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FC Hansa Rostock : Dahlmann widerspricht Kritikern

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Vorstandsboss des FC Hansa bezieht zu den Vorwürfen aus dem Aufsichtsrat und Gerüchten aus dem Umfeld Stellung

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Dicke Luft zwischen den Führungsgremien des Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock. Der Aufsichtsrat (AR) wirft dem Vorstandsvorsitzenden Michael Dahlmann unter anderem vor, bei den Verhandlungen und Vertragsabschlüssen mit Investor Rolf Elgeti übergangen worden zu sein. Gegenüber den NNN bestätigt der Vorstandsboss, dass er dem AR den Kontrakt erst im Nachgang vorgelegt hat, „weil ein Aufsichtsratsvotum formal nicht erforderlich war. Der Vertrag besteht zwischen Ostseestadion GmbH (OSG) und Obotritia. Der AR ist für Geschäfte von Tochtergesellschaften formal nicht zuständig. Selbstverständlich habe ich aber im Zuge der Berichterstattung zur Lizenzierung den AR laufend dazu informiert. Es gab seit drei Jahren kurzfristige, endfällige Darlehen mit der Deutschen Kreditbank (DKB), die nie vom AR genehmigt wurden. Das neue Darlehen ist zudem zins- und tilgungsfrei für ein Jahr. Der Vertrag endet am 30. Juni 2016“.

Laut Kritikern soll der neue Vertrag zwischen Elgeti und dem FC Hansa ungünstiger sein als der alte Kontrakt zwischen der OSG und der DKB. So wirft Bürgerschaftsmitglied Sybille Bachmann (Rostocker Bund) Dahlmann vor, dass ein gleich hoher Kredit zu einem höheren Zinssatz abgeschlossen wurde. Darauf erwidert der 37-Jährige: „Entscheidend ist nicht der Zins, sondern das Gesamtpaket. Da wir uns seit dem 9. Mai zu erheblichen Verzichten einig waren, ist das Gesamtpaket jetzt auf jeden Fall attraktiver für den FCH. Selbst wenn für das DKB-Darlehen der hälftige Zins als bei dem nun neu vorliegendem gezahlt würde, würde der Gesamtaufwand über eine unterstellte 20-jährige Laufzeit 13 Millionen geringer sein.“

Der Hansa-Boss führt ein Beispiel an: Bei früheren Gesamtschulden von rund 21,4 Millionen Euro und einem Zinssatz von zwei Prozent würden die jährliche Belastung etwas mehr als 1,3 Millionen Euro sowie der Zins gesamt fast 4,8 Millionen Euro betragen. Daraus ergebe sich ein Gesamtaufwand von 26,2 Millionen Euro. Läge der neue Kredit jetzt nur noch bei neun Millionen (nach Vertrag mit Elgeti) zu einem Zinssatz von vier Prozent würde die jährliche Belastung 660 000 Euro, der Zins gesamt 4,2 Millionen sowie der Gesamtaufwand 13,2 Millionen Euro betragen. Die Zahlen seien relativ nah an der Wirklichkeit. „Die genauen darf ich nicht nennen“, so der 37-Jährige. Er fügt an: „Unser Vorgehen hat nicht nur große Liquiditätsvorteile, sondern auch erhebliche bilanzielle Wirkungen durch ein extremes Senken der Verbindlichkeiten.“

Auch dem Gerücht, dass der ursprüngliche Vertrag zwischen Hansa und Elgeti noch einmal zulasten des Clubs geändert wurde, widerspricht Dahlmann: „Es gibt nur einen Vertrag vom 21. Mai 2015, und dieser wurde auch nicht verändert.“

Wenngleich es angesichts der verhärteten Fronten nur schwer vorstellbar ist, hält der Hansa-Boss eine Zusammenarbeit mit dem AR weiter für möglich, sagt diplomatisch: „Die AR-Mitglieder sind schließlich von der Mitgliederversammlung gewählt.“

 

UPDATE, heute 10.00 Uhr:

Die Geschäftsstelle des FC Hansa ist von der Polizei dicht gemacht. Keiner der Mitarbeiter darf das Haus betreten. Derzeit befinden sich keine Beamten im Haus. Angeblich sollen aber bald Spezialkräfte eintreffen, die eine Durchsuchung vornehmen.

Unbestätigt ist, dass Vorstandschef Michael Dahlmann beurlaubt wurde.

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