der Start-Formation war.

Die Rostocker starteten auch mit Schwung in die Partie – die ersten 15 Minuten gehörten ganz klar den Gästen, die sich immer wieder vor das Tor des Ex-Hanseaten und FCH-Urgestein Johannes Brinkies auf Zwickauer Seite durchkombinierten. Dieser war es auch, der Hansa-Stürmer Soufian Benyamina sein möglicherweise kuriosestes Tor verwehrte. Der Angreifer stand mit dem Rücken zum Tor und versuchte einfach nach einer schlecht abgewehrten Flanke von Fabian Holthaus per Hacke einzunetzen (11.). Kurz danach versuchte sich Pascal Breier an einem Distanzschuss (15.), der aber drüber ging. In der Folge wurde das Spiel schneller und auch die Hausherren kamen zu ein paar Gelegenheiten. Noch blieben aber beide Seiten ohne Erfolg. Für Gelächter im gesamten FSV-Stadion sorgte Hansas Coacjh Pavel Dotchev in der 36. Minute: Der 52-Jährige wollte das Spiel seiner Mannschaft schnell machen und führte einen fälligen Einwurf einfach in Eigenregie aus – dies wurde natürlich vom Unparteiischen Marcel Schütz (Worms) abgepfiffen. Aber eben jenen Eifer sollten die Rostocker aus der Kabine mitbringen.

 

Allerdings waren es zunächst die Hausherren, die mit Dampf  in die zweite Hälfte starteten und die Rostocker ganz schön unter Druck setzten. Nach gut zehn Minuten bestimmte das Geschehen wieder Hansa. In der 58. Minute hatte Pascal Breier nach Doppelpass mit Benyamina die größte Möglichkeit allein vor dem gegnerischen Keeper, doch er schoss Brinkies nur an. Dann ging es Schlag auf Schlag: Erst setzte Benyamina aus kurzem Winkel den Ball übers Gehäuse (58.), dann zog Holthaus aus gut 16 Minuten mit viel Leidenschaft ab (60.) und wieder Breier (66./Brinkies lenkt den Ball weg). Aus dem Nichts gingen dann aber die Hausherren nach einer Ecke mit 1:0 in Führung (72.). Von diesem Schlag konnten sich die Rostocker nicht erholen – und fanden auch keinen Weg mehr, einen Treffer zu erzielen.

  • FSV Zwickau: Brinkies – Barylla, Atnonitsch, Acquistapace, Lange – Washausen – Bahn (90. Frick), Könnecke, Miatke (81. Schröter) – Eisele (71. Gremsl), König
  • FC Hansa Rostock: Blaswich – Rankovic, Hüsing, Riedel, Rieble (79. Väyrynen) – Bouziane (68. Quiring), Henning (87. Evseev), Wannenwetsch, Holthaus – Benyamina, Breier
  • Tor: 1:0 Antonitsch (72.)
  • Zuschauer: 7020 (gut 1000 Rostocker)

Die Rostocker in der Einzelkritik

Janis Blswich: Haat den Großteil des Spiels nichts zu tun und kaum gefährliche Situationen in seinem Strafraum. Ist beliebte Anspielstation, allerdings sind auch verunglückte Abschläge dabei. Beim Freistoß zur Stelle (45.+1). 2

Vladimir Rankovic: Abstimmung mit Bouziane muss noch besser werden. Gute Annahme per Brust (9.) und hält den Ball so im Spiel. Seine schlechte Hereingabe wird vom Zwickauer abgefangen (10.). 3-

Oliver Hüsing: Macht viel mit seiner Größe. Bekommt im Strafraum immer wieder ein Bein dazwischen. Sein Fehlpass öffnet Zwickau Angriffschance (8.). Zeigt seinen absoluten Siegeswillen, indem er immer mit anläuft. 3

Julian Riedel: Zeigt mit seinem Stellungsspiel wieder seine ganze defensive Klasse. Macht vieles mit Auge. Klärt zudem rigoros brenzlige Bälle einfach und unaufgeregt ins Aus (10.). Gewinnt aber auch Kopfballduelle (3.). 2

Nico Rieble: Wechselt immer mal wieder mit Holthaus die offensive Rolle, aber auch dann funktionieren die Abläufe zwischen den beiden. Siegt per Kopf (4.). Setzt sehr gut nach und erobert den Ball, anschließende Flanke zu lang (36.). 3-

Stefan Wannenwetsch: Orientiert sich wieder sehr nach hinten und versteckt sich damit. Scheut noch immer die langen Bälle. Gute Seitenverlagerung (15.). Schlägt den Ball ins Nirgendwo (28.). 3-

Bryan Henning: Wuselt wieder sehr viel im Mittelfeld, kann sich aber nicht ganz so gut durchsetzen wie noch zuletzt. Spieleröffnung wirkt sehr hektisch und teilweise unüberlegt, wodurch Fehler passieren (13.). Deckt bei Ecke Antonitsch nicht (72.). 4

Fabian Holthaus: Findet sich in seiner offensiven Rolle immer besser zu recht und überzeugt mit kreativen Vorstößen. Schickt Breier (5.), schickt Rieble (17.). Beißt sich am Gegenspieler fest und lässt nicht locker (6.). 3

Mounir Bouziane: Erstmals wieder in der Start-Elf – viele seiner Flanken sind noch nicht genau platziert, aber er sorgt für viel Bewegung auf der rechten Seite und bringt gemeinsam mit Rankovic die Zwickauer Defensive eins um andere Mal in Bedrängnis. 4+

Pascal Breier: Fühlt sich sichtlich wohler im Sturm, wo er mit Benyamina kreativ sein kann. Gute Balleroberung und –behauptung und Weitergabe auf Holthaus (5.). Scheitert gleich zweimal am Keeper (60., 66.). 4

Soufian Benyamina: Hat die Chance zur frühen Führung per Hacke (11.). Bekommt den Ball in guter Position zugesteckt, aber braucht zu lange, um eine Entscheidung treffen (37.). Setzt sich mit seiner Schnelligkeit immer gut durch. 4

Christopher Quiring: Überzeugt direkt mit gutem Kombinationsspiel mit Rankovic.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen