Hansa Rostock : Die emotionale Rückkehr

Rückkehr zur alten Liebe: Hansas Kapitän Amaury Bischoff spielt heute Abend ab 19 Uhr gegen seinen Ex-Verein Preußen Münster und will weiter Punkte sammeln.
Rückkehr zur alten Liebe: Hansas Kapitän Amaury Bischoff spielt heute Abend ab 19 Uhr gegen seinen Ex-Verein Preußen Münster und will weiter Punkte sammeln.

Hansa-Kapitän Amaury Bischoff will heute Abend gegen seinen Ex-Verein Preußen Münster punkten

23-48119644_23-91793631_1505486890.JPG von
16. Februar 2018, 08:00 Uhr

Der 25. Spieltag in der 3. Fußball-Liga beim SC Preußen Münster (heute ab 19 Uhr) wird für den Kapitän des FC Hansa Rostock, Amaury Bischoff, ein ganz besonderer sein. Warum, verriet der 30-Jährige unserer Redakteurin Marie Boywitt.

Für Sie wird es sicherlich ein emotionales Spiel – die Rückkehr zu ihrem ehemaligen Club. Wie bereiteten Sie sich darauf vor?

Amaury Bischoff: Am Anfang der Woche hatte ich noch mehr Gedanken bezüglich meiner Verletzung, jetzt bin ich aber fit. Natürlich wird es sehr emotional für mich – und auch unseren Trainer. Ich war fünf Jahre in Münster und habe 170 oder 180 Spiele für den Verein gemacht, war Kapitän, das geht nicht einfach so an einem vorbei. Ich kenne noch sehr viele Leute da und die Stadt. Es ist emotional, keine Frage, aber es ist ein Drittliga-Spiel, und ich werde die Minuten, die ich auf dem Platz bin, das alles beiseite legen. Denn ich bin jetzt bei Rostock, fühle mich gut und möchte die drei Punkte holen. Nach dem Spiel ist es sicher was anderes.

Ist es für Sie noch sehr schmerzhaft, sich an Münster zu erinnern?

Nach dem Trainerwechsel spielte ich dort keine Rolle mehr, das habe ich akzeptiert. Ich habe dort überhaupt keinen Streit mit den Verantwortlichen gehabt, ich hatte dort fünf Jahre lang geile Ergebnisse und Saisons gespielt, die Aufstiegsphase und zweimal 1. Hauptrunde im DFB-Pokal – die Zeit, in der ich da war, war sehr, sehr gut. Ich bin dort als No Name gestartet, als Pavel Dotchev mich damals aus Portugal geholt hat, und peu à peu habe ich mich als Stammspieler etabliert. Münster ist meine zweite Heimat geworden.

Wie schätzen Sie den SC Preußen Münster ein?

Es ist schwierig. Der Trainerwechsel hat schon etwas gebracht, aber sie sind noch im Abstiegskampf – und da geht es in erster Linie um Kampf und Laufbereitschaft. Die Mannschaft hat viel Qualität, und sie müsste nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Es ist eine robuste Mannschaft, die nicht einfach ist zu bespielen.

Was denken Sie, wie werden die Fans auf Ihre Rückkehr reagieren?

Als ich da gespielt habe, hatten die Fans ein Lied für mich konzipiert. Das hat mich auch gefreut, denn das zeigte mir, dass ich dort etwas geleistet habe. Ich denke, einige werden mich abklatschen – wahrscheinlich so oder so. Aber das ist im Fußball normal. Das stört mich nicht. Es wird sehr, sehr emotional. Dafür spiele ich Fußball, für solche Momente. Ich freue mich darauf.

Mit dem Spiel könnte der FC Hansa in der Tabelle vorlegen. Sicher wollt ihr die Spitzenreiter ein bisschen unter Druck setzen?!

Natürlich gucken wir nach dem Ergebnis, aber letztendlich müssen wir unsere Serie fortsetzen. Ich bin froh, dass wir drei Siege in Folge nach der Winterpause geholt haben. Aber wir haben auch noch viel Luft nach oben – fußballerisch. Mittlerweile hat bei uns wahrscheinlich jeder kapiert, was 3. Liga ausmacht: Kampf, Laufbereitschaft und Aggressivität. Ich weiß, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen werden, aber wir müssen alles probieren, was geht, und dann sehen wir weiter.

Der Gegner: SC Preußen Münster

Hansa-Bilanz: Die beiden Mannschaften sind insgesamt elfmal aufeinandergetroffen. Der FCH konnte dreimal als Sieger vom Feld gehen, der SC hingegen fünfmal. Drei Punkteteilungen gab es. 

Saisonverlauf: Die Münsteraner sind mit großen Ambitionen in die Saison gestartet, doch mussten sie schnell Rückschläge hinnehmen und befinden sich mittlerweile im Kampf gegen den Abstieg.

Seit Dezember haben sie einen neuen Trainer: Auf Routinier Benno Möhlmann folgte Marco Antwerpen.

Kader: Mit Adriano Grimaldi und Tobias Rühle  besitzt der SC Preußen  eine starke Offensive, ist  aber auch vom Verletzungspech verfolgt: Danilo Wiebe (defensives Mittelfeld) zog sich gegen Magdeburg (1:3) einen Anriss des vorderen Kreuzbandes zu. 

Stärken: zweikampf- und kopfballstark

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen