Brinkies ist der Favorit fürs Tor

 Johannes Brinkies (rechts) sollte nach seiner tadellosen Leistung beim VfB Stuttgart II auch morgen gegen Osnabrück im Hansa-Kasten stehen. Torwarttrainer Alexander Ogrinc (43/ links) soll zur Sicherheit eine Spielberechtigung bekommen. Georg Scharnweber
Johannes Brinkies (rechts) sollte nach seiner tadellosen Leistung beim VfB Stuttgart II auch morgen gegen Osnabrück im Hansa-Kasten stehen. Torwarttrainer Alexander Ogrinc (43/ links) soll zur Sicherheit eine Spielberechtigung bekommen. Georg Scharnweber

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27. September 2012, 08:26 Uhr

Rostock | Wer steht morgen ab 13.30 Uhr in der DKB-Arena im Tor des Fußball-Drittligisten FC Hansa gegen den VfL Osnabrück? Es scheint klar: Kevin Müller wird erneut passen müssen. Die etatmäßige Nummer eins war beim Warmlaufen vor der Partie beim VfB Stuttgart II (2:0) umgeknickt und zog sich eine schwere Bänderdehnung im linken Sprunggelenk zu. "Ich denke nicht, dass es reicht. Die Schmerzen sind einfach zu groß", sagte der 21-Jährige, der gestern eine MRT-Untersuchung hatte: "Gerissen ist wohl nichts, aber der Arzt will sich die Bilder noch einmal genau anschauen."

Bleibt die Wahl zwischen Routinier Jörg Hahnel und Youngster Johannes Brinkies. Letzterer vertrat Müller gegen die VfB-Reserve und hinterließ einen starken Eindruck. "Fest steht, dass Johannes Brinkies und Jörg Hahnel im Kader sind. Am Sonnabendvormittag geht die Aufstellung an die Mannschaft. Bis dahin lasse ich es laufen. Beim Torwartthema bin ich recht flexibel, sehe das eher als Luxusproblem. Alle drei Torhüter gefielen mir bislang insgesamt sehr gut", ließ sich Coach Marc Fascher gestern kaum in die Karten schauen.

Darüber hinaus hat der 44-Jährige noch einen anderen Plan im Kopf. "Wir werden unseren Torwarttrainer Alexander Ogrinc spielberechtigt machen. Ich habe ihn zuletzt im Training beobachtet. Er ist topfit, und ohne dass ich

unsere Feldspieler im Tor gesehen habe, ist Alex wesentlich besser als sie", so

Fascher, der den 43-Jährigen wohl als

Ersatzmann in der Hinterhand haben möchte, falls es zu einer ähnlichen Situation wie in Stuttgart kommt.

Beim FC Hansa ist das im Übrigen nichts Besonderes. Der langjährige Torwarttrainer Perry Bräutigam war auch nach seiner aktiven Karriere weiterhin spielberechtigt. Und in der 16. Runde der Erstliga-Saison 2007/08 saß der damals 44 Jahre alte Bräutigam beim Debüt von Hahnel als Ersatzmann auf der Bank (0:3 in Leverkusen). Stammkeeper Stefan Wächter (heute Sportinvalide) fehlte wegen Magen-Darm-Problemen. Die eigentliche Nummer drei Pa-tric Klandt (aktuell bei Zweitligist FSV Frankfurt) war bei Trainer Frank Pagelsdorf in Ungnade gefallen.

Doch zurück ins Jahr 2012. Wer macht das Rennen? Gemessen an den jüngsten Eindrücken sollte eigentlich kein Weg an Johannes Brinkies vorbeiführen. Unter Ogrinc machte der 19-Jährige vor allem körperlich einen großen Schritt nach vorn. Zudem verfügt er über das nötige Selbstvertrauen, auch in einem Spitzenspiel gegen den Dritten VfL Osnabrück bestehen zu können. Ein Kommentar war ihm auch gestern nicht zu entlocken - ganz nach dem Wunsch der sportlichen Führung, der zufolge sich die jungen Kicker auf ihre Leistung auf dem Platz konzentrieren sollen.

Konkurrent Hahnel nahm gestern den Weg durch die Küche in die Katakomben der DKB-Arena. Durch die Küche also ins Hansa-Tor? Eher nicht, denn seit Fascher das Traineramt bei Hansa übernommen hat, war der gebürtige Erzgebirgler noch nicht einmal im Kader für eine Partie, sammelte zuletzt Spielpraxis beim Oberliga-Team.

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