FC HANSA ROSTOCK : Ein Sieg des unbändigen Willens

Christian Bickel (links/hier im Duell mit dem Dortmunder Khaled Narey) war schon an der Entstehung beider Ausgleichstreffer maßgeblich beteiligt, ehe er in der 90. Minute das 3:2 selbst besorgte.  Fotos: Georg Scharnweber
Christian Bickel (links/hier im Duell mit dem Dortmunder Khaled Narey) war schon an der Entstehung beider Ausgleichstreffer maßgeblich beteiligt, ehe er in der 90. Minute das 3:2 selbst besorgte. Fotos: Georg Scharnweber

Hansa schlägt Borussia Dortmund II in letzter Minute 3:2.

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26. April 2015, 20:55 Uhr

Nach dem 3:2 (2:2) gegen Borussia Dortmund II, einem Sieg des unbändigen Willens, ist der FC Hansa dem Erhalt der 3. Fußball-Liga nahe: sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz vier Runden vor Schluss.

Stürmer Sburlea begann an Stelle des verletzten defensiven Mittelfeldmannes Ikeng. Taktisch „strich“ Trainer Baumann wie angekündigt einen „Sechser“ (Grupe gab den alleinigen Abräumer) und schickte dafür einen Offensiven mehr ins Rennen: Sburlea und Ziemer in vorderster Front, der etatmäßige Angreifer Savran auf dem rechten Flügel, links Bickel, zentral Weidlich. Es waren allerdings die Gäste, die früh in Führung hätten gehen können, als der Ex-Rostocker Ioannidis nur um wenige Zentimeter eine Hereingabe von Narey verpasste (6.). Kurz darauf aber fiel das 0:1 – Ruprecht muss foulend ausbügeln, Ioannidis wäre durch gewesen. Freistoß mittig aus 18 Metern, Solga zwirbelt ihn elegant über die Mauer, Torwart Schuhen kann nur hinterherschauen, wie die Kugel einschlägt (9.).

Der FC Hansa tat sich äußerst schwer, System in seine Aktionen zu bringen. Zuviele Ungenauigkeiten prägten den Vorwärtsgang. Die Blau-Weißen agierten zu umständlich, wollten mit dem Kopf durch die Wand. Dennoch gelang ihnen der Ausgleich, als Weidlich im Anschluss an eine Ecke aus gut 20 Metern mit einem Gewaltschuss durch die Mitte das 1:1 wahrlich erzwang (28.).

Doch nur vier Minuten später lag der Vorletzte nach einer Kopfball-Stafette wieder vorn. Da sah der FCH gesamtheitlich schlecht aus. Das war angefangen von Sburlea bis hin zu Schuhen gar zu halbherzig!

1:2, damit schien es in die Pause zu gehen, als sich Hansa noch einmal nach vorn arbeitete: Diesmal nicht wie beim zweiten Gegentor „nur“ vier, sondern sogar fünf Kopfbälle in Folge – dann hatte Savran die Faxen dicke und haute den Ball humorlos mit links ins Netz (45.+2).

Damit ging diese Partie praktisch noch mal ganz von vorn los. Die Dortmunder blieben kreuzgefährlich. Klar, die mussten ja auch unbedingt gewinnen, die wollten mehr als bloß ihre sich abzeichnende bereits 16. (!) Punkteteilung der Saison. Die Rostocker wankten. Allerdings hatten sie nicht nur zweimal mit großem Kampfgeist einen Rückstand wettgemacht, sondern sich auch fußballerisch gesteigert und wollten zum Ende hin klar ersichtlich das Siegtor. Hier konnte jetzt jeden Moment auf beiden Seiten der Lucky Punch erfolgen, und so kam es auch: Ahlschwede setzt sich überragend an der rechten Torauslinie durch, seine Eingabe versucht Savran mit dem Hacken zu verwerten, die Kugel rollt genau Bickel vor die Füße, und der macht sie rein – 3:2 (90.)! Ausgerechnet der angeschlagene Bickel, der anschließend verriet: „Ich wollte raus, hatte ein sehr schlechtes Gefühl, weil es geknackt hat. Die Physio-Abteilung hat mich aber in der Halbzeit aufgerichtet. Noch ’ne kleine Tablette rein, und dann läuft das schon.“

Die gut fünf Minuten Nachspielzeit verstrichen ohne große Aufreger.

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