FC Hansa Rostock : Bornholdt „scheucht“ Hanseaten

Björn Bornholdt (Mitte) macht die Übungen vor, denn „mein Hauptaugenmerk liegt auf einer sauberen Ausführung“, sagt er.
Björn Bornholdt (Mitte) macht die Übungen vor, denn „mein Hauptaugenmerk liegt auf einer sauberen Ausführung“, sagt er.

Der neue Athletiktrainer des FC Hansa möchte die Antrittsschnelligkeit der Profis verbessern / Zuletzt in Regensburg unter Vertrag

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08. Januar 2016, 08:00 Uhr

Noch nicht angekommen sei er beim FC Hansa, aber wie auch?! Schließlich hat Athletiktrainer Björn Bornholdt noch nicht mal eine Woche bei seinem neuen Arbeitgeber hinter sich. Eben noch war er in der Regionalliga Bayern beim SSV Jahn Regensburg beschäftigt, doch dann ging alles ganz schnell: „Ich bin zwar vorher noch nie in Rostock gewesen, aber als Christian Brand (auch der Hansa-Chefcoach stand bis Dezember bei den Oberpfälzern in Lohn und Brot – d. Red.) mich gefragt hat, ob das eine Option für mich wäre, habe ich nicht lange – eigentlich gar nicht überlegt. Ich bin an niemanden gebunden“, sagt Bornholdt über seine Entscheidung zugunsten des FC Hansa.

Aber nicht nur das Private war ausschlaggebend für seinen Wechsel an die Ostsee: „Dankenswerterweise legte mir Regensburg keine Steine in den Weg. Eine Liga höher kann ich mich auf einem ganz anderen, vielleicht auch professionelleren Niveau weiterentwickeln. Es gibt in Rostock mehr Möglichkeiten, infrastrukturell ist es dort deutlich besser. Außerdem habe ich mich mit Christian auf menschlicher und beruflicher Ebene sehr gut verstanden.“

Bornholdt hat bis 2014/15 Fußball gespielt, auf Kreisebene für den SV Atzenzell-Sattelbogen im defensiven Mittelfeld oder als Innenverteidiger. Überhaupt ist Sport das Thema schlechthin für den gebürtigen Dachauer: Der 33-Jährige joggt, fährt Rad, macht Kraft, schwimmt, spielt Tennis… 2012 nahm er sogar an der Challenge Roth teil, bestritt einen Triathlon über die Langdistanz (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 km Radfahren und ein Marathonlauf über gut 42 km), wofür er nicht viel mehr als zwölf Stunden benötigte.

Nach seiner Kindheit in Bayern verschlug es Björn Bornholdt nach Oldenburg. Er machte das Abitur, lernte Bankkaufmann, arbeitete ein Jahr in diesem Beruf, ehe er Sportwissenschaften studierte. Letztlich fand er über den Jugendbereich des SSV Jahn Regensburg in seinen jetzigen Kompetenzbereich.

Nun also „scheucht“ er in Lara die Hanseaten über den Platz. Bornholdt macht die verlangten Übungen vor, aber er reißt sie nur kurz an, denn „mein Hauptaugenmerk liegt auf einer sauberen Ausführung. Ich achte mehr darauf, dass die Spieler das kontrolliert machen.“ Ziel sei es, die Kicker – nicht zuletzt, indem er individuell mit ihnen arbeite – physisch so gut auf den Leistungssport vorzubereiten, dass sie möglichst verletzungsfrei bleiben und sich konditionell weiterentwickeln: „Es geht vor allem um Antrittsschnelligkeit. Ausschlaggebend ist, dass sie viele Sprints machen können in einem Spiel. Je besser das funktioniert, desto besser ist man generell.“ Absolute Priorität habe ganz klar der Klassenerhalt, und diesbezüglich hofft der neue Mann im Trainerstab des FC Hansa, „dass es mir gelingt, die Jungs so aufzubauen, dass sie, wenn es am 22. Januar weitergeht, gleich zünden.“

Björn Bornholdt hat erst mal einen Vertrag bis Saisonende. Und dann? „Um ein bisschen Planungssicherheit zu haben, besteht für mich die Option, hier ein Jahr weiterarbeiten zu können, sofern wir mindestens in der 3. Liga bleiben“, verrät der in Rostock im Hotel Sportforum gegenüber des Ostseestadions untergebrachte Athletiktrainer. Nach der Rückkehr an die Ostsee wird er sich erst mal nach einer Wohnung umschauen: „Mir wäre wichtig, in die Innenstadt zu ziehen. Denkbar wäre auch eine WG. Das würde ich sogar favorisieren, um soziale Kontakte zu knüpfen.“ Damit er so schnell wie möglich richtig ankommt beim FC Hansa.

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