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Wieder Geisterspiel : Dynamo Dresden büßt für Fußball-Chaoten

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Dynamo Dresden muss erneut vor leeren Rängen spielen und finanzielle Einbußen für die kriminellen Aktivitäten eines Teils seiner Anhängerschaft hinnehmen. Nach den Vorfällen in Rostock verurteilte der DFB die Sachsen zu einem Geisterspiel.

svz.de von
erstellt am 15.Dez.2014 | 17:22 Uhr

Fußball-Drittligist SG Dynamo Dresden muss erneut für die kriminellen Machenschaften von Chaoten aus dem Kreis seiner Anhängerschaft büßen. Nach den Ausschreitungen beim Spiel bei Hansa Rostock verurteilte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Verein am Montag zu einem Spiel unter komplettem Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Begegnung gegen den FC Rot-Weiß Erfurt am 7. Februar 2015 (14.00 Uhr) wird daher zu einem Geisterspiel. Gleichzeitig wird die am 4. Juli 2014 nach Ausschreitungen in Bielefeld gegen Dresden ausgesprochene Bewährungsstrafe widerrufen und die dadurch zu vollziehende Strafe (Teilausschluss der Zuschauer für ein Drittliga-Heimspiel) im neuen Strafmaß mit eingerechnet, teilte der DFB am Montag mit. „Dieses Urteil ist gerecht, trifft aber den Verein, seine Mitglieder und alle Fans der SGD sehr hart. Nach den schwerwiegenden Verfehlungen der Täter von Rostock musste mit einem solchen Strafmaß gerechnet werden“, sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Robert Schäfer.

Der wirtschaftliche Schaden für die Dresdner beläuft sich auf eine sechsstellige Summe. „Wir haben bereits viel Unterstützung bei der Ermittlung der Täter erfahren und werden nicht nachlassen, bis die Verantwortlichen ermittelt und durch Regressforderungen zur Verantwortung gezogen werden. Gleichzeitig werden wir den Dialog gemeinsam mit unseren Fans kontinuierlich fortsetzen, um schützenswerte Fankultur zu bewahren und uns deutlich von Straftaten abzugrenzen“, betonte Schäfer in einer Pressemitteilung. Nach den Vorgaben des DFB müssen beim Spiel gegen Erfurt sämtliche Zuschauerbereiche geschlossen bleiben. Auf dem gesamten Stadion- und Vereinsgelände darf auch keine Übertragung der Begegnung im Rahmen eines Public Viewing stattfinden. Das hatte es bereits am 11. März 2012 gegeben. Auch damals erlebte Dresden ein Geisterspiel, was aber in die Geschichte eingehen sollte. Denn Dynamo verkaufte auf Fanwunsch virtuelle Tickets. 41 738 Karten gingen damals für die Begegnung gegen den FC Ingolstadt in der 2. Bundesliga über den Ladentisch. Damit wurde das Fassungsvermögen der Dresdner Arena (32 066) überschritten. Das Geld ging in die Nachwuchsförderung. In Rostock musste Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) das Dresdner Auswärtsspiel am 29. November in der 57. Minute für knapp eine Viertelstunde unterbrechen, nachdem im Dresdner Zuschauerblock mehrere Bengalische Feuer und Raketen gezündet und dann gezielt über einen eingerichteten Pufferblock hinweg in Richtung des nebenan gelegenen Rostocker Fanblocks geworfen und geschossen wurden. Auch auf dem Spielfeld landete Pyrotechnik.

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