Interview Babak Rafati : Druck als Leistungsverstärker

Babak Rafati als Schiedsrichter
Babak Rafati als Schiedsrichter

Ex-Fifa-Schiedsrichter und Mentalcoach Babak Rafati im Kurz-Interview

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29. September 2017, 21:00 Uhr

Er kennt viele Fußball-Superstars und Weltfußballer wie Cristiano Ronaldo, Lionel Messi, David Beckham, Bastian Schweinsteiger, Diego Maradona, Neymar oder Manuel Neuer – Babak Rafati war Bankkaufmann in Führungsposition und 25 Jahre lang als Schiedsrichter tätig. Dabei war der heute 47-Jährige insgesamt 15 Jahre im Profi-Fußball in den höchsten Spielklassen des Deutschen Fußball-Bundes mit mehr als 200 Spielen sowie von 2008 bis 2011 als Fifa-Schiedsrichter auf internationaler Ebene aktiv. Mittlerweile vermittelt Rafati als Mentalcoach seine Erfahrungen und Strategien aus der Therapie, die er in einer der größten und renommiertesten Privatklinik Europas erlernte. Im NNN-Kurzinterview erklärt der ehemalige Schiedsrichter, wie die Hanseaten ihre aktuelle Heimmisere besiegen können.

Wie nimmt ein Profisportler einen solchen Druck wahr? Oder kann man dies einfach ablegen?
Babak Rafati: Profisportler lassen sich vom Umfeld stark beeinflussen. Dabei geht es um Gefühle und Emotionen, weniger um Wahrheit und Logik. Dadurch geht viel Performance verloren.

Verändert sich die Leistung durch diese Drucksituation merklich?
Druck ist ein Leistungsverstärker, der uns zu typisch negativen Denkmustern und „Von sich selbst Entfernens“ verleitet. Somit brandgefährlich.

Wie kann man sowohl als betroffener Athlet und vielleicht auch als Trainer darauf eingehen oder damit umgehen und darauf auch reagieren?
Dafür gibt es Strategien, zum Beispiel Gedanken-/Changemanagement. Aber es ist auch sehr wichtig, die Ursache für das Versagen zu beleuchten. Nicht die Niederlage steht im Focus, sondern, was den Einzelnen aktuell belastet.

Gibt es Tipps, um einen Erfolg in einer solchen Situation zu erzielen?
Starke Selbstführung. Das erfordert aber erst, die eigene Psyche zu erkennen. Wir glauben immer, dass andere im Job für unsere Misere schuldig sind. Trainer, Medien, Mitspieler und so weiter... Wir schreiben unser eigenes Drehbuch und haben es selbst in der Hand.
 

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