FC Hansa Rostock : Der Camp-Profi Henn

Matthias Henn (rechts) bereitet sich mit seinen Teamkollegen in der Türkei auf die restlichen Drittliga-Spiele vor.
Matthias Henn (rechts) bereitet sich mit seinen Teamkollegen in der Türkei auf die restlichen Drittliga-Spiele vor.

Hansa-Kicker war schon oft in Trainingslagern, nur mit Braunschweig musste aus dem Land geflogen werden

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14. Januar 2016, 08:00 Uhr

Für den Routinier ist es Routine. „Mitgezählt habe ich jetzt nicht, aber wenn man pro Saison zweimal ins Trainingslager fährt, dürften es jetzt so insgesamt 17, 18 gewesen sein. Es gehört einfach dazu, doch es macht auch Laune, weil man als Spieler eigentlich nur zum Training und zum Essen kommen, sich sonst um nichts kümmern muss“, sagt Matthias Henn.

Mit dem Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock ist der Türkei-Trip das erste Camp für den 30-Jährigen, der mit Zweitligist Eintracht Braunschweig (2007 bis 2015) „jedes Jahr im Sommer und im Winter im Trainingslager war, einmal auch mit den Profis des 1. FC Kaiserslautern.“

Spontan verlängert, wie in diesem Jahr mit dem FC Hansa, wurde ein Aufenthalt allerdings noch nie. 2011 jedoch mussten die Braunschweiger aufgrund des Ausbruchs des Arabischen Frühlings vorzeitig aus Tunesien abreisen.

„Wir waren das zweite Mal in Tunesien. Dort war dann gerade der Aufstand und wir durften aufgrund des ganzen Trubels das Hotelgelände nicht mehr verlassen, mussten im Kraftraum trainieren“, erzählt er. „Wir haben auch mitbekommen, dass eine Ortschaft weiter ein Gefängnis gebrannt hat – und auch Tankstellen. Da ging es schon richtig zur Sache. Wir wurden mit einer Chartermaschine früher aus dem Land herausgeholt. Es war ein sehr skurriles Bild und erschreckend, wie sich innerhalb von zwei, drei Tagen alles verändert hat. Dort standen viele Panzer und Leute mit Maschinengewehren, die den Ort abgesichert haben, damit nichts passiert. Ich war froh, als wir in der Maschine nach Hannover waren.“

Wenngleich die Rostocker nun zwei anstatt nur eine Woche in Lara verbringen, geht „Matze“ Henn nicht davon aus, dass ein Lagerkoller ausbrechen wird. „Das glaube ich nicht, der Trainer hat ein paar Maßnahmen ergriffen und gewisse Sachen gelockert, damit wir uns nicht den ganzen Tag über den Weg laufen. Wenn bei einem doch mal der Lagerkoller aufkommen sollte, dann muss er gucken, dass er vielleicht mal ein bisschen rauskommt, an den Strand geht oder in die Stadt. Letztlich sind wir Profis, da gehört es dazu, dass wir mit der Situation umgehen können“, so der Abwehrmann, der weiterhin mit Ersatzkeeper Robin Schröder das Zimmer teilt: „Mit Robin ist es angenehm. Er schläft ganz ruhig, hat mich bislang nicht gestört.“

Die Verhältnisse an der türkischen Mittelmeerküste sind gut. „Die Plätze sind super zum Trainieren. Das Hotel, das Essen sind top. Auch aufgrund der Bedingungen in Rostock mit den gefrorenen Plätzen hat es in jedem Fall Sinn gemacht, dass wir hier verlängert haben“, sagt der Routinier.

Dass die Rostocker nach ihrer Rückkehr am Dienstag Probleme mit den Platzverhältnissen in Deutschland haben könnten – immerhin spielen sie drei Tage später in Köln – glaubt Matthias Henn nicht: „Klar sind die Plätze hier etwas anders, als das, was uns in Deutschland erwarten wird. Doch Bedenken habe ich keine, da kann man sich als Fußballer relativ schnell einstellen.“

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