Hansa Rostock Trainingslager : Der Mann, der die Hanseaten pflegt

Entspannung im Pool? Nicht für Physiotherapeut Tobias Hamann (rechts) – er nutzt das beheizte Schwimmbecken für Übungen mit Defensivmann Tommy Grupe.  Fotos: Peter Richter
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Entspannung im Pool? Nicht für Physiotherapeut Tobias Hamann (rechts) – er nutzt das beheizte Schwimmbecken für Übungen mit Defensivmann Tommy Grupe. Fotos: Peter Richter

Physiotherapeut Tobias Hamann ist bereits zum dritten Mal mit im Trainingslager – und ist für die Fußballer rund um die Uhr im Einsatz

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09. Januar 2016, 09:00 Uhr

Fleiß legen sie alle an den Tag im Trainingslager des Fußball-Drittligisten FC Hansa – richtig knüppeln aber müssen wie immer in den Camps die Physiotherapeuten: In Lara haben Tobias Hamann und Frank Scheller kaum eine ruhige Minute…

Während Frank Scheller gerade mit der Mannschaft auf dem Platz ist, hält Tobias Hamann im Hotel keineswegs nur die Stellung. Bei ihm auf der Liege befindet sich im Moment Dennis Erdmann, kein Stammkunde. „Ich bin das erste Mal in meinem Leben bei ihm“, versichert der Innenverteidiger, während Hamann „Erdes“ zwickende Waden auflockert. Als Nächster kommt Zeugwart Andreas Thiem zur Tür herein. Zur Behandlung will der allerdings nicht. „Wenn ich was habe, gehe ich zu einem Richtigen“, flachst er. Der Physio nimmt den Spaß schmunzelnd zur Kenntnis, während er per Telefon den nächsten „Patienten“ einbestellt.

Tobias Hamann, im Verein tätig seit 2010, ist gelernter Einzelhandelskaufmann. Der mit 1,98 Metern Längste beim FC Hansa absolvierte nach dem Zivildienst eine Ausbildung zum Physiotherapeuten, seit 2005 ist er niedergelassen mit eigener Praxis in Dierkow. Alle seine vier Angestellten – Peter Meier, Kai Bartel, Frank Scheller und Annemarie Bollensdorf – haben ebenfalls einen Hansa-Hintergrund. Vor allem „Schelle“, der schon 1992 zum Club kam und seitdem unter anderem kein einziges Trainingslager verpasste.

Für Tobias Hamann ist Lara das dritte Camp nach Binz im Sommer 2014 sowie La Manga im Januar 2015. Er kann der einen Woche in der Fremde noch den Reiz der willkommenen Abwechslung abgewinnen. „Das darf meine Frau Betty nicht lesen, aber so ein Tapetenwechsel ist schon mal nicht nur schlecht“, sagt der Vater von Fine (5) und Freddie (3) augenzwinkernd und fügt hinzu: „Ich hoffe, dass die beiden ihrer Mutter in der Zwischenzeit nicht das Leben schwer machen.“

Der 36-Jährige skizziert, wie der Arbeitstag in Lara für ihn und seinen Kollegen aussieht: „Nach dem Frühstück kommen die Spieler zum Wiegen, dann machen wir Tapeverbände und bereiten die Eisbox vor. Einer von uns fährt mit zum Training, der andere kümmert sich hier im Hotel. Wir führen eine gut gefüllte Liste, in die sich jeder einträgt, der Bedarf hat. Wir haben hier einen Zimmerbelegungsplan und rufen dann immer den an, der dran ist. Und so geht das jeden Tag bis open end.“ Mal ausspannen? „Nein, dazu kommen wir hier eigentlich nicht.“

Mit den Bedingungen im Titanic Beach Lara ist Tobias Hamann zufrieden: „Die Räumlichkeiten sind relativ klein, da war La Manga besser. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Man kann gut arbeiten. Wir haben hier zum Beispiel einen schönen Kraftbereich und ein beheiztes Schwimmbecken.“

Tobi Hamann beschäftigt sich im Wasser leider mit einem „Stammgast“: Defensivmann Tommy Grupe arbeitet sich vier Monate nach seinem wiederholten Kreuzbandriss tapfer zurück. Die Physios seines Vertrauens werden auf dem langen Weg bis zur Gesundung an seiner Seite sein.

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