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FC Hansa Rostock : Elgeti: „Zu tun gibt es genug“

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Immobilienexperte zu seinem Engagement bei Hansa

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Immobilienprofi Rolf Elgeti will 45 Prozent der Anteile an der künftig ausgegliederten Profiabteilung des FC Hansa übernehmen. Der 39-Jährige beantwortete die Fragen von NNN-Mitarbeiter André Gericke

Der Termin zur außerordentlichen Mitgliederversammlung und damit zur Abstimmung über die Ausgliederung wurde bereits zweimal verschoben. Hatten Sie zwischenzeitlich einmal den Gedanken gehabt, alles hinzuschmeißen?

Rolf Elgeti: Nein. Natürlich nicht.

Was sind für Sie die Hauptgründe, um beim FC Hansa zu investieren?

Ich wollte schlicht, dass es weitergeht. Ich bin mir sicher, dass ich mich irgendwann geärgert hätte, wenn Hansa untergegangen wäre und ich weiß, ich hätte die Mittel gehabt, das zu verhindern. Außerdem freue ich mich, dass wir bei der Gelegenheit den richtigen Namen für unser Stadion wieder zurückbekommen konnten.

Sie treten ja als Investor auf, sind kein Mäzen im herkömmlichen Sinn. Auf welchen Weg erhoffen Sie sich, aus Ihrem Investment Profit schlagen zu können?

Erst mal wäre ich sehr zufrieden, mit dem Engagement kein Geld zu verlieren. Ob die Profiabteilung jemals Gewinn erzielen wird, bleibt abzuwarten. Im Moment verlieren wir noch einen siebenstelligen Betrag pro Saison.

Im Profifußball ist es üblich, dass Geldgeber Ihre „Wachhunde“ im Verein positionieren und so ein Mitspracherecht ausüben wollen. Planen Sie auch jemanden beim FC Hansa „unterzubringen“?

Nein. Die handelnden Personen müssen die Chance haben, langfristig zu denken und zu arbeiten. Dann werden wir auch irgendwann bessere Ergebnisse sehen. Politische Spielchen und Profilierungen um Vereinsämter haben wir für dieses Jahrhundert sicherlich schon ausreichend gehabt.

Wie viele Millionen haben Sie schon in oder für den FC Hansa investiert und wofür?

Zur Sicherung der Lizenz der laufenden Saison vier Millionen. Dazu der Ankauf des Stadionkredites. In der Summe achtstellig.

Wären Sie in Zukunft eventuell auch bereit, dem Verein weiteres Kapital zur Verfügung zu stellen, um zum Beispiel den Kader zu verstärken und so die Aussichten auf einen Aufstieg zu verbessern?

Grundsätzlich nicht. Aufstiege zu kaufen, kann nicht unser Anspruch sein und ist ganz sicher nicht mein Verständnis von Sportsgeist. Wenn wir allerdings einmal vor dem Wintertransferfenster einen Punkt oder so von der Relegation entfernt stehen, sollte man sich schon mal zusammensetzen.

Sie würden die Anteile an der neuen Profi-Gesellschaft des FC Hansa mit Ihrer Firma Obotritia übernehmen. Was würde mit den Anteilen passieren, sollte Ihre Firma in Schwierigkeiten geraten oder sogar insolvent werden?

Ich hafte persönlich für die Obotritia, insofern habe ich jede Motivation, hart dafür zu arbeiten, dass dieser Fall nicht eintritt. Sollte er doch eintreten, hätte der Verein bekanntermaßen ein Vorkaufsrecht für die Anteile.

Wie sehen Sie die aktuelle Lage beim FC Hansa und was sind Ihre Visionen für die Zukunft?

Zu tun gibt es genug. Klassenerhalt, Ausgliederung und das Erlangen der Lizenz für die kommende Saison sollten auf dem „Kurzfristzettel“ stehen. Dann sollte die wirtschaftliche Sanierung weiter vorangetrieben werden, denn nur ein gesunder Verein hat die Chance, auch sportlich langfristig zu agieren. Das wiederum ist aber unabdingbare Voraussetzung für eine gute sportliche Perspektive. Das Ganze sollte auch von Maßnahmen begleitet werden, die den Verein wieder stärker in die Region und unsere Gesellschaft zurückholen. Und damit sollte auch mindestens ein Aufstieg drin sein.
 

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