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FC Hansa Rostock : Der Favorit brauchte sehr viel Glück

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

FCH-Trainer Christian Brand atmet nach dem Drama von Neustrelitz auf: „Wir haben die Oberhand behalten, das ist das Einzige, was zählt“

„Einfach geht es bei uns nicht, aber zum Glück haben wir die Oberhand behalten, das ist das Einzige, was zählt. Mein Puls war auch im Elfmeterschießen gleichmäßig bei 108“, kommentierte Christian Brand, Trainer des FC Hansa Rostock, den Sieg seiner Mannschaft im Fußball-Landespokalfinale um den Lübzer Pils Cup, der mit viel Glück und einer beschränkten Leistung
errungen wurde. 120 Minuten lang hatte der FC Schönberg, der in der viertklassigen Regionalliga Nordost Fünfzehnter geworden war, am Sonnabend im ausverkauften Neustrelitzer Parkstadion dem Zehnten der 3. Fußball-Liga 2015/16 die Hölle heiß gemacht, traf aber nicht. So ging’s ins Elfmeterschießen…

Dass es so knapp zugehen würde, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Denn bei den favorisierten Hanseaten bleibt die Stamm-Elf komplett beieinander, die auch diesmal die Anfangsformation bildete (bis auf Gardawski, der mit Oberschenkelverhärtung ausfiel und den Ülker ersetzte). Damit war also gewährleistet, dass die Profis nicht in Gedanken ganz woanders waren, zum Beispiel bei künftigen Arbeitgebern, sondern vielmehr stark erpicht darauf, für sich selbst die Teilnahme am DFB-Pokal klarzumachen.

Doch es war der Außenseiter, der in der regulären Spielzeit der Begegnung seinen Stempel aufdrückte. Die Grünen zeigten Lauffreude und viel mehr Intensität. Der große FC Hansa hätte sich nicht beklagen dürfen, wäre er mit einem Rückstand in die Pause gegangen. So traf Scherff die Latte (12.). Noch dichter dran am 1:0 für die Grünen war Kunstmann, der nach Flanke von Steinwarth völlig frei zum Kopfball kam. Und der wäre oben im Eck eingeschlagen, hätte nicht Keeper Schuhen sensationell reagiert (31.).

Hansa hingegen zeigte Mittagsschlaf-Fußball, kam ein einziges Mal einem Treffer nahe: Rausch hielt auf der Torlinie einen Kopfball von Ziemer noch auf; zuvor hatte Keeper Hahnel nach einem Freistoß von Garbuschewski den Ball nicht weit genug weggefaustet (24.).

In der zweiten Hälfte pflegten die Profis weiter ihren mängelbehafteten Minimalismus. Die Schönberger Amateure hatten deutlich mehr vom Spiel, bloß ein Tor wollte ihnen einfach nicht gelingen, obwohl es mindestens sechsmal gut möglich war. Hansa besaß kaum Möglichkeiten, wenn, dann waren sie allerdings hochkarätig: Ziemer nimmt Fahrt auf, scheitert an Hahnel (63.), dann setzt er klug den eingewechselten Stevanovic (erstes Pflichtspiel seit seinem beim 0:0 in Wiesbaden am 26. September 2015 erlittenen Kreuzbandriss) in Szene, dem Rausch aber gerade noch den Ball wegspitzelt (88.).

Bis dahin hatte der FC Hansa gefühlt 25 Prozent seines wahren Leistungsvermögens abgerufen. In der Verlängerung wurde es besser. In den Minuten 106 bis 120 schwangen sich die Rostocker sogar dazu auf, endlich mal das Spiel zu machen, doch auch die letzte Chance erbrachte nichts, der Schuss von Andrist wurde von Halke von der Linie geköpft (119.).

Im Elfmeterschießen hatten die Männer in Weiß einfach mehr Glück. Fand auch der „Man of the match“, der Ex-Hanseat und jetzige Schönberger Rico Gladrow: „Das muss man erst mal verdauen, nachdem wir 120 Minuten so ein geiles Spiel gezeigt, alles reingehauen haben. Es war eine super Mannschaftsleistung von uns…“

Rostock: Schuhen – Ahlschwede, Henn, Hoffmann, Dorda (musste mit Verdacht auf leichte Gehirnerschütterung ausgewechselt werden, nachdem er einen Ball voll ins Gesicht bekam/32. Wannenwetsch) – Erdmann – Andrist, Garbuschewski, Ülker – Platje (68. Stevanovic), Ziemer

Schönberg: Hahnel – R. Müller, Halke, Rausch, Steinwarth – Okada (111. Gebissa), Gladrow, A. Müller (90.+1 Grotkopp), Scherff – Haufe (79. Henning), Kunstmann Schiedsrichter: Hösel (SV 47 Rövershagen). Zuschauer: 3418

Elfmeterschießen: 0:1 Gladrow, 1:1 Andrist, 1:2 R. Müller, Ahlschwede – Hahnel hält, Henning daneben, 2:2 Henn, 2:3 Rausch, 3:3 Stevanovic, Halke – Schuhen hält, 4:3 Garbuschewski

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