Hansa-Abwehrspieler Wiemann : Der 1800-Minuten-Mann

Sicherer Elfmeterschütze: Michael Wiemann verwandelte in dieser Saison bisher dreimal sehr souverän einen Strafstoß für den FC Hansa Rostock. Noch bemerkenswerter der Fakt, dass er alle bisherigen Pflichtspiele von der ersten bis zur letzten Minute absolviert hat.
Sicherer Elfmeterschütze: Michael Wiemann verwandelte in dieser Saison bisher dreimal sehr souverän einen Strafstoß für den FC Hansa Rostock. Noch bemerkenswerter der Fakt, dass er alle bisherigen Pflichtspiele von der ersten bis zur letzten Minute absolviert hat.

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28. Januar 2011, 08:54 Uhr

Michael Wiemann ist der Marathonmann beim FC Hansa. Der Innenverteidiger absolvierte in der Hinrunde alle 18 Ligapartien und stand auch in den zwei Cup-Spielen – je einmal im DFB- sowie Landespokal über 90 Minuten auf dem Platz. „Das ist mir gar nicht so bewusst. Ich wollte Stammspieler werden, aber dass ich jetzt keine einzige Minute verpasse, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt der 23-Jährige. Allerdings hatte er vor dem Nachholspiel am vergangenen Sonnabend gegen Rot-Weiß Erfurt eine Vorahnung: „Ob es so bleibt, ist fraglich. Ich habe schon vier gelbe Karten, und bei noch 20 ausstehenden Begegnungen ist es ziemlich schwierig durchzukommen. Gerade für einen Verteidiger.“ Wiemann kassierte gegen Erfurt dann auch prompt die fünfte Gelbe und fehlt nun im Duell mit dem VfB Stuttgart II.

In Rostock uneingeschränkte Stammkraft und Führungsspieler, davor in Ahlen eher Lückenbüßer – Michael Wiemann ist dennoch auf dem Weg, den endgültigen Durchbruch zu schaffen. „Ich wurde mehr als so genannter Feuerwehrmann eingesetzt, mal als Rechtsverteidiger, dann im zentralen Mittelfeld und auch in der zentralen Abwehr. Ich hatte keine feste Position.“
Das ist in Rostock nun anders. „Von Beginn an lief es richtig gut. Zudem stand seit dem ersten Gespräch fest, dass ich als Innenverteidiger eingeplant bin“, so der Kicker, der eigentlich nicht gerne im Fokus steht: „Ich brauche nicht permanent Interviews zu geben. Außerdem hat man es als Offensivspieler auch leichter aufzufallen, wenn man die Dinger in den Winkel haut.“ Doch auch Wiemann braucht sich nicht zu verstecken. Als Hansas Elfmeterschütze ist er gesetzt, verwandelte dreimal sehr souverän. „Bisher klappte es ganz gut. Wenn ich anlaufe, weiß ich schon, wo ich hinschießen möchte, und konzentriere mich nur auf die Ausführung“, verrät der Blondschopf, der sich damit auf seine Schussstärke und -präzision verlässt, anstatt den gegnerischen Keeper auszugucken.

Beim FC Hansa Rostock besitzt der Abwehrmann noch einen Kontrakt bis Sommer 2013 und ist „froh darüber, dass im Gegensatz zu einigen Teamkollegen keine Vertragsverhandlungen anstehen. Das war im vergangenen Jahr anders. Wir waren mit Ahlen sang- und klanglos abgestiegen, und es war schon unheimlich schwer, etwas zu finden. Ich hatte nur zwei, drei lose Anfragen aus der 3. Liga, von Vereinen, die jetzt auch oben mit dabei sind. Doch als Hansa meinen Berater kontaktierte, sind wir uns recht schnell einig geworden“, sagt er.
Als Spieler ist Michael Wiemann aus Sicht der Trainer und Verantwortlichen des FC Hansa ein Musterprofi, der neben den Einheiten häufig noch in den Kraftraum geht.
Doch auch das Leben an der Ostsee weiß der gebürtige Beckumer (Nordrhein-Westfalen) zu genießen. „Wir haben uns eine Doppelhaushälfte mit Garten in Nienhagen gemietet. Mir gefällt es am Meer ganz gut. Früher haben wir als Familie oft Urlaub in Holland gemacht. Ich gehe auch total gerne schwimmen, wenngleich ich dazu lange nicht mehr gekommen bin“, erzählt der 1,86-Meter-Mann, dessen Freundin Tanja Anfang Januar auch einen Job in Rostock gefunden hat.Mit 23 Jahren hat Michael Wiemann als Fußballer natürlich Träume: „Eine genaue Karriereplanung habe ich jetzt nicht, sondern freue mich, wie es derzeit läuft. Aber natürlich möchte ich noch einmal höherklassig spielen, am besten mit dem FC Hansa. Das wäre schön.“


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