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"Das ist für mich eine Berufung"

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Rostock | Das rrrrollende R ist sein Markenzeichen, und es kommt nicht von ungefähr: Lorenz Kubitz - seit Anfang des Monats Leiter der neu geschaffenen Abteilung Medien und Kommunikation bei Fußball-Zweitligist FC Hansa Rostock, damit auch Pressesprecher - wurde in Temeschburg (Timisoara/West-Rumänien) geboren. Sein Vater ist Banater Schwabe*, die Mutter Rumänin. So wuchs der kleine Lorenz zweisprachig auf. Erst recht, nachdem die Familie, als er vier war, nach München spätaussiedelte. Und so ist es für den nunmehr 27-Jährigen auch überhaupt kein Problem, den Satz "Wir schaffen den Klassenerhalt auf jeden Fall" ins Rumänische zu übersetzen: Noi inorice caz o sá raminem in liga a doua!

Image des Vereins und des Standortes Rostock aufpolieren

Lorenz Kubitz, der mittlerweile auch Englisch und Französisch beherrscht, leistete nach dem Abitur 2003 Zivildienst in der Uni-Augenklinik München. Schon dort war er in der PR-Abteilung beschäftigt, bekam es mit Dingen wie medizinischer Fotografie, Postergestaltung oder "powerpointmäßigem Vorbereiten von Diavorträgen" zu tun. "Ich habe relativ früh vieles gelernt, ohne dass ich dieses Berufsbild vor Augen hatte. Ich wusste nur, in die Richtung Kommunikationskonzepte sollte es gehen." Tat es auch. Im Herbst 2004 verschlug es den im oberbayerischen Zorneding aufgewachsenen jungen Mann nach Rostock, wo er ein Studium der Rechtswissenschaften mit Hauptfach Medien- und Kommunikationsrecht in Angriff nahm. Die praktische Seite lernte er am Fraunhofer IGD (Institut für Graphische Datenverarbeitung) kennen, wo er es bis zum Verantwortlichen für den Standort Rostock in Sachen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit brachte.

Über einen gemeinsamen Kontakt machte der sportverrückte Kubitz (Fußball, Tennis, Basketball, Tischtennis, inzwischen hat er in Warnemünde auch Golf ausprobiert) die Bekanntschaft von Hansa-Manager Stefan Beinlich - und stellte dem Vorstand des FCH ein Kommunikationskonzept vor. Dies hatte er "durchaus zielgerichtet und nicht in den luftleeren Raum" in der Freizeit angefertigt. Mehr oder weniger lose Gedanken fasste der 27-Jährige dann rasch detaillierter bzw., wie er selbst es ausdrückt, "machte sie dingfest". So und nicht zuletzt dank des Aufstiegs ("Die Planstelle war davon abhängig") ist er über ehrenamtliche Tätigkeit seit Oktober 2010 nun Pressesprecher geworden: "Das ist für mich im Wortsinn eine Berufung."

"Ich wünsche mir", so Kubitz, "dass wir so schnell wie möglich den Klassenerhalt schaffen, was auch gut für unsere Nerven wäre. Langfristig hoffe ich, dass es gelingt, Hansa Rostock wieder da zu positionieren, wo der Verein schon mal war - in der 1. Bundesliga. Dies aber Stück für Stück, mit gesunden, kleinen Schritten. Mir persönlich geht es vor allem darum, dass das Image sowohl des Vereins als auch des Standortes Rostock aufpoliert wird. Meine Grundmotivation ist, beides so darzustellen, wie die Menschen hier es verdienen."

Ein Pressesprecher des FC Hansa hat eigentlich nie Urlaub. Daran wird sich auch seine Lebensgefährtin gewöhnen müssen. Vielleicht klappt es ja zwischen Weihnachten und Neujahr. Auf jeden Fall hat sich Lorenz Kubitz vorgenommen, nach sechs, sieben Jahren bald mal wieder Rumänien einen Besuch abzustatten. Weil es "ein schönes Land" ist und weil dort nach wie vor Opa, Tante und Onkel leben. * deutsche Bevölkerungsgruppe im rumänischen Teil der historischen Region Banat.

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erstellt am 14.Jun.2011 | 06:31 Uhr

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