Die Jagd nach Mitbringseln

svz.de von
10. Januar 2013, 08:49 Uhr

Es ist allmählich an der Zeit, sich um Mitbringsel für die Lieben zu Hause zu kümmern. Aber was tun, wenn die Zeit nicht für eine Shopping-Tour in Belek-Stadt reicht? Man geht im Hotel einkaufen. Kein Problem in so einem Fünf-Sterne-Haus - und bezahlt wird mit Euro. Beim Juwelier werde ich fündig, der hat auch die gängigen Souvenirs im Sortiment. Ins Auge sticht mir ein mit der türkischen Mondstern-Flagge geschmücktes Tütchen, das sieben nett drapierte Lira- und Kurus-Münzen enthält. Bei Spiegelglanz-Qualität hätte ich drüber nachgedacht, trotz des gesalzenen Preises von 6,50 Euro eine Hartgeld-Kollektion der einheimischen Währung mitzunehmen. Aber die "Taler" sehen aus wie das krasse Gegenteil von "Polierter Platte". Die sind, bevor sie in die Tüte kamen, schon lange Zeit im Umlauf gewesen… Ganz annehmbar finde ich zunächst die Anhänger mit in durchsichtigem Kunststoff versiegelten Skorpionen und anderen optisch was hermachenden Insekten. Ich Naiver denke, es handelt sich um Vertreter der heimischen Fauna. Bis ich den von einem "3 €"-Aufkleber getarnten Schriftzug "Made in China" entdecke. Also, wenn das so ist, dann gibt’s eben keine Mitbringsel, und ich erhöre lieber den nach allen Regeln der Kunst ("Drei Jahre Garantie!") seine Dienste anpreisenden Schuhputz-Meister unten auf dem Flur. Der verrammelt sogar mit Flatterbändern und "Caution! Wet floor"-Schildern die Treppe, damit jeder, der zum Abendbrot ins Restaurant will, direkt vor seiner Nase aus dem Fahrstuhl steigt und unweigerlich an ihm vorbei muss.

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