zur Navigation springen

FC Hansa Rostock : Esdorf überzeugt als „ruhiger Typ“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der 20-jährige eigentliche Innenverteidiger gab gegen Osnabrück sein Drittliga-Debüt hinten links in der Start-Elf.

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Bei seinem Debüt in der Start-Elf überzeugte der 20-jährige Florian Esdorf als Linksverteidiger die 14 000 Zuschauer am Sonnabend im Ostseestadion. Gegen die Angreifer vom VfL Osnabrück agierte er hellwach und aggressiv – und das, obwohl der Linksfuß eigentlich ein gelernter Innenverteidiger ist. „Die Aufstellung haben wir trainiert. Ich kam mit den Jungs klar, sie haben mich gut aufgenommen, mich unterstützt und mir aufmunternde Worte zugesprochen“, sagte Esdorf nach seinem ersten Einsatz im Ostseestadion. Zudem habe er auch schon in der A-Jugend einige Partien als linker Verteidiger bestritten. „Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt.“

Und das mit einer Ruhe und Gelassenheit, die einem jungen Spieler nicht zugetraut wurden. „Beim Einlaufen kriegt man schon Gänsehaut, das muss man sagen“, gab er zu. „Aber wenn der Anstoß ist, kriegt man nicht mehr viel mit. Natürlich ist man nervös. Die anderen haben mir gesagt, ich soll mein Ding durchziehen, so wie im Training ruhig spielen, ich bin ja eher der ruhige Typ. Wenn man dann erfolgreiche Pässe spielt, kommt man ordentlich in die Partie rein – und die Nervosität legt sich“, sagte der Hanseat.

Vorher stand der junge Akteur bereits fünfmal diese Saison im Drittliga-Kader, kam aber noch zu keinem Einsatz. Im Trainingslager in der Türkei machte er einen immensen Leistungssprung. „Der Trainer hat immer wieder gesagt, dass er zufrieden mit mir ist, seitdem er hier ist. Das gibt einem natürlich Mut und Kraft, wenn der Coach so etwas sagt.“

Dennoch kam der Defensivmann bis zum Sonnabend nur zu Einsätzen in der Oberliga. Ein Riesenunterschied, gestand Florian Esdorf: „In einer Drittliga-Partie ist viel höheres Tempo, und wenn du einen Fehler machst, wird er meistens direkt bestraft. Aber ich habe versucht, ruhig zu bleiben, mein Ding durchzuziehen. Ich denke, Fehler können passieren, aber man muss sie minimieren.“

Und nicht zuletzt die Kulisse des Ostseestadions: „Die Fans haben mir Mut gemacht. Dass da so viele Leute sind, einen anfeuern, auch wenn mal eine Aktion nicht gelingt, dass dann trotzdem geklatscht wird.“ So wurde der 1,88-Meter-Mann im Verlauf der Partie immer mutiger und war auch mal vor dem gegnerischen Tor zu finden. „Das hat der Trainer auch von mir gefordert, dass ich ein bisschen mit nach vorne mache.“ Esdorf könnte ein ernst zu nehmender Konkurrent für den verletzten Verteidiger Christian Dorda werden. „Ich werde mich natürlich im Training weiter reinhängen, dass ich vielleicht beim nächsten Mal wieder spiele.“

Seit 2008 durchläuft Florian Esdorf den Nachwuchsbereich des FC Hansa, zuvor kickte er beim PSV Ribnitz-Damgarten und FSV Bentwisch. Und seit der C- Jugend ist er beim FCH nur bekannt unter dem Namen „Hexe“, „weil meine Nase etwas größer ist als bei anderen, aber das macht mir nichts aus“, so der reine Linksfuß. „Rechts ist mein schwächerer Fuß, aber ich arbeite daran, dass sich das ändert.“

Und zum Ende der Partie hatte der 20-Jährige den Fuß an der richtigen Position, um zu verhindern, dass das Unentschieden für die Rostocker noch in die Hose geht. „Ja, aber davor hatte ich ja den Fehlpass verursacht, deswegen musste ich meinen Fehler wieder ausbügeln“, sagte er selbstkritisch. „Das war echt ein Schweinepass.“

Angefeuert wurde er auf der Tribüne von seinem Vater und seinem Schwager. „Meine Mutter ist leider ein bisschen angeschlagen, aber sie hat es im Fernsehen verfolgt.“ Glückwünsche konnte er erst zu Hause entgegennehmen, denn „in der Kabine ist Handy-Verbot“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen