zur Navigation springen

FC Hansa Rostock - INterview : Dotchev will hohes Tempo

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hansa-Coach zieht Bilanz des Kurz-Trainingslagers: „Es wartet noch unheimlich viel Arbeit auf uns“

von
erstellt am 01.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Das Kurz-Trainingslager des Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock in Göhren auf der Insel Rügen ist zu Ende. Im Gespräch mit NNN-Redakteurin Marie Boywitt zieht FCH-Coach Pavel Dotchev ein Fazit der bisherigen Vorbereitung.

Herr Dotchev, wie zufrieden waren Sie mit den Bedingungen auf Rügen?
Pavel Dotchev: Sehr zufrieden. Für uns gab es Top-Bedingungen, wir sind sehr gastfreundlichen Leuten hier begegnet. Es war einfach sensationell. Ich würde gerne noch mal hierher kommen. Das ganze Ambiente war optimal. Wir konnten in Ruhe so arbeiten, wie wir uns das vorgestellt haben und haben alles durchgezogen.

Ab Donnerstag musste das Trainingspensum ein wenig heruntergefahren werden, hat Sie das in Ihren Planungen ausgebremst?
Nein, das würde ich nicht sagen. Ich hätte ja was machen können, wenn ich gewollt habe. Das war absichtlich von mir, dass ich am Donnerstag das Tempo ein bisschen rausgenommen habe. Die Verletzungsgefahr war mir ein bisschen zu hoch. Wir haben jetzt an der Basis gearbeitet, zwischendurch auch ein bisschen im taktischen Bereich gemacht. Aber das war noch nicht so intensiv. Wir müssen die Reihenfolge einhalten. Wir können ja auch nicht, wenn wir ein Haus wollen, zuerst das Dach bauen. Wir werden ab der nächsten Woche im taktischen Bereich schon etwas intensiver arbeiten – mit kleineren Gruppen und mit Videos. Auch die Standards werden wir noch verbessern.

Da wartet also noch eine Menge Arbeit auf Sie und Ihre Mannschaft...
Es wird nicht so sein, dass nur während der Vorbereitung gearbeitet wird – und wir dann nachlassen. Fakt ist, dass diese Art und Weise, wie ich Fußballspielen lassen möchte, sehr aufwendig ist. Dafür muss die Mannschaft fit sein. Ich verlange von meinen Spielern immer hohes Tempo und immer auf Pressing zu gehen, mehr auf dem Platz agieren. Momentan ist zwar schon vieles harmonisch und viele gute Sachen dabei, aber es wartet noch unheimlich viel Arbeit auf uns. Ich bin nicht blauäugig und kein Träumer, weil ich denke, hier läuft alles wie verrückt. Wir haben schon noch einige Defizite. Aber ich bin zufrieden, weil ich sehe, dass die Mannschaft willig ist und das annimmt, was ich vorgebe. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um gemeinsam etwas zu erreichen.

Sie sprachen oft davon, wie wichtig der Charakter der Mannschaft ist. Was erwarten Sie von Ihrem Team auf dem Platz?
Alle müssen Verantwortung tragen. Wir haben uns verabschiedet von der Situation, dass auf dem Platz zwei, drei ältere Spieler sind, die die Führung übernehmen. Wir haben jetzt elf Leute auf dem Platz, die Verantwortung tragen und die Initiative ergreifen. Ich brauche Persönlichkeit und nicht Leute, die sich hinter jemandem verstecken.

Ihre Mannschaft hat in den bisherigen Testspielen kein Gegentor kassiert, freut Sie das?
Bisher hatten wir noch nicht die Defensivarbeit, bei der wir noch mehr hätten erkennen können. Die Gegner waren nicht so stark. Jetzt kommen die Spiele, in denen auch für mich als Trainer wichtig sein wird, wie sich die Mannschaft verhält. Demnächst kommen Mannschaften, gegen die wir komplett gegen den Ball arbeiten müssen.

Wegen des Wetters musste die teambildende Maßnahme abgesagt werden. Wird es eine Wiederholung geben?
Das kann ich mir vorstellen. Für mich ist es aber wichtig, so etwas nicht als Aktionismus zu starten, weil man es machen muss. Das ist ein langwieriger Prozess – an der Teambildung muss man jeden Tag arbeiten, das muss man pflegen. Es bringt nichts, wenn wir das durchgezogen hätten und danach alles vernachlässigen. Wir müssen alle in diese Richtung arbeiten, das ist für mich wichtig.
 

Maries Hansa-Kolumne: Verregneter Abschied
Das Wetter auf der  Insel Rügen hat dafür gesorgt, dass einem der Abschied nicht all zu schwer fiel: Regen, Regen und nochmals Regen waren gestern angesagt. Nicht nur der Trainingsplatz der Hanseaten war überschwemmt, sondern auch durch die Straßen rannten Wassermassen. Ein solches Wetter verbringt man dann doch lieber in seinen eigenen vier Wänden – der Herbst lässt grüßen.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen