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Nach Fan-Krawallen : FC Hansa zieht erste Konsequenzen

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Verein beschließt: Keine Fanordner mehr auf der Südtribüne, auch der Container auf dem Parkplatz Süd wird entfernt

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2017 | 22:21 Uhr

Der Fußball-Drittligist FC Hansa reagiert drei Tage nach den Ausschreitungen in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokal-Spiels zwischen den Rostockern und Hertha BSC (0:2) mit ersten Konsequenzen, wie der Traditionsverein mitteilte. Demnach hat der Vorstand des FC Hansa in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat beschlossen, dass bis auf Weiteres sämtliche Arbeitskarten und Durchfahrtsbescheinigungen für die aktive Fanszene im Bereich der Südtribüne entzogen werden. Der Fancontainer, der bisher auf dem Parkplatz Süd stand, wird zudem entfernt.

„Ohne Frage muss das Überschreiten der Grenzen konkrete Konsequenzen nach sich ziehen“, heißt es in der Mitteilung.  Daher soll künftig  auch  der reguläre Ordnungsdienst   auf der Südtribüne zum Einsatz kommen. Bisher waren dort Fanordner zuständig. Eine Aufarbeitung der Geschehnisse von Montag, als Hertha-Fans die Südtribüne mit Raketen beschossen haben und Hansa-Anhänger ein Berliner Fan-Banner verbrannten, ergab, dass das bisherige Konzept nicht ausreichend funktioniert. Alle sicherheitsrelevanten Prozesse und Abläufe werden nun  einer internen sowie externen Überprüfung unterzogen.

Die Rostocker führten heute Gespräche mit der Polizei, dem Sicherheitsdienst, dem Kontrollausschusses des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und auch der AG Süd, die zu diesen Maßnahmen führten. „Alle Parteien werden auch weiterhin im engen Dialog bleiben und an weiteren Lösungen arbeiten, aber auch weitere Konsequenzen in Betracht ziehen“, kündigt der Club an und verdeutlichte: "Wir sind und wir bleiben stolz auf unsere lebendige Fankultur. Wir sind und bleiben stolz auf unsere Stimmung im Ostseestadion, die in Deutschland in Teilen ihresgleichen sucht." Der Club stehe auch weiterhin zur großen aktiven Fanszene  und werde auch künftig offen für den Dialog sein. "Aber genauso klar und deutlich sagen wir auch, wo unsere Grenzen sind. Eine solche Grenze wurde beim Spiel am Montag deutlich überschritten", heißt es weiter.

Währenddessen reagierte auch  der DFB, der  in Zukunft  auf  Kollektivstrafen für Fans verzichten will. „Bis auf Weiteres“ wolle man „keine Sanktionen wie die Verhängung von Blocksperren, Teilausschlüssen oder Geisterspielen mehr“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel, der mit den Vereinen in den Dialog treten möchte. Dies begrüßen die Rostocker:  „Nun liegt ein Gesprächsangebot auf dem Tisch, das auffordert mitzuwirken, um gemeinsam zu Lösungen zu kommen. Der FC Hansa begrüßt dieses Angebot und erklärt ganz klar seine Dialogbereitschaft. Wir werden uns aktiv einbringen –  im Sinne und zum Wohle des Fußballs. Wir sind nun alle gefordert und können zeigen, dass wir unseren vielen Worten auch Taten folgen lassen.“

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