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Gewalt im Stadion : GdP: Hansa-„Sanktiönchen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Polizeigewerkschaft und Innenminister kritisieren Maßnahmepaket des Fußballvereins gegen Randalierer

svz.de von
erstellt am 02.Mai.2014 | 20:41 Uhr

Der gestern vorgestellte Maßnahmenkatalog des Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock, mit dem der Verein auf die anhaltenden Ausschreitungen unverbesserlicher Fans reagieren will, stößt im Innenministerium und bei der Polizei auf Skepsis und Kritik. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht von „Sanktiönchen“.

„Die Gewalt im Stadion wird sich durch die Schließung der Südtribüne für einen einzigen Spieltag nicht ändern“, sagte Christian Schumacher, GdP-Landeschef. Auch die vom Hansa-Vorstand angekündigte Kostenerhöhung für die Südtribüne in den ersten drei Heimspielen der neuen Saison sei nutzlos. „Gewalttäter zahlen dann 15 Euro mehr und kommen trotzdem ins Stadion“, meinte Schumacher. Die angekündigten Maßnahmen könnten nur ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.

Beim Spiel gegen RB Leipzig am Wochenende hatten zum Teil vermummte Personen Farbbeutel und Gegenstände in den Bereich der Gästefans geworfen und WC-Anlagen zertrümmert. Mit den Einzelteilen der Sanitär-Einrichtungen wurden Polizisten beworfen. Mehrere Beamte und Ordnungskräfte wurden verletzt.

„Das Maßnahmenpaket des FC Hansa Rostock kommt spät, aber spät ist besser als nie“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Wie glaubwürdig die Ankündigungen sind, müsse sich erst noch in der Praxis beweisen. Caffier: „Einen Vertrauensvorschuss für Hansa gibt es nicht.“

Immer wieder hatten in den vergangenen Jahren Hansa-Anhänger für gewalttätige Ausschreitungen gesorgt, ohne dass die Vereinsführung dem Treiben geeignete Mittel entgegensetzte. Die Randale am Wochenende brachte das Fass zum Überlaufen. Inzwischen geht es auch um das Überleben des Clubs. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Norbert Nieszery , hatte nach den jüngsten Ausschreitungen die Auszahlung einer existenzsichernden Landesbürgschaft infrage gestellt. Die Gläubigerbanken DKB und Ostseesparkasse wollen auf Forderungen gegen den Club von acht Millionen Euro nur verzichten, wenn das Land 2,5 Millionen Euro an Bürgschaften überweist. „Der Schuldenschnitt ist kein Selbstläufer“, sagte Nieszery.

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